Nicht nur die Bundeswehr wird in dieser Woche trainieren, wie die Abläufe bei einem Ernstfall sind. Auch beim Beerdigungsinstitut Seemann und Söhne wird am Donnerstag der Krisenfall geübt. Konkret: Was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfällt?
Nils Seemann, Inhaber
"Am 24. stelle ich die Sicherung aus. Ich schalte die Sicherungen alle aus und es wird nichts mehr funktionieren. ... und wir werden dann schauen, was passiert.”
Der Aktionstag "Red Storm Business" ist eine Initiative der Handelskammer Hamburg. Rund 150 Unternehmen nehmen daran teil. Dadurch sollen sie mögliche Schwachstellen erkennen.
Gerade bei einem Beerdigungsinstitut gibt es in einem Krisenfall unzählige Dinge, die zu beachten sind und die man braucht.
Nils Seemann, Inhaber Beerdigungsinstitut
"Wir benötigen für unsere Arbeit Wasser. Wir benötigen Strom, damit die Kühlräume funktionieren. Wir benötigen Treibstoff, damit unsere Fahrzeuge funktionieren, damit wir Überführung von Verstorbenen veranlassen können. "
"dass die Telekommunikation funktioniert, dass wir mit der EDV arbeiten können. Denn wenn die EDV Schnittstellen zwischen uns und einem Krematorium nicht funktionieren, dann ist eine Einäscherung nicht möglich."
Um die Stromversorgung, die ja besonders für die Kühlräume wichtig ist, im Krisenfall zu gewährleisten, wird bei Seemann und Söhne jetzt nachgerüstet.
Anika Oppermann, Bestattermeisterin
"Wir bekommen zwei Notstromaggregate, einmal für unseren Standort in Blankenese und einen Standort Schenefeld. Und somit sind wir unabhängig vom Hauptstromnetz Hamburg und können sehr schnell agieren."
Unabhängig vom aktuellen Übungsszenario, befassen sich die Hamburger Bestatter aber auch grundsätzlich mit möglichen Szenarien, bei denen es sehr viele Verstorbene auf einmal geben könnte.
Nils Seemann, Inhaber Beerdigungsinstitut
"Wir haben im letzten Jahr uns damit beschäftigt, wenn ein Flugzeug in ein voll gefülltes Stadion abstürzt. "
In so einem Fall geht es zum Beispiel auch darum, ob genügend Särge vorhanden sind.
Anika Oppermann, Bestattermeisterin
"Wir haben natürlich die Möglichkeit, über die Hamburger Bestatterinnung auch andere Bestattungsinstitute zu kontaktieren, dass man sich kollegial untereinander aushilft. Ansonsten ist immer noch die Möglichkeit, zu einem Sarglieferanten zu gehen."
Bei einer Großlage würden die Bestattungsunternehmen zusammenarbeiten. Das ist bereits geregelt.
Nils Seemann, Inhaber Beerdigungsinstitut
"Wir sind in Hamburg so aufgestellt, dass wir über unsere Bestatterinnung Hamburg uns Gedanken gemacht haben. Was ist in so einem Fall zu tun? Und es gibt eine, einen, einen Plan, dass wir Bestattungsinstitute uns solidarisieren. Wir stellen gemeinsam sicher, dass ein würdevoller und ordnungsgemäßer Ablauf stattfindet."
Denn neben der reinen Logistik, steht vor allem auch die Betreuung der Angehörigen im Vordergrund.
Zum Glück geht es bei bei dem Szenario "Red Storm Business" am Donnerstag erst einmal "nur" um einen Stromausfall.