Katar 2022

Was der Gas-Deal für die Energiepreise bedeutet und wie abhängig unsere Wirtschaft bereits ist

Emir of Qatar Tamim bin Hamad Al Thani
Der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani.
dpa/TASS | Vyacheslav Prokofyev, picture alliance

Katar will von 2026 an Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland liefern. Die Lieferungen aus Katar sollen bis zu zwei Millionen Tonnen im Jahr umfassen und über mindestens 15 Jahre gehen. Aber wie wirkt sich der Gas-Deal auf unsere Energieversorgung aus? Außerdem: In unserem Podcast diskutieren Experten über die Abhängigkeit unserer Wirtschaft von dem nächsten autokratischen Staat.

2 Millionen Tonnen Flüssiggas aus Katar im Jahr

Der Energieriese Qatar Energy hat zwei Abkommen mit dem US-Unternehmen Conoco Phillips unterzeichnet, das das Gas nach Brunsbüttel liefern soll. Dort wird ein Flüssiggasterminal gebaut. Deutschland will mit LNG aus aller Welt ausbleibendes Erdgas aus Russland ersetzen.

Die Lieferungen aus Katar sollen bis zu zwei Millionen Tonnen im Jahr umfassen und über mindestens 15 Jahre gehen. Das Gas solle in Deutschland bei verschiedenen Käufern vermarktet werden, sagte der Chef von Conoco Phillips, Ryan Lance. Details sind bislang unklar.

In der aktuellen Folge des Podcasts „Wirtschaft Welt & Weit“ schauen wir auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Katar. Es geht um die vielfältigen Beteiligungen des arabischen Landes an deutschen Unternehmen - und mögliche Chancen für Zukunftsprojekte. Außerdem diskutieren Jeremias Kettner, Politikberater und Gründer der Unternehmensberatung "The Bridge", und Nahost-Experte Jürgen Hogrefe über geopolitische Besonderheiten und Katars Bedeutung auf dem internationalen Parkett.

Auswirkungen des Gas-Deals mit Katar auf unsere Energiepreise

Dem Branchenverband Zukunft Gas zufolge entspricht die vereinbarte jährliche Menge, die aus Katar geliefert werden soll, rund 30 Terawattstunden und damit etwa drei Prozent des bisherigen Verbrauchs in Deutschland. „Wir müssen aber knapp 500 Terawattstunden ersetzen, die bislang über russische Gaslieferungen gedeckt wurden“, sagte Vorstand Timm Kehler.

Entsprechend wird der Erdgas-Vertrag mit Katar nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) keine Folgen für die Preisentwicklung haben. "Auswirkungen auf die Preise erwarten wir nicht. Die Gasmenge macht drei Prozent des jährlichen Gasverbrauchs in Deutschland aus", sagt BDI-Präsident Siegfried Russwurm der "Bild".

"Für mehr Versorgungssicherheit und Energieunabhängigkeit müssen zügig weitere Gas-Verträge mit unterschiedlichen Ländern folgen", erklärt der Industrieverbands-Chef. (mit dpa&rts/aze)

Was muss Deutschland tun, um in der Wirtschaftswelt von morgen noch eine wichtige Rolle zu spielen? Von wem sind wir abhängig? Welche Länder profitieren von der neuen Weltlage? Das diskutiert Mary Abdelaziz-Ditzow im ntv-Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" mit relevanten Expertinnen und Experten.

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