Die Rückkehr des SparbuchsDiese erste große Bank bietet jetzt wieder Zinsen an

Die Europäische Zentralbank hat die Zinswende eingeläutet, der Leitzins wird um 0,5 Prozent angehoben. Und schon reagieren die ersten Banken und bieten Zinsen für Festgeld an. Wie hoch die ausfallen und ob sich eine Anlage in Festgeld jetzt schon lohnt.
ING Deutschland zahlt bis zu 1,5 Prozent Zinsen
Als erste größere Bank hat die ING Deutschland reagiert und bietet für alle Privatkunden ab dem 1. August Zinsen bis zu 1,5 Prozent an. Die Zinsen gibt es allerdings zunächst nicht für das beliebte Tagesgeldkonto, sondern ausschließlich auf den Sparbrief, den die Bank ihren Bestandskunden mit Laufzeiten zwischen einem Jahr und fünf Jahren anbietet.
Die Anlage ist ab einem Betrag von 2.500 Euro bis zu einem Maximalbetrag von 500.000 Euro möglich. Die ING Deutschland richtet das Angebot zunächst nur an ihre Bestandskunden. Also solche, die bereits mindestens ein weiteres Produkt der Bank nutzen. Diese können bis zu fünf Sparbriefe abschließen.
Die Verzinsung ist wie folgt gestaffelt:
1 Jahr: 0,5 Prozent Zinsen pro Jahr
2 Jahre: 0,8 Prozent Zinsen pro Jahr
3 Jahre: 1,0 Prozent Zinsen pro Jahr
4 Jahre: 1,2 Prozent Zinsen pro Jahr
5 Jahre: 1,5 Prozent Zinsen pro Jahr
„Der heutige EZB-Entscheid zeigt, wohin die Zinsreise geht. Deshalb gehen wir gerne in Vorleistung und schaffen durch positive Sparzinsen Entlastung für unsere Kundinnen und Kunden. Auch wenn wir den 'Inflationsschmerz' dadurch nur etwas lindern können, ist es ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING in Deutschland.
Lohnt sich jetzt eine Geldanlage in Festgeld?
Doch auch wenn es wieder bis zu 1,5 Prozent Zinsen gibt: „Die Inflation liegt bei 7 oder 7,5 Prozent. Das heißt also, ich verliere richtig Geld“, sagt Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen.
Auch Finanzmarktexperte Robert Halver kann die Geldanlage nicht empfehlen: „Wenn die Zinsen ein bisschen im Plus sind, die Inflation aber alles auffrisst, das bringt gar nichts. Zinssparen wird nicht interessant werden.“ Aktien bleiben für den Finanzprofi derzeit noch alternativlos.
Klarna bietet Zinsen bis 1,5 Prozent
Laut dem Finanzportal Biallo hat auch der schwedische Finanzdienstleister Klarna die Festgeldzinsen erhöht. „Die Schweden bieten bereits seit geraumer Zeit eines der attraktivsten Festgeldkonten am Markt“, erklärt Biallo. Im Festgeld-Vergleich von Biallo ist Klarna bei den Laufzeiten von sechs, zwölf und 24 Monaten Spitzenreiter. Klarna zahlt derzeit folgende Zinsen für Festgeld:
6 Monate Laufzeit: 0,75 Prozent Zinsen
1 Jahr Laufzeit: 1,35 Prozent Zinsen im Jahr
2 Jahre Laufzeit: 1,70 Prozent Zinsen im Jahr
3 Jahre Laufzeit: 1,75 Prozent Zinsen im Jahr
4 Jahre Laufzeit: 1,75 Prozent Zinsen im Jahr
Die Einlagen sind über die schwedische Einlagensicherung in Höhe von 1,05 Millionen Schwedischen Kronen abgesichert, was derzeit umgerechnet rund 100.500 (Stand 21. Juli 2022) Euro sind.
Für Sparerinnen und Sparer fallen inzwischen immerhin die Negativzinsen weg. Wer bis zu 1,75 Prozent Zinsen haben möchte, muss derzeit noch sein Geld fest anlegen. Interessanter wird es, wenn es auch wieder auf dem flexibleren Tagesgeldkonto Zinsen gibt. Dann kann man zumindest die Inflation etwas lindern, auch wenn sie immer noch ordentlich weh tut. (aze)
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