Friseurin kämpft gegen BehördenwahnsinnBerivan darf Steuern zahlen, aber nicht heiraten

Ist sie Türkin oder Deutsche?
Berivan Kurt wird hier geboren, geht zur Schule und arbeitet in Niedersachsen als Friseurin. Doch den Behörden reicht das nicht, es fehlen wichtige Unterlagen für eine offizielle Einbürgerung. Sie selbst weiß nicht mehr weiter.
Ein fataler Fehler
„Ich hatte von Geburt an die türkische Staatsbürgerschaft“, erklärt die 29-Jährige. Doch dabei bleibt es nicht. Denn Berivan Kurt wird als Kind kurdischer Einwanderer in Deutschland geboren. Bis zu ihrem 18. Geburtstag hätten ihre Eltern sie aber in der Türkei nachregistrieren lassen müssen. Doch das tun sie nicht. Und damit erlischt bei den türkischen Behörden Berivans Staatsangehörigkeit mit der Volljährigkeit. Einen türkischen Pass besitzt sie deshalb nicht. Doch diesen braucht die junge Friseurin für eine Einbürgerung bei den deutschen Behörden.
Niemand will sie so richtig
„Ich darf arbeiten, ich darf Steuern zahlen. Ich darf nicht heiraten. So was wie Kredite aufnehmen darf ich auch nicht“, erzählt sie RTL im Interview.
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Die Zwickmühle: Für die Türkei ist Berivan Deutsche, auch aufgrund ihrer Geburtsurkunde. Man verweigert ihr die Nachregistrierung und damit auch den notwendigen Pass. Für die deutschen Behörden ist sie deshalb Türkin mit einem Aufenthaltstitel. Damit wird Berivan zur Fremden im eigenen Land. Das macht sie traurig: „Man fühlt sich nicht zugehörig, obwohl ich Deutschland als meine Heimat empfinde.“
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Berivan will weiterkämpfen
Auch ihre Schwester Merivan leidet unter dem gleichen Problem. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin in Leipzig und scheitert an den gleichen Hürden. Unter anderem wurde den Schwestern vom türkischen Konsulat angeblich vorgeschlagen, dass ihre Eltern in der Türkei heiraten sollen. Dabei sind diese schon lange geschieden. Doch ein Gespräch mit dem für Berivan Kurt zuständigen Landkreis Diepholz macht der jungen Frau neue Hoffnung.

Anwalt oder Eltern-Pässe
Sie könne mithilfe der Pässe ihrer Eltern die Nachregistrierung in der Türkei umgehen. Doch Berivan zweifelt daran, denn auch ihre Eltern haben die türkischen Pässe nicht mehr. Ihr bleibt noch der Weg über einen sogenannten Vertrauensanwalt, der in der Türkei die rechtlichen Schritte einleiten soll. Die Behörden machen ihr Mut: Über diesen Weg würden viele die Einbürgerung schließlich schaffen. „Ich bin froh, dass mir zwei Wege aufgezeigt worden sind. Ich werde auf jeden Fall dranbleiben und hoffe, dass es klappt.“ Berivan bleibt also hoffnungsvoll. Allein im Landkreis Diepholz werden jährlich 800 Menschen eingebürgert.
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche

