Schlicht und einfach, möglichst bürgernah, oder extra bunt. Die Plakate zur Kommunalwahl unterscheiden sich besonders in der Gestaltung und vor allem in der Botschaft. Ein Ziel verfolgen aber alle: Wählerinnen und Wähler erreichen. Und doch wollen manche Menschen sie gar nicht sehen, Plakate und Parteien am liebsten ausblenden. Andere haben schon jetzt eine klare Haltung..
Es werden Schilder aufgebaut, doch letztendlich kommt dabei nichts raus.
Ich achte überhaupt nicht mehr drauf. Ich ärgere mich nur, wenn ich irgendwo rausfahre und da hängt so ein blödes Plakat.
Die meisten schauen doch sowieso im Internet, da ist doch sowieso alles da.
Forschungsergebnisse zeigen allerdings: Plakate bleiben hängen, zumindest im Gedächtnis. Laut einer Umfrage der Konrad Adenauer Stiftung zur Bundestagswahl 2025 können sich etwa 93 Prozent kurz nach der Wahl an mindestens ein Plakat erinnern. Inhalte auf Social Media oder in Zeitungen bleiben nur bei 40 Prozent der Menschen im Kopf. Politikwissenschaftler Philipp Köker von der Leibniz Universität Hannover untersucht, wie Parteien das für ihren Wahlkampf nutzen.
Philipp Köker, Politikwissenschaftler
Bei Plakaten geht es auch darum, dass Parteien sich in gewisser Weise als Marke darstellen und so Menschen auf sich aufmerksam machen, aber natürlich auch einen gewissen Wiedererkennungswert gibt, sowohl bei den Botschaften als auch bei den Gesichtern, die da immer wieder zu sehen sind.
Und es gehe auch darum, überhaupt zu zeigen: Eine Wahl steht an. Doch nicht nur Gesichter und Botschaften spielen dabei eine Rolle. QR-Codes oder auch KI-Inhalte nehmen in den vergangenen Jahren mehr Platz in der Politik ein. Das ist allerdings nicht immer sinnvoll, findet Philipp Köker.
Philipp Köker, Politikwissenschaftler
Das, was hier gefordert wird, kein Geld für Waffenkonzerne ist, was, was auf lokaler Ebene überhaupt nicht entschieden wird. Und andererseits, wenn man das Kleingedruckte hier lesen würde, würden wir auch sehen. Dieses Bild ist vollkommen KI generiert. / Und es gibt keinen richtigen Hinweis dazu. Also in gewisserweise schon ein bisschen Manipulation der Wahlberechtigten.
Andere Kandidatinnen und Kandidaten versuchen sich von ihrer eigenen Partei abzuheben und setzen Parteilogos oder Farben in den Hintergrund.
Philipp Köker, Politikwissenschaftler
Was ((allerdings)) auch spannend zu beobachten ist, ist, dass hier die Person im Vordergrund steht und weniger die Partei. Und da möchte man vielleicht auch Wählerinnen und Wähler anlocken, die sonst nicht für die Grünen stimmen würden.
Auch eine Möglichkeit: Direkt die Telefonnummer hinterlassen.
Philipp Köker, Politikwissenschaftler
Sicherlich eine interessante Geste, aber wieder die Frage Nehmen das Wählende wirklich in Anspruch? Wird er tatsächlich jemand anrufen? Das sehe ich eher kritisch.
Doch worauf kommt es den Niedersachsen genau an? In Peine und Berenbostel gehen die Meinungen auseinander.
Ist das wirklich ein Mensch, der irgendwie gelebt hat, der ein bisschen Erfahrung mit sich bringt. 04:41
Die Nähe zu den Menschen oder zu den Politikern, zählen für mich mehr als diese ganzen Plakate. 02:28
Für die Wählerinnen und Wähler zählt letztendlich wohl vor allem eines: dass aus den Plakatversprechen am Ende auch Taten werden.