Der Arbeitsalltag dieser Mitarbeitenden wird sich verändern. Wenn die Produktion des VW T-Roc Cabrios Ende nächsten Jahres ausläuft, sollen hier in Osnabrück Luftverteidigungssysteme vom Band laufen.
„Das ist eine starke Perspektive für die Menschen hier vor Ort und zugleich ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit Deutschlands und Europas. (...) Volkswagen übernimmt Verantwortung. Wir haben Know How in Entwicklung und Produktion, automatisierte Anlagentechnik und vor allem hochqualifizierte Menschen."
Das Werk als Automobilstandort zu halten ist nicht geglückt. Waffen statt Fahrzeuge heißt künftig die Devise.
„Also es ist ein bisschen traurig dass es ausgerechnet Rüstung ist."
„Ich denke da hängen so viele Arbeitsplätze und Existenzen dran. Ist vielleicht die bittere Pille die wir schlucken müssen."
„Ich bin entsetzt. Wir sind eine Friedensstadt und irgendwo passt das nicht zusammen."
Der auf Rüstungsprojekte spezialisierte Finanzinvestor Aurelius soll die Mehrheit am Werk erwerben, das Land Niedersachsen eine Minderheit. heute unterschrieben beide eine entsprechende Absichtserklärung.
„Das ist ein wichtiges Signal. Die Kolleginnen und Kollegen waren jetzt zwei Jahre lang in einer großen Unruhe, in einer großen Sorge. Mit der Entscheidung von Volkswagen die Cabrioproduktion hier am Standort auslaufen zu lassen ist diese Verunsicherung entstanden (...). Jetzt gehen wir davon aus mit dem Schritt den wir gehen wirklich Perspektive und Sicherheit für die Kolleginnen und Kollegen geben zu können."
1800 Menschen arbeiten im VW Werk in Osnabrück. Eine Perspektive und Beschäftigungssicherung bis 2029 gibt es erst mal nur für rund drei Viertel der Belegschaft.
„Es wird darum gehen, dass aus unserer Sicht natürlich die 1400 die bis jetzt eine Absicherung bekommen können nicht ausreichen. Dass wir jetzt über weitere Perspektiven sprechen müssen wie wir auch eine Zukunftssicherung auch für die weiteren Kolleginnen und Kollegen finden. Dafür sehen wir den Vorstand von Volkswagen auch weiterhin in der Verantwortung."
So wie in Osnabrück geht es aber nicht überall: Denn die Rüstungsindustrie wird die Jobverluste bei den Autobauern nicht komplett auffangen können:
„18.000 Beschäftigte in der Rüstungsindustrie, also beschäftigt mit der Herstellung von Waffen und Munition und von Panzern: Und das ist gemessen an den Dimensionen die wir in der Automobilindustrie haben oder im verarbeitenden Gewerbe insgesamt wo wir ja über 5 Millionen Beschäftigte haben dann doch schon ein sehr sehr kleiner Bereich der da gehalten werden kann."
Widerstand gegen das geplante Kompetenzzentrum für Rüstung und Verteidigung regt sich unter anderem von Friedensinitiativen. Und auch in der VW-Belegschaft dürften noch viele Fragen offen sein. Zumindest einige davon sollen morgen auf einer Betriebsversammlung beantwortet werden.