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Zum Tag der Deutschen Einheit: Die Hansestadt lädt Deutschland ein – Wie aufgeregt sind Sie, Bürgermeister Bovenschulte?
Video lädt...
Bremen wird in den kommenden Tagen zur großen Bühne für ganz Deutschland: Am 3. Oktober wird hier der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Doch was ist eigentlich alles geplant und was bedeutet die Einheit heute noch für Bremen? Die Antworten des Bremer Bürgermeisters seht ihr hier im Video.
Ja, da hat sich Bremen als Gastgeber der Feierlichkeiten doch einiges vorgenommen an diesem Wochenende. Und ich könnte mir vorstellen, dass der Bürgermeister der Stadt auch ein bisschen aufgeregt ist. Aber fragen wir ihn doch am besten selbst. Hallo Herr Bovenschulte!
Moin.
Schön, dass Sie Zeit haben trotz Terminstress. Und es wird ja richtig voll werden an diesem Wochenende.
Das Wetter jedenfalls spielt mit. Wir haben ein tolles Programm.
Das haben Sie bestellt? Das ist schon mal erfüllt.
Das Wetter bestellt und das ist immer das Schwierigste. Aber es hat geklappt.
Ja, und dann kommen auch noch über 400.000 Besucher. Und da frage ich mich, Was bedeutet das persönlich für Sie? So ein großes Fest auszurichten? Sind Sie vielleicht doch ein bisschen nervös?
Na ja, ein bisschen aufgeregt ist man. Das kennt man. Wenn man zu Hause eine Fete macht, dann. Man bereitet alles vor. Man weiß auch, es kommen viele, viele nette Leute. Aber ein bisschen aufgeregt ist man, bis die Sache dann in Gang ist. Und so ist das jetzt auch. Ich meine, das ist eine richtig große Sache. Rund 800 Veranstaltungen, eine Ländermeile am Osterdeich, große Veranstaltungsaufbau und am Weser Schon in der Innenstadt informieren wir über all das, was Bremen ausmacht. Das wird schon eine große Feier und eine fröhliche und ausgelassene, hoffe ich.
Und das Motto lautet Ja "Viele stärken ein Land". Was ist denn bei Bremen so das große Thema beim Zusammenhalt? Wovon können da vielleicht noch andere Regionen von Bremen lernen?
Meine feste Überzeugung ist ja Stärke entsteht nicht aus Gleichförmigkeit, sondern dass Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, unterschiedlichen Perspektiven, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Sichtweisen zusammenwirken. Das haben ja unsere Bremer Stadtmusikanten gemacht. Vier Esel zusammen hätten es nicht gebracht, sondern Esel, Hund, Katze und Hahn haben erst zusammen die Räuber verjagen können. Und ich glaube, davon kann man lernen. Und so ist es in Bremen auch. Wir haben kulturelle Stärken, unglaublich tolle kulturelle Szene, viele Menschen, die im sozialen Bereich engagieren. Aber wir sind auch Weltraumstadt Nummer eins. Wir sind in der Technologie ganz weit vorne. Und insofern würde ich das gerne alles zusammen gedacht sehen. Und dann kommt noch unsere maritime Tradition dazu. Und all das wollen wir zeigen. Und denken. Das bringt zum Ausdruck. Viele stärken ein Land.
Nun gibt es ja durchaus auch kritische Stimmen, die sagen Ja, so richtig hat das mit dem Zusammenwachsen nach dem Mauerfall nicht geklappt. Gibt es denn ein Thema, bei dem Sie sagen Genau das verbindet die Menschen in Ost und West? Auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung?
Ich denke, das ist immer ein bisschen auch eine Frage der Erwartungshaltung. Wenn ich mir überlege, wie die Situation vor 36 Jahren war und ich bin häufiger nach dem Fall der Mauer auch unterwegs gewesen, insbesondere in Mecklenburg Vorpommern. Wenn ich das jetzt vergleiche, wie die Situation jetzt, die Lebensverhältnisse, da muss man eindeutig sagen, das hat sich ganz stark angeglichen und gemeinsam entwickelt. Und natürlich gibt es noch Herausforderungen und Probleme. Und viele Menschen im Osten haben das ihr Leben plötzlich vollständig auf den Kopf gestellt, wurde auch als Bruch mit der eigenen Biografie erlebt und häufig genug auch als geringe Wertschätzung und Demütigung. Aber dass viel erreicht wurde, glaube ich, ist unbestreitbar, dass es auch noch viele Herausforderungen gibt und Probleme ist genauso unbestreitbar. Aber das ist ja immer im Leben so, es ist nie perfekt, sondern es gibt immer neue Dinge anzupacken und zu lösen.
Und die vielen kleinen Erfolge werden ja auch heute gefeiert und morgen und übermorgen. Sie haben natürlich zig Verpflichtungen, aber wenn Sie frei wählen könnten, was würden Sie sich denn am allerliebsten anschauen oder anhören?
Ich würde am liebsten alle Programme auf allen Bühnen mir angucken. Ich würde richtig viel Zeit auf der Ländermeile bei all den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern verbringen in unseren Bremen Welten Wissenschaft, Luft und Raumfahrthafen und Maritimes und viele, viele mehr. Das würde ich mir richtig gerne angucken, bis hin zur Überseeinsel mit seinen großen städtebaulichen Projekten oder hier in der Innenstadt. Aber ich werde selber nur einen Bruchteil schaffen. Deshalb haben wir ja so viele Gäste. Hoffentlich, sodass alle genug, sage ich mal, Besucherinnen und Besucher haben. Allein werde ich das nicht hinkriegen.
Wir wünschen auf jeden Fall viel Erfolg. Vielleicht ja auch ein bisschen Spaß dabei. Und vielen Dank für das Gespräch.
Das werden wir haben. Herzlichen Dank!
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