Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat vor Kurzem diese aktualisierte Broschüre rausgebracht:
,,Also ich nehme mir schon ganz lange vor endlich diesen Krisenvorrat anzulegen und ich schiebe es immer auf die lange Bank, aber damit ist jetzt Schluss ich gehe jetzt einkaufen und lege mir diesen Vorrat an und ich bin selbst ganz gespannt was ich so brauchen könnte."
Die Empfehlung lautet unter anderem: Wasser, Lebensmittel und alle anderen wichtigen Dinge für mindestens 3 besser 10 Tage auf Vorrat zu haben.Nicht nur in dieser Broschüre gibt’s die gesammelten Infos für den Ernstfall auch online auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist alles digital zusammengefasst. Als allererstes checke ich aber mal meine NINA Warnapp.
,,Also über die NINA Warnapp erhält man Mitteilungen mit so einem ganz prägnanten Signalton, das können etwa extrem Wetterlagen…da stehen Kontaktdaten drinnen an wen man sich wenden kann, da sind noch mal alle Informationen zusammengefasst, die sollte man sich wirklich runterladen das sind ein paar Klicks, das kostet nichts und dann ist man wirklich gut informiert im Fall der Fälle."
Mit diesem Vorratsrechner kann ich mir den genauen Bedarf an Lebensmitteln kalkulieren lassen.
,,Wie viele Leute sind in meinem Haushalt und drei Tage…und da kommt dann raus, dass man alleine 18 Liter an Getränken bräuchte als Wasser. Theoretisch ist Wasser im Ernstfall weg…es kann sein ich dreh den Wasserhahn an oder drück die Klospülung und dann kommt da nix. Das ist für mich so die schlimmste Vorstellung//Und dann ist es sicher besser davon mehr zu haben."
Auch eine übersichtliche Checkliste lässt sich für den Vorrat ausdrucken. Also erstmal auf zum Supermarkt.
Als erstes kommt Wasser in den Einkaufswagen. Dann suche ich vor allem nach haltbaren Lebensmitteln.
"Diese Konserven hier halten sich sogar drei Jahre. Ich hab jetzt nicht so Lust diesen Vorrat alle paar Monate anzufassen, also wenn ich den habe soll der bitte auch halten."
Ravioli, Suppen, Dosenfisch und Marmelade. Zugegeben: Frisch ist das ganze nicht, aber im Notfall ist man da sicher pragmatich.
Ein bisschen Genuss darf aber sein:
,,Ich brauche auf jeden Fall Brösselkaffee, weil egal welche Weltsituation ich würde mir gerne einen Kaffee kochen. Theoretisch wenn man ein Tier hat, dann muss man dafür auch Vorräte kaufen, ich hab jetzt keines, daher fällt es weg. Aber das darf man theoretisch nicht vergessen."
An der Kasse zeigt sich: So ein Notfallpolster ist nicht wirklich ein Schnäppchen. Mehr als 70 Euro bezahle ich hier. Und wie halten es diese Bremer und Bremerinnen denn mit ihrem Vorrat?
,,Ich fühle mich noch nicht soweit, dass ich mich bevorraten müsste…"
,,Ich hab schon mal drüber nachgedacht…letzten Winter hab ich das gemacht. Da hab ich mir sogar Notfallbrot schicken lassen…das hab ich mir schicken lassen. Ausm Internet. Das hat auch sehr sehr lange gehalten. Aber diesen Winter nicht. Ich glaub der Putin wird uns nix tun. // Ich muss bestimmte Medikamente nehmen. ich hab die inzwischen schon so ne Notfalltasche, dass wenn doch noch mal was ist ich einfach so los kann."
,,Ich sorge immer dafür, dass ich immer genügend habe. Haben SIe schon mal von der Empfehlung gehört Wir haben immer alles im Vorrat da."
,,Haben wir noch nicht. Haben wir dran gedacht….Noch nicht? Ja man wird ja nachdenklich…was alles passieren kann…"
Nur Timo Paprycka hat einen echten Notfallvorrat:
,,Ich tippe mal so 2-3 Wochen. Wir haben immer mehrere Kisten Wasser…Nudeln, Reis, Kartoffeln…Da wir in der Baubranche tätig sind haben wir auch ein Notstromaggregat von der Firma aus, was wir mitnutzen dürften. Da wären wir autark."
Frauke Koppelin weiß, wie wichtig genau das ist:
Seit 2020 arbeitet sie und mit ihrem Team an LifeGrid - ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes Verbundprojekt im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“.
,,Das Projekt ist insofern total besonders, dass wir für den Landkreis Wesermarsch Lösungen entwickeln und gerade in die Umsetzung bringen wie man in einer Katastrophe also mit langanhaltendem Stromausfall nach einem Hochwasserereignis Menschen besser vorbereiten kann auf die Krise/Katastrophe und wir adresseieren und das ist das besondere Menschen mit Hilfe-und Pflegebedarf."
Der Landkreis Wesermarsch droht nach massiven Regenfällen nämlich vollzulaufen wie eine Badewanne. Deshalb soll mit LifeGrid herausgefunden werden, wie die Bevölkerung schon im Verfeld besser geschult werden kann.
,,Jetzt können mit unserer Unterstützung mit Alten und Pflegeheime tatsächlich auf ihre Notrstromversorgung im Fall der Fälle zurückgreifen, sie wissen aber auch durch Evakuierungspläne was zu tun ist. Und die Bevölkerung weiß auch dank unserer Broschüre wie sie sich vorbereiten können und was sie in einer Krise zu tun haben."
Umso wichtiger ist es, sich selbst, als Familie oder Nachbarschaft vorzubereiten, um im Zweifel kritische Infrastruktur zu entlasten. Ein gutes Beispiel war laut Koppelin der aktuelle Stromausfall in Berlin.
,,Wir sind verpflichtet dazu es zu tun. Punkt. Wirklich verpflichtet es zu tun. Wir gucken nach Berlin, die Bürgerinnen und Bürger waren auf sich allein gestellt, sie wollen das Telefon nehmen, es funktioniert nicht. Sie wollen Tanken gehen, funktioniert nicht, sie wollen tanken gehen, funktioniert nicht. Es funktioniert gar nichts mehr. Damit wollen wir keine Angst machen doch die Verpflichtung sollte jeder ernst nehmen um sich vorzubereiten."
Auch der Bau eines Katastrophenschutzzentrums ist bereits in Planung.
Da kommt mir mein Einkauf jetzt noch viel vernünftiger vor. Ab in eine Kiste damit. Aber zwei wichtige Sachen fehlen noch:
,,Ein super wichtiges Produkt von der Checkliste…wenn wirklich der Strom weg ist und man nix mehr laden kann, dann kann man hier mit der Kurbel das Radio aufladen, es hat auch so ein kleines Solar Panel und eine Taschenlampe. Und so kann ich dann trotzdem an Informationen kommen."
Zum Kochen habe ich noch einen Gaskocher mit einzelnen Kartuschen besorgt. Auch der Medikamentenvorrat muss durchgearbeitet werden. Hier unbedingt auch auf das Haltbarkeitsdatum achten.
,,Wenn jetzt jemand chronisch krank ist und dringend bestimmte Medikamete regelmäßig braucht dann sollte man schon gucken, ist mein Vorrat so, dass ich auch ein paar Tage ohne Arzt oder Apotheke auskommen könnte."
Die Checkliste habe ich also schon ganz gut durchgearbeitet. Nun ab mit den Vorräten auf den Dachboden. Im besten Fall, werde ich sie nie brauchen.