Pandemie hält die Welt in Atem

Chronologie Coronavirus - Alle Meldungen vom 29. April 2020

30. April 2020 - 3:26 Uhr

Ansteckungsrate wieder gesunken

Österreich lockert die Corona-Maßnahmen und öffnet bald sogar wieder die Hotels. Ob auch der Sommerurlaub für viele Deutsche jetzt gerettet ist? Mehr dazu im Video.

Hier finden Sie eine Übersicht der geänderten Maßnahmen der Bundesländer und hier alles von A bis Z, was Sie über das Coronavirus wissen müssen.​

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen den Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".

+++Chronologie vom 29.04.2020 +++

23:22 Uhr - Home-Office entpuppt sich als Umsatzbringer für Microsoft

 Logo der Microsoft Corporation am Sitz der Microsoft Deutschland GmbH im Rheinauhafen. Köln, 26.08.2019 *** Logo of the Microsoft Corporation at the headquarters of Microsoft Deutschland GmbH in Rheinauhafen Cologne, 26 08 2019 Foto:xC.xHardtx/xFutu
Microsoft ist einer der Gewinner der Krise
© imago images/Future Image, Christoph Hardt, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Der Trend zum Home-Office in der Coronavirus-Pandemie kommt Microsoft zu Gute. Wegen der florierenden Nachfrage nach Software für das Arbeiten am heimischen Schreibtisch und Cloud-Lösungen kletterte der Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres um 15 Prozent auf 35 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Softwarekonzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Einfluss der Coronakrise auf die Erlöse sei minimal gewesen. "In zwei Monaten haben wir eine digitale Transformation erlebt, die sonst zwei Jahre gedauert hätte", sagte Microsoft-Chef Satya Nadella.

Microsoft punktet in der Krise mit seinem Betriebssystem Windows und dem Programm Teams für standortübergreifende Teamarbeit. Im Monat März, als in vielen Ländern Ausgangssperren galten, sprangen die Videoanrufe über Teams um 1000 Prozent in die Höhe. Konkurrent Zoom kommt inzwischen auf 300 Millionen Nutzer.

22:55 Uhr - Gastbetriebe machen mit leeren Stühlen auf Not aufmerksam

Gastronomen und Hoteliers haben mit der Aktion «Leere Betten - Leere Stühle» in Mainz auf die Not ihrer Branche in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Zehn freie Betten und 1140 leere Stühle wurden an drei Standorten in der Nähe des Landtags aufgestellt, wie der Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga am Mittwoch mitteilte. Mit der Aktion forderte der Verband eine Strategie zur Rücknahme einzelner Beschränkungen und Verbote sowie eine bessere finanzielle Unterstützung der Branche durch die Politik.

«Ein stilles Mahnmal als Hilferuf für eine Branche, die mit dem Rücken an der Wand steht», nannte der rheinland-pfälzische Dehoga-Präsident Gereon Haumann die Aktion. Die Betten und Stühle stünden stellvertretend für 11 500 Gastbetriebe in Land. Ähnliche Aktionen gab es zuvor auch in anderen Bundesländern - und am vergangenen Freitag in Trier und Koblenz.

22:51 Uhr - Polizei löst Versammlung mit 350 Menschen in Pirna auf

Im sächsischen Pirna hat die Polizei eine nicht genehmigte Versammlung von etwa 350 Menschen aufgelöst. Im Internet sei zu einem «Spaziergang» auf dem Marktplatz aufgerufen worden, teilte die Polizei mit. Dort trafen die Beamten am Mittwochabend auf die gut 350 Menschen. Die Polizei räumte den Platz den Angaben zufolge innerhalb einer Viertelstunde und nahm Ermittlungen wegen Verstößen gegen die sächsische Corona-Schutz-Verordnung auf. Ein Veranstalter habe nicht ausfindig gemacht werden können, hieß es.

22:46 Uhr - Facebook zieht in Corona-Krise mehr Nutzer an

FILE - In this July 30, 2019, file photo, the social media application, Facebook is displayed on Apple's App Store in Chicago, Ill.  The social media company said Thursday, April 16, 2020,  it is now going to let users know if they liked, reacted or
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© AP, Amr Alfiky, AA

Facebook hat in der Corona-Krise schneller neue Nutzer gewonnen als gewohnt. Auch der Umsatz legte deutlich zu, auch wenn es im März einen Rückgang der Werbeerlöse gab. Zugleich sah das weltgrößte Online-Netzwerk in den ersten April-Wochen Anzeichen für eine Stabilisierung mit Anzeigenumsätzen auf Vorjahresniveau.

Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer bei Facebook stieg binnen drei Monaten um 100 Millionen auf 2,6 Milliarden. Üblicherweise gewinnt das Online-Netzwerk pro Quartal um die 50 Millionen Nutzer hinzu. Täglich kamen 1,73 Milliarden Nutzer zu Facebook.

Der Umsatz im ersten Quartal stieg im Jahresvergleich dank der guten ersten Monate um 18 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar. Die Zahlen wurden mit Spannung erwartet. Facebook verdient sein Geld fast ausschließlich mit Werbung. In der Corona-Krise werden die Werbekunden sparsamer - und für viele kleine und mittlere Unternehmen wie Restaurants oder Dienstleister gab es zuletzt keinen Spielraum oder Bedarf, Werbung zu schalten. Facebook hat aber Millionen Werbekunden dieser Größe.

22:41 Uhr - Corona-Tests beginnen in der Bundesliga an diesem Donnerstag

 09.03.2020, Fussball 2. Bundesliga 2019/2020, 25. Spieltag, VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld, in der Mercedes-Benz Arena in Stuttgart, Leere Ränge im ganzen Stadion nach dem Spiel. Symbolbild Geisterspiele ***DFL and DFB regulations prohibit any us
Bald wieder Geisterspiele?
© imago images/MIS, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

In der Fußball-Bundesliga und der zweiten Liga sollen nach Informationen des «Kicker» an diesem Donnerstag die flächendeckenden Tests auf das Coronavirus beginnen. Das berichtete das Magazin am Mittwochabend auf seiner Homepage.

Die Tests gehören zum Sicherheits- und Hygienekonzept, das die Deutsche Fußball Liga für die erhoffte Fortsetzung des Spielbetriebs erstellt hat. Vor der Aufnahme des Mannschaftstrainings sollen nach jüngsten Angaben der DFL mindestens zwei getrennte Tests erfolgen, damit eine Ansteckung im Training verhindert werden soll, schrieb der «Kicker» weiter.

Noch nicht abschließend geklärt sei die Frage, wie mit den Risikogruppen im Kader oder Betreuerstab beziehungsweise in deren Umfeld umzugehen sei. In der Bundesliga gebe es mehrere Spieler, die durch Asthma, Diabetes oder Lungenvorerkrankungen vorbelastet seien, schrieb das Magazin.

22:15 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Deutschland und der Welt

Land Infizierte Tote
Weltweit  3.173.036 225.927
USA 1.030.487 60.207
Spanien 236.899 24.275
Italien  203.591 27.682
Frankreich  169.053 24.087
Großbritannien 166.440 26.097
Deutschland  160.943 6.376
Türkei  117.589 3.081

In Deutschland sind bis Mittwochabend laut Johns Hopkins Universität mehr als 160.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 6.376 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Mittwoch bei 0,75. Das bedeutet, 10 Infizierte stecken im Schnitt 7,5 Menschen an.

22:05 Uhr - EU-Staaten uneins bei Gutscheinen für abgesagte Flüge wegen Corona

In der Debatte über Gutscheine für abgesagte Flugreisen wegen der Corona-Krise sind die EU-Staaten gespalten. Einige Länder - darunter auch Deutschland - hätten gefordert, dass es Fluggesellschaften zeitweise erlaubt sein müsse, Gutscheine für ausgefallene Flüge auszustellen, teilte der kroatische EU-Ratsvorsitz am Mittwoch nach einer Videoschalte der EU-Verkehrsminister mit. Andere Staaten hätten Änderungen des bestehenden EU-Rechts abgelehnt, um die Erwartungen der Passagiere nicht zu enttäuschen.

Nach EU-Recht müssen Flugtickets und auch Pauschalreisen eigentlich erstattet werden. Deutschland will Verbraucher jedoch verpflichten, bei Reiseabsagen in der Corona-Krise vorerst einen Gutschein statt einer Erstattung zu akzeptieren.

EU-Vizekommissionspräsidentin Vera Jourova hatte am Mittwoch gesagt, es gelte, eine Balance zu finden zwischen starken Verbraucherrechten und der Liquidität der Reiseanbieter. Gesucht werde deshalb eine umsetzbare Lösung. Das könnte bedeuten, dass ein Gesetzesvorschlag gemacht werde. Die Debatte sei aber noch nicht abgeschlossen.

21:52 Uhr - Polens verlängert Grenzkontrollen bis zum 13. Mai

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Polen seine Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern bis zum 13. Mai beibehalten. Einen entsprechenden Erlass habe Innenminister Mariusz Kaminski unterzeichnet, teilte das Ministerium in Warschau am Mittwoch mit. Die Grenzen zu Deutschland, Tschechien, zur Slowakei und zu Litauen können bis dahin nur an bestimmten Übergängen überquert werden.

Mitte März hatte die nationalkonservative Regierung in Warschau als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus beschlossen, die EU-Binnengrenzen für Ausländer zu schließen. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Für den Warenverkehr gibt es keine Begrenzungen. Polen, die aus dem Ausland zurückkehren, müssen für 14 Tage in Quarantäne.

21:39 Uhr – Düstere Aussicht für US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft steuert wegen der Coronavirus-Krise auf eine tiefe Rezession zu. Im ersten Quartal ging die Wirtschaftsleistung bereits deutlich zurück, obwohl sich die Pandemie erst im März zugespitzt hatte. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) warnte für das zweite Quartal vor einem noch "noch nie da gewesenen" Einbruch des Wirtschaftswachstums. Das genaue Ausmaß und die Dauer der Konjunkturdelle werde von der Eindämmung des Coronavirus abhängen, sagte Fed-Chef Jerome Powell.

Die USA steuerten auf eine Phase "bedeutend" höherer Arbeitslosigkeit und einer "bedeutend" geringeren Wirtschaftsleistung zu, sagte Powell vor Journalisten. Bis zu einer Erholung werde es "einige Zeit dauern". Gleichzeitig betonte er, dass der Ausblick vom Verlauf der Pandemie abhänge: "Wirtschaftsprognosen sind immer unsicher, aber heute sind sie ungewöhnlich unsicher, weil die Entwicklung der Wirtschaft in so hohem Maß vom Verlauf des Virus abhängt."

21:25 Uhr - Ansteckungsrate auf 0,75 gefallen

Das Robert Koch-Institut hat die Ermittlung der Ansteckungsrate mit dem neuen Coronavirus leicht geändert. Den am Mittwoch veröffentlichten RKI-Schätzungen zufolge liegt die sogenannte Reproduktionszahl bei 0,75 (Datenstand 29. April, 0.00 Uhr). Das bedeutet, 10 Infizierte stecken im Schnitt 7,5 Menschen an. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt somit leicht. Seit Mittwoch nutzt das RKI ein sogenanntes Vier-Tage-Mittel für die Schätzung der aktuellen Neuinfektionen und damit auch der Reproduktionszahl. Zuvor wurde ein Drei-Tage-Mittel genutzt.

Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3, in den vergangenen Tagen bei 0,9 bis 1 - jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

19:45 Uhr - Grundsätzliches Verbot von Gottesdiensten gekippt

Das Bundesverfassungsgericht untersagt ein prinzipielles Verbot von Gottesdiensten in Kirchen, Moscheen und Synagogen. Glaubensgemeinschaften müssen das Recht haben, in Ausnahmefällen Anträge auf Zulassung von Gottesdiensten zu stellen, entscheiden die Richter. Wenn Glaubensgemeinschaften auf gemeinsame Gesänge und Gebete verzichteten, Abstandregeln einhielten und das Infektionsrisiko als niedrig bewertet würde, könne der Gottesdienst nicht untersagt werden. Mit der Entscheidung hat der Eilantrag einer islamischen Glaubensgemeinschaft aus Niedersachen Erfolg.

19:35 Uhr - Flughafen Tegel schließt für zwei Monate

 aktuell: am 29.04.2020 Aufsichtsrat beschließt temporäre Schließung Flughafen Tegel Berlin Reinickendorf OT Tegel, Flughafen Berlin Tegel TXL Berlin *** aktuell am 29 04 2020 Supervisory Board decides on temporary closure of Tegel Berlin Reinickendo
Mit der Tegel-Schließung sollen rund 200.000 Euro täglich gespart werden.
© imago images/Jürgen Ritter, Jürgen Ritter via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Der Berliner Airport Tegel soll wegen der Coronavirus-Krise und des fast brachliegenden Flugbetriebs ab spätestens Juni für zwei Monate vorübergehend schließen. Der Aufsichtsrat des Flughafenbetreibers FBB habe dies mit großer Mehrheit entschieden, sagte FBB-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider am Mittwochabend. Die Gesellschafterversammlung - also die Eigentümer Berlin, Brandenburg und der Bund - habe sich in dieser Frage allerdings nach sehr langer Diskussion vertagt und werde in zwei Wochen erneut darüber beraten.

18:55 Uhr - Österreich rechnet mit baldiger Grenzöffnung zu Deutschland

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz geht davon aus, dass die Grenze zwischen Österreich und Deutschland bald wieder geöffnet wird. "Aus unserer Sicht ist es möglich, in absehbarer Zeit die Grenze zu Deutschland, aber auch zu anderen Nachbarländern, wo die Entwicklung ähnlich gut ist, zu öffnen", sagt er "Bild". Er sei sicher, dass Deutsche im Winter in Österreich wieder Skiurlaub machen könnten; auch einen Sommerurlaub hält er für "möglich".

18:45 Uhr – Großbritannien zählt neu: Rund 4.400 Corona-Tote mehr

April 23, 2020, London, England, United Kingdom: London Ronny Best's father works for St. Thomas' Hospital in London on the frontline of the fight against COVID 19. He joined paramedics and emergency services during a weekly tribute to frontline work
'Clap For Heroes' In London
© Paola Desiderio/ZUMA Wire / SplashNews.com

Die offizielle Zahl der Corona-Toten in Großbritannien ist am Mittwoch deutlich nach oben korrigiert worden auf 26.097. Am Dienstag waren es noch 21.678 Todesfälle – als rund 4.400 weniger. Wie britische Medien berichten, wurden nun auch Todesfälle in Pflegeheimen und Privathaushalten aus England und Wales dazu gezählt.

Die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson steht seit Wochen wegen ihrer Reaktion auf die Pandemie in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, viel zu lange mit den Maßnahmen zur Eindämmung gewartet zu haben. Zudem fehlt es an Schutzkleidung für das medizinische Personal. Auch das Ziel, bis Ende April jeden Tag 100.000 Menschen zu testen, dürfte nicht mehr zu schaffen sein.

Experten gehen inzwischen davon aus, dass das Land den Höhepunkt der Epidemie überschritten hat. Doch die täglich neu registrierten Sterbefälle sind weiterhin hoch. Bis Dienstagabend wurden 765 neue Todesfälle registriert.

18:25 Uhr – Schleswig-Holstein: Pflegeheime dürfen ab 4. Mai Besuch wieder zulassen

Das Besuchsverbot in Pflegeheimen in Schleswig-Holstein wird gelockert. Vom 4. Mai an können Pflegeeinrichtungen von einer weiteren Ausnahmemöglichkeit Gebrauch machen und unter strengen Hygieneanforderungen den Besuch einer Person für maximal zwei Stunden ermöglichen, wie Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Mittwoch nach einer Verständigung der Jamaika-Koalition mitteilte. "Neben dem Erfordernis, gerade alte Menschen in Pflegeheimen zu schützen, müssen diese auch vor Vereinsamung bewahrt werden", sagte Garg.

18:18 Uhr - Hoffnung auf Coronavirus-Medikament treibt Börsen nach oben

In der Hoffnung auf eine nahende Zulassung eines Medikamentes gegen das Coronavirus decken sich Anleger mit europäischen Aktien ein. Der Dax stieg am Mittwoch um 2,9 Prozent auf 11.107,74 Punkte, der EuroStoxx50 gewann 2,3 Prozent auf 2.999,54 Zähler. An der Wall Street rückte der US-Standardwerteindex Dow Jones gut zwei Prozent vor.

Der US-Pharmafirma Gilead zufolge zeigte das Medikament Remdesivir bei Tests an Corona-Patienten ermutigende Ergebnisse. "Je näher wir einem Wirkstoff oder einer Impfung kommen, desto schneller kann die Wirtschaft wieder hochgefahren werden und desto geringer ist die Gefahr einer zweiten oder dritten Infektionswelle", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Gilead-Aktien gewannen 4,7 Prozent auf 82,38 Dollar.

18:04 Uhr - Zweitwohnungen in Schleswig-Holstein ab 4. Mai wieder nutzbar

Zweitwohnungs-Besitzer im Norden dürfen von Montag an wieder ihre Feriendomizile in Schleswig-Holstein nutzen. Nach einem Beschluss der Jamaika-Koalition können ab dem 4. Mai auch wieder Dauercamper ins Land kommen und die Sportboothäfen öffnen, wie Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) am Mittwoch sagte.

17:38 Uhr – Köln will flächendeckend Tempo 30 einführen

Tempo 30 Zone auf der Herner Straße, zur Luftreinhaltung, in Bochum Riemke, Durchfahrtsverbot für LKW,
Reker bittet NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in einem Brief, die sogenannten Benutzungspflicht für Radwege aufzuheben.
© Jochen Tack

Zum Schutz vor dem Coronavirus fordert Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker flächendeckend Tempo 30 in der Innenstadt. Der Grund: Radfahrerinnen und Radfahrer könnten so gefahrlos auf Pkw-Spuren ausweichen, wenn es auf dem Radweg zu voll wird, um die Abstandsregeln einzuhalten. Deshalb bittet Reker NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in einem Brief, die sogenannten Benutzungspflicht für Radwege aufzuheben. Wegen der Pandemie seien ohnehin deutlich weniger Autos unterwegs, so Reker. Zudem solle nach dem Ende der Krise geprüft werden, welche der neu ausgewiesenen Radspuren beibehalten werden können.

Der Fahrradclub ADFC begrüßt den Vorstoß, schreibt der "WDR". Auf einem engen Fahrrad- oder Gehweg sei es kaum möglich, den vorgeschriebenen Abstand von eineinhalb Metern zu halten, heißt es. Der Autoklub ADAC kritisiert die Forderung hingegen. Der Verkehr müsse fließen, außerdem seien die Ampeln auf höhere Geschwindigkeiten programmiert.

Das NRW-Verkehrsministerium ließ eine RTL-Anfrage dazu zunächst unbeantwortet.

17:21 Uhr - Giffey startet Aktion gegen häusliche Gewalt - mit Supermärkten

Zusammen mit Supermärkten hat Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) am Mittwoch die bundesweite Aktion "Zuhause nicht sicher?" gegen häusliche Gewalt gestartet. "Gerade in der Corona-Zeit spielt sich bei den meisten Menschen fast das gesamte Leben zu Hause ab", sagte Giffey am Mittwoch. Sich im eigenen Zuhause nicht sicher zu fühlen, sei ein "unerträglicher Zustand".

In rund 26 000 Märkten sollen Menschen über Hilfsangebote informiert werden: auf Plakaten, Kassenbons und Eigenmarken der Unternehmen. "Bei der Information über diese Hilfsangebote spielen Supermärkte eine wichtige Rolle, denn sie gehören zu den wenigen öffentlichen Orten, die zurzeit regelmäßig aufgesucht werden", sagte Giffey. An der Aktion beteiligt sind die Einzelhandelsketten Aldi Nord und Süd, Edeka, Lidl, Netto, Penny, Real und Rewe.

17:10 Uhr – Studie: Merkel-Auftritte beeinflussen Konsumverhalten der Deutschen

Auftritte von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Corona-Krise beeinflussen einer Studie zufolge das Konsumverhalten der Deutschen. "Unsere empirischen Analysen liefern deutliche Hinweise darauf, dass politische Äußerungen, insbesondere von Angela Merkel, einen substanziellen Einfluss auf die Erwartungen und Konsumabsichten hatten", sagte Studienautor Peter Haan vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch. So sei die Konsumneigung der Bürger nach einer Pressekonferenz der Kanzlerin am 15. April um etwa ein Fünftel zurückgegangen, habe die Auswertung von Umfragedaten des Befragungsinstituts Civey ergeben. Gemessen an den geplanten außergewöhnlichen Ausgaben sei der Konsum von 2.990 auf durchschnittlich 2.327 Euro gesunken.

16:52 Uhr - Japan will Notstand um einen Monat verlängern

Die japanische Regierung will einer Zeitung zufolge den landesweiten Notstand um etwa einen Monat verlängern. Eine endgültige Entscheidung darüber werde am Freitag nach Beratungen mit Experten fallen, berichtet "Nikkei". Gegenwärtig soll der Notstand am 6. Mai auslaufen.

16:29 Uhr – Kurz kündigt „Comeback Österreichs“ und Steuerentlastungen an

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat in einer Pressekonferenz am Mittwoch das "wirtschaftliche Comeback Österreichs" angekündigt. Drei Ziele sollen nun umgesetzt werden, um den Wirtschaftsstandort zu stärken: Eine rasche Steuerentlastung für arbeitende Menschen, eine Entlastung für Unternehmen, um Arbeitsplätze zu schaffen sowie Investitionen in den Klimaschutz, die Digitalisierung und die Regionalisierung.

16:18 Uhr - UN-Behörde: Milliarden Schwarzarbeitern droht Verlust der Lebensgrundlage

Rund 1,6 Milliarden Arbeiterinnen und Arbeitern in der Schattenwirtschaft droht nach UN-Angaben wegen der Corona-Pandemie der Verlust ihrer Existenzgrundlage. Bereits im ersten Monat der Krise dürften die Löhne von insgesamt zwei Milliarden Menschen, die einer ungeregelten Arbeit ohne Sozial- und Krankenversicherung nachgingen, im Schnitt um etwa 60 Prozent eingebrochen sein, erklärte die Internationale Arbeitsorganisation (Ilo) am Mittwoch. "Kein Einkommen bedeutet kein Essen, keine Sicherheit und keine Zukunft." Zahllose Unternehmen rund um die Welt könnten kaum atmen. "Sie haben keine Ersparnisse oder Zugang zu Krediten. Wenn wir ihnen jetzt nicht helfen, werden sie einfach untergehen." Das würde sich massiv auf die Armut in der Welt auswirken.

Die Lage sei inzwischen schlimmer als noch vor drei Wochen angenommen, erklärte die Ilo. So gehe man jetzt davon aus, dass die Zahl der weltweit geleisteten Arbeitsstunden im zweiten Quartal um 10,5 Prozent unter der des letzten Vorkrisen-Quartals liegen werde. Das entspreche etwa 305 Millionen Vollzeit-Arbeitsplätzen. Grund für den Pessimismus seien die anhaltende Beschränkungen des öffentlichen Lebens sowie Büro- und Werksschließungen. Anfang Mai hatte die Ilo den Rückgang noch auf 6,7 Prozent geschätzt. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem die USA, Europa und Zentral-Asien.

16:10 Uhr - 93 Prozent waschen sich nach dem Heimkommen die Hände

Hygiene hat für die Deutschen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie stark an Bedeutung gewonnen. 93 Prozent der Deutschen waschen sich die Hände, wenn sie nach Haus kommen. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hervor, die am Mittwoch veröffentlich wurde. Im vergangenen Jahr waren es hingegen nur 71 Prozent.

Vor einer Mahlzeit suchen demnach nun 73 Prozent der Befragten das Waschbecken auf. Im Jahr 2019 waren es 65 Prozent. Bereits vor Einführung der Maskenpflicht nutzte jede vierte Frau und jeder fünfte Mann schon eine Gesichtsmaske. Jeder dritte Deutsche trägt nach der Forsa-Befragung gerade ein Desinfektionsspray mit sich. Im Jahr 2019 war es jeder Vierte. Auch die Zahl der Menschen, die Desinfektionstücher bei sich haben, nahm zu. Viele Menschen versuchen es zu vermeiden, Objekte wie Türklinken oder Schalter anzufassen.

15:54 Uhr – Proteste: Tourismusbranche fordert Rettungsschirm

 Mitarbeiter von Brandenburger Reisebüros demonstrieren für Staatshilfen aufgrund der Corona-Pandemie, Alter Markt, Potsdam, 29. April 2020. Brandenburg: Corona Reisebüro Demo *** Employees of Brandenburg travel agencies demonstrate for state aid due
In vielen deutschen Städten kamen am Mittwoch bis zu 50 Protestierende zusammen.
© imago images/Martin Müller, Martin Müller via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Mit Protesten haben bundesweit Mitarbeiter von Reisebüros und Reiseveranstaltern einen Rettungsschirm für die Branche gefordert. In vielen deutschen Städten kamen am Mittwoch bis zu 50 Protestierende zusammen und stellten Koffer, Sonnenschirme und Liegen auf.

Wegen der Pandemie und geschlossener Grenzen sind überall Buchungen eingebrochen - und noch ist unklar, ob man im Sommer in die Feriengebiete Europas fahren kann. Bei einer Unternehmensumfrage des Ifo-Instituts hatten Reisebüros und -veranstalter den größten Einbruch bei Kapazitätsauslastung und Umsatzentwicklung gemeldet.

Laut einer Umfrage des Deutschen Reiseverbands sehen sich 60 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Jedes fünfte Unternehmen musste demnach Mitarbeiter entlassen, 80 Prozent der Firmen mussten staatliche Hilfe beantragen. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hatte gesagt, längerfristig brauche die Branche wohl mehr Unterstützung. Die Bundesregierung hat umfassende Hilfsprogramme aufgelegt, um Jobs und Firmen zu schützen - und deutlich gemacht, bei Bedarf nachzulegen.

15:34 Uhr - Heil rechnet mit mehreren Millionen Kurzarbeitern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, SPD, aufgenommen vor Beginn einer Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt Berlin, 29.04.2020. Berlin Deutschland *** Federal Minister of Labour Hubertus Heil, SPD, recorded before the start of a cabinet meeting in th
. "Ich rechne damit, dass es durchaus mehrere Millionen Menschen sein werden", sagt der SPD-Politiker in Berlin.
© imago images/photothek, Janine Schmitz/photothek.net via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Kurzarbeit in Deutschland bricht nach Einschätzung von Arbeitsminister Hubertus Heil alle Rekorde. "Ich rechne damit, dass es durchaus mehrere Millionen Menschen sein werden", sagt der SPD-Politiker in Berlin. Bereits in März und April seien voraussichtlich "weit mehr Menschen" in Kurzarbeit gewesen als in der Krise 2009. Damals hatte es in der Spitze fast 1,5 Millionen Kurzarbeiter gegeben.

15:25 Uhr - Russland verlängert Einreiseverbot für Ausländer

Russland verlängert das Einreiseverbot für Ausländer auf unbestimmte Zeit - bis zu einer Besserung der Lage in der Corona-Pandemie. Ursprünglich sollten die Sperren nur bis zum Donnerstag gelten. Es sei nicht möglich, ein Datum für ein Ende der Einschränkungen zu nennen, sagte Regierungschef Michail Mischustin am Mittwoch in Moskau. Ausnahmen gebe es etwa für ausländische Spezialisten, die zur technischen Bedienung von Ausrüstungen nötig seien. Der Flugbetrieb mit dem Ausland ist weitgehend eingestellt.

In Russland gab es nach Behördenangaben vom Mittwoch erstmals an einem Tag mehr als 100 Tote nach einer Coronavirus-Infektion. Bisher starben 972 Menschen mit dem Virus. Die Zahl der Neuinfektionen stieg um 5.841. Auch in Russland sei inzwischen die Marke von 100.000 geknackt, hieß es. In keinem anderen Land steigen die Zahlen der Neuinfektionen so rasant und stark wie in Russland. Das Land hat mehr Fälle als China - bei einer vergleichsweise niedrigen Todesrate.

14:30 Uhr- Kurz: Österreich setzt weiter auf Grenzöffnung

Österreich bleibt zuversichtlich, dass die Grenze zwischen der Alpenrepublik und Deutschland in absehbarer Zeit für Touristen und andere Reisende geöffnet wird. Das Ziel müsse trotz Corona-Gefahr sein, dass auch die Reisefreiheit wieder gewährt werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch in Wien. Die Ansteckungszahlen in Österreich seien inzwischen deutlich niedriger als in einigen Teilen Deutschlands. "Ich gehe davon aus, dass es hier gelingen kann, dass in den nächsten Wochen entsprechende Schritte stattfinden, weil es schlicht und ergreifend auch sachlich gut begründbar ist", sagte Kurz.  

14:00 Uhr - Heftiger Corona-Ausbruch in deutschem Schlachthof: Mehr als 200 Arbeiter infiziert

Mehr als 200 rumänische Arbeiter eines Schlachthofs im baden-württembergischen Birkenfeld haben sich nach Angaben der Regierung in Bukarest mit dem Coronavirus infiziert. Bei ihnen handle es sich nicht um Saisonarbeiter, sondern um Beschäftigte von Subunternehmen des deutschen Fleischbetriebs, teilte das Außenministerium mit. Insgesamt seien in dem Schlachthof 500 Rumänen beschäftigt. Neben den Rumänen sind noch rund hundert weitere dortige Arbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.

13:20 Uhr – Gesundheitsminister Spahn stellt zweites Pandemieschutzgesetz vor

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will in Pflegeheimen verstärkt auch ohne Covid-19-Symptome testen lassen. Dies werde mit dem am Vormittag vom Kabinett gebilligten zweiten Pandemieschutzgesetz ermöglicht, teilt der CDU-Politiker vor der Presse mit. Zudem werden Labore verpflichtet, künftig auch negative Testergebnisse zu melden. Die Gesundheitsämter müssen auch übermitteln, wenn jemand genesen ist. Derzeit seien gut 157.000 Infektionsfälle in Deutschland gemeldet, davon rund 120.000 genesen, sagt Spahn. Akut infiziert seien rund 37.000: "Seit dem 12.4. sinkt die Zahl der akut Infizierten Tag um Tag."

12:50 – Außenminister Maas: „Es nützt nichts in ein Land zu fahren, wenn man erst 14 Tage in Quarantäne muss.“

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich zur Verlängerung der Reisewarnung bis zum 14. Juni geäußert. Man könne derzeit einfach nicht sorgenlos verreisen. Außerdem gebe es in jedem Land unterschiedliche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus: "Es nützt nichts in ein Land zu fahren, wenn man erst 14 Tage in Quarantäne muss." Eine Prognose für die Sommerferien 2020 wollte er noch nicht geben. Niemand könne versprechen, dass die Warnung danach aufgehoben werden könne, sagte der SPD-Politiker. Er sei im Gespräch mit den Außenministern der anderen EU-Staaten. "Eine europäische Lösung wäre wünschenswert." Aufgrund der unterschiedlichen Verläufe der Pandemie sei aber auch nicht auszuschließen, dass es bei der Reisewarnung zu Differenzierungen kommen werde. Was die Bewegungsfreiheit in Deutschland betreffe, so werde die Bundesregierung darüber am 6. Mai mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten.

12:35 Uhr – Änderungen beim Corona-Bonus für Pflegekräfte

Beim geplanten Corona-Bonus für Pflegekräfte sieht der Beschluss des Kabinetts einige Änderungen an bisherigen Plänen vor. So sollen alle Beschäftigten in der Altenpflege für dieses Jahr einen gestaffelten Anspruch auf eine einmalige Prämie von bis zu 1000 Euro erhalten. Die Kosten übernimmt zunächst die Pflegeversicherung. In der zweiten Jahreshälfte soll der Bund dann festlegen, in welchem Umfang es Bundeszuschüsse gibt. Länder und Pflege-Arbeitgeber sollen den Bonus ergänzend zum Beispiel bis auf 1500 Euro aufstocken können.

12:20 Uhr - Kabinett ebnet Weg für mehr Corona-Tests

Angesichts der Corona-Epidemie sollen Tests auf das Virus deutlich ausgeweitet werden. Das sieht ein Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat. Auch im Umfeld besonders gefährdeter Menschen etwa in Pflegeheimen soll damit verstärkt getestet werden können. Möglich werden sollen außerdem Tests auf Kassenkosten, auch wenn jemand keine Symptome zeigt. Ärzte und Labore sollen künftig auch negative Testergebnisse und genesene Fälle melden müssen.

11:28 Uhr - Deutsche Bank-Chef: Kunden müssen keine Angst um ihr Geld haben

Im Gespräch mit Ntv am Mittwochmorgen findet der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Christian Sewing für alle Kunden beruhigende Worte. Niemand müsste Angst haben, dass sein Geld bei der Deutschen Bank in der Corona-Krise nicht sicher ist: "Die Kunden müssen wirklich keine Angst haben, nicht nur wegen der Bilanzqualität, sondern insbesondere auf der Liquiditätsseite der Bank." Die Deutsche Bank habe über 200 Milliarden Euro freie Liquidität und sei robust.

10:45 Uhr - Kabinett verlängert weltweite Reisewarnung bis Mitte Juni

Das Bundeskabinett hat die weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni verlängert. Erst dann soll über die Sommerferien entschieden werden, entschied das Kabinett am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen. Bisher galt die Reisewarnung bis Anfang Mai. Das Auswärtige Amt hatte einen entsprechenden Vorschlag gemacht. Außenminister Heiko Maas hatte in den vergangenen Tagen mehrfach gewarnt, dass es einen Sommerurlaub nach früheren Maßstäben in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht geben könne.

Die Reisewarnung wird vor allem damit begründet, dass in den nächsten Wochen keine normalen Reisen ins Ausland möglich seien. Es müsse weiterhin mit drastischen Einschränkungen im internationalen Luftverkehr und weltweiten Einreisesperren oder Quarantäneregelungen gerechnet werden. Maas hatte gewarnt, dass die Bundesregierung eine Rückholaktion für gestrandete Urlauber im Ausland nicht noch einmal wiederholen könne. Das Auswärtige hatte am 17. März erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine weltweite Reisewarnung für alle nicht notwendigen touristischen Reisen erlassen. Die Tourismusbranche sieht die allgemeine Reisewarnung kritisch.

10:05 Uhr - Tourismusbeauftragter: In diesem Jahr ist Heimaturlaub angesagt

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, geht davon aus, dass auf absehbare Zeit keine Fernreisen möglich sein werden. "Fernreisen werden sicherlich auf eine gewisse absehbare Zeit nicht stattfinden", sagte der CDU-Politiker in der ARD. "Wir hoffen zwar, dass, wenn die Gesundheit es zulässt, die Reisebeschränkungen Schritt für Schritt wieder zurückgenommen werden können und wir wenigstens in Europa jetzt schnell wieder reisen können. Aber das Ganze geht wirklich nur langsam voran und ich glaub, dass dieses Jahr wirklich Heimaturlaub angesagt ist."

09:55 Uhr - Wegen Corona-Krise: Streaming-Filme einmalig für Oscars zugelassen

Wegen der Coronavirus-Pandemie können in diesem Jahr auch Filme in die Oscar-Auswahl kommen, die nie im Kino waren, sondern ausschließlich bei Streaming-Diensten zu sehen sind. Das teilte die Academy in der Nacht zum Mittwoch in Los Angeles mit. Normalerweise muss ein Film an mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einem Kino in Los Angeles zu sehen sein, um für eine Nominierung für die Filmpreise infrage zu kommen. Alle Kinos in Los Angeles sind aber seit mehr als einem Monat wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Streaming-Dienste wie Netflix hatten bisher ihre Exklusiv-Produktionen zumindest in wenige Kinos gebracht, damit sie ins Rennen für einen Oscar gehen konnten.

09:30 Uhr – Künstler erhalten Corona-Ausfallhonorar

Die vom Bund geförderten Kulturinstitutionen werden dem RBB zufolge Künstlern bis zu 60 Prozent ihrer Gage als Ausfallhonorar zahlen, wenn die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Wie der Sender berichtet, gab dies Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) im RBB Inforadio bekannt. Voraussetzung für die Zahlung des Ausfallhonorars sei, dass der Vertrag bis zum 15. März geschlossen wurde. Bei Honoraren bis zu 1000 Euro pro Veranstaltung würden 60 Prozent als Ausfallhonorar gezahlt, bei Gagen darüber seien es 40 Prozent. Die Höchstgrenze liege bei 2.500 Euro.

08:56 Uhr – Bundesregierung rechnet mit schwerer Rezession

Die Bundesregierung rechnet infolge der Corona-Krise mit einer schweren Rezession in Deutschland. Sie erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt. Dies wäre ein stärkerer Wirtschaftseinbruch als in der weltweiten Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. Erst 2022 wird laut Prognose das Niveau vor der Corona-Krise erreicht werden. Viele Branchen sind von den massiven Beschränkungen im Kampf gegen das Virus schwer betroffen - etwa die Luftverkehrs - und Reisewirtschaft, Hotels und Gaststätten, aber auch das Handwerk und die Industrie. Aufträge und Umsätze sind weggebrochen. Die Bundesregierung hatte umfassende Hilfsprogramme aufgelegt, um Jobs und Firmen zu schützen - und deutlich gemacht, bei Bedarf noch einmal nachzulegen.

08:20 Uhr – Polen lockern Corona-Maßnahmen und öffnen bald wieder Hotels

In Polen dürfen Hotels in den Sommerferien wieder öffnen. Das teilt Regierungssprecher Piotr Müller im staatlichen Rundfunk mit. Im Laufe des Tages will die Regierung bekanntgeben, wie mögliche weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen aussehen könnten.

07:40 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Deutschland und der Welt

Land Infizierte Tote
Weltweit  3.116.992 217.183
USA 1.012.583 58.355
Spanien 232.128 23.822
Italien 201.505 27.359
Frankreich  169.053 23.660
Großbritannien 162.350 21.678
Deutschland 159.912 6.314
Türkei  114.653 2.992

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen steigt weltweit weiter an. Laut John Hopkins Universität haben sich alleine in den USA über eine Million Menschen infiziert, das sind allein ein Drittel der weltweit Coronavirus-Infizierten.

Die Zahl der Todesopfer in den USA durch das neuartige Coronavirus hat nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen die Zahl der während des Vietnamkriegs getöteten US-Bürger überschritten. Bislang starben 58.355 Menschen in den USA nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Während des Vietnamkrieges wurden laut dem US-Nationalarchiv 58.220 US-Bürger getötet. 

07:15 Uhr - Bundesregierung will Reisewarnung verlängern

Die bisher gültige Reisewarnung soll weiter verlängert werden – und zwar mindestens bis zum 14. Juni. Das berichtete der 'Spiegel' unter Berufung auf einen entsprechenden Beschlussvorschlag, den das Auswärtige Amt (AA) kurz vor der Kabinettssitzung unter den Bundesministerien abgestimmt habe. Vor dem angepeilten Termin solle die Lage noch einmal neu bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen. Die Verlängerung soll laut 'Spiegel' an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden. Dem Bericht zufolge lässt das Papier aus dem Auswärtigen Amt allerdings offen, ob Urlaubsreisen während der Sommerferien möglich sein werden, die in manchen Bundesländern schon Ende Juni beginnen.

07:00 Uhr – Ablehnung von Geisterspielen: Mehrheit gegen Corona-Tests für Fußballprofis

Die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga inmitten der Corona-Pandemie mit sogenannten Geisterspielen wird von einem Großteil der Deutschen abgelehnt. 46 Prozent finden den Plan der Deutschen Fußball Liga (DFL), möglichst bald die noch neun ausstehenden Saison-Spieltage in Stadien ohne Zuschauer zu absolvieren, nicht richtig. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. 34 Prozent der Befragten sprachen sich hingegen für die Geisterspiele aus.

Noch größeren Widerspruch gibt es gegen die Bereitstellung von rund 20 000 Corona-Tests für die Beteiligten an den Geisterspielen. 58 Prozent lehnen dies ab, nur 22 Prozent befürworten die geplante Maßnahme. Die DFL hatte zuletzt mehrfach betont, dass die regelmäßigen Tests der Fußball-Profis keine Verknappung für Risikogruppen oder sonstige Gesellschaftsgruppen zur Folge hätten. Die vorhandenen Testkapazitäten würden nach Aussage mehrerer Labors ohnehin nicht ausgeschöpft.

06:30 Uhr – Nächstes Corona-Paket: Mehr Tests, mehr Hilfen für Arbeitnehmer

Mehr Tests, mehr Unterstützung für Arbeitnehmer, mehr Vorsorge schon für die nächste Grippe-Saison: Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch weitere Hilfsmaßnahmen auf den Weg bringen, um Folgen der Corona-Krise auf breiter Front abzumildern.

TESTS: Labore quer durch die Republik werten seit Wochen schon Hunderttausende Corona-Tests aus. Nun soll die Grundlage für noch mehr Tests geschaffen werden, die die gesetzlichen Kassen bezahlen - ausdrücklich auch für Reihenuntersuchungen zum besseren Schutz von Pflegekräften und Pflegebedürftigen.

MELDEPFLICHTEN: Labore und Ärzte sollen den Gesundheitsämtern künftig nicht mehr nur Verdachtsfälle einer Infektion, bestätigte Fälle und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 melden müssen - sondern auch negative Testergebnisse und wieder genesene Fälle. Ziel ist, einen besseren Überblick über die Entwicklung der Epidemie zu bekommen.

PFLEGE: Die Regierung will die Kosten teilen, damit Pflegekräfte einen Corona-Bonus von bis zu 1500 Euro bekommen können: ein Drittel sollen die Länder und die Arbeitgeber übernehmen, zwei Drittel die Pflegekassen - jedoch soll in der zweiten Jahreshälfte auch noch über einen Bundeszuschuss entschieden werden. An dem Plan gibt es Kritik.

ARBEITNEHMER: Arbeitsminister Heil legt ein Gesetzespaket vor, das Beschäftigten in der Krise helfen soll. Unter anderem soll nach einem Beschluss der Koalitionsspitzen das Kurzarbeitergeld bei längerem Bezug befristet auf bis zu 80 Prozent des letzten Nettolohns erhöht werden - bei Menschen mit Kindern auf bis zu 87 Prozent. Bisher sind es 60 oder 67 Prozent. Arbeitslosengeld soll länger zu bekommen sein.

05:10 Uhr – Ab heute deutschlandweite Maskenpflicht

Ab heute gilt in Schleswig-Holstein Maskenpflicht beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen. Schleswig-Holstein ist das letzte Bundesland, in dem eine Maskenpflicht für Bus und Bahn gilt. Beim Einkaufen zieht auch Berlin erst seit heute nach. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind im Norden unter anderem Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr, das Fahrpersonal in Bussen, Bahnen und Schiffen sowie Taxifahrer. Professionelle Schutzmasken sollen als knappes Gut dem medizinischen Bereich und der Pflege vorbehalten bleiben, hatte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) angekündigt. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung solle dazu beitragen, schrittweise wieder ins öffentliche Leben zurückkehren zu können. Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ist laut Landesregierung bisher nicht vorgesehen.

03:50 Uhr – Hund in USA mit Coronavirus infiziert

Ein Mops ist in den USA mit dem Coronavirus infiziert. Das Tier sei der erste Hund in den Vereinigten Staaten, bei dem die Atemwegserkrankung COVID-19 diagnostiziert wurde, wie die American Humane Society mitteilt. Der Hund habe sich offenbar bei der Mutter, dem Vater oder dem Sohn im Haushalt angesteckt, die alle positiv auf das Virus getestet haben, sagt eine Sprecherin der Humane Society.

Anfang letzten Monats teilten die Gesundheitsbehörden in Hongkong mit, dass der Hund eines Coronavirus-Patienten, der positiv auf das Virus getestet wurde, "wahrscheinlich" der erste Fall der Übertragung von Mensch zu Tier sei. Seitdem wurden mehrere Fälle bei Katzen gemeldet. Gesundheitsbehörden warnten infolge der Infektionen bei Katzen, dass es keine Beweise dafür gebe, dass Haustiere das Virus auf den Menschen übertragen könnten.

03:00 Uhr – Coronavirus-Infektionen in China steigen wieder

China meldet 22 neue Coronavirus-Fälle, gegenüber 6 am Vortag. Die Nationale Gesundheitskommission erklärt, dass die Zahl der eingeschleppten Fälle von Reisenden aus Übersee von 3 einen Tag zuvor auf 21 gestiegen sei. Damit liegt die Gesamtzahl der COVID-19-Infektionen nach offiziellen Angaben bei 82.858. Die Gesamtzahl der Todesfälle auf dem Festland durch COVID-19 bleibt laut Gesundheitskommission unverändert bei 4.633.

00:40 Uhr - Deutschland reduziert wegen Corona-Krise Grenzbeamte im Ausland

Die Kontrolle der EU-Außengrenzen durch die EU-Grenzagentur Frontex ist in der Folge der Corona-Pandemie deutlich ausgedünnt worden. "Deutschland hat in enger Abstimmung mit Frontex und den jeweiligen Einsatzmitgliedstaaten ab Mitte März 2020 begonnen, Einsatzkräfte sukzessive aus Italien, Spanien, Bulgarien und Albanien zurückzuholen", heißt es in einer der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken. Schwerpunktmaßnahmen zu Land und in der Luft wurden außerhalb Griechenlands "bis auf weiteres ausgesetzt", heißt es in dem Schreiben weiter. Die Linke begrüßte die Entscheidung und verlangte, sie als "Chance zur Neubestimmung der EU-Migrationspolitik" zu begreifen. "Die Kritik einer Festung Europa gehört zur DNA unserer Partei, wir fordern deshalb die Auflösung der EU-Grenzagentur", sagte der europapolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Andrej Hunko.

Alle Meldungen vom 28. April 2020

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