Soldaten und Militärfahrzeuge am Boden, Hubschrauber und Drohnen in der Luft. Ab Donnerstag wird in Hamburg wieder drei Tage lang der Ernstfall geprobt. Nach Red Storm Alpha 2024 und Bravo 2025 kommt jetzt Red Storm Charlie. Heute ist die Bundeswehr-Übung Thema der Hamburger Landespressekonferenz.
O-Ton, Andy Grote, Innensenator
00:24:30:15
Es ist wichtig, dass wir immer aufeinander aufbauend unsere Resilienz, unsere Widerstandsfähigkeit und auch unsere Krisenfähigkeit verstärken und auch immer wieder üben.
Das Ziel der Zivil-Militärischen Awarenessübung: Vorbereitet sein, um im Fall eines Konflikts an der Nato-Ostgrenze reagieren zu können. Hier geht es vor allem um Abschreckung. Red Storm Charlie beinhaltet neben der militärischen Logistik-Übung in diesem Jahr aber auch Krisenszenarien, wie der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg erzählt.
O-Ton, Kurt Leonards, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg
00:31:56:24
Wir haben einen Chemieunfall. Wir haben eine Sabotage auf einem Gelände der Deutschen Bahn. Wir simulieren da, dass dort militärische Güter angegriffen worden sind. Wir haben einen Massenanfall von Verletzten.
Dieses Mal sind insgesamt 60 zivile Organisationen Teil der Übung. Dazu gehören zum Beispiel auch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und die Hamburger Handelskammer.
O-Ton, Kurt Leonards, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg
00:34:18:11
Es ist wichtig, weil Resilienz in einer Gesellschaft nur gesamtgesellschaftlich funktionieren kann. Die Bundeswehr wird nicht in jeder Krise in Deutschland sein. Wenn es zu einem Bedrohungsszenario kommt, werden weite Teile der Bundeswehr in anderen Ländern stationiert werden.
Genau diese zivile Beteiligung kritisieren die Gegner der Übung vom Bündnis "Kein Nato-Hafen" bei ihrer Pressekonferenz heute.
O-Ton, Tom Weitkämper, Bündnis Kein Nato-Hafen
00:09:56:17
Die Kernpunkte sind, dass mit dem Manöver die Hamburger Stadtbevölkerung an den Kriegszustand gewöhnt werden soll und eben auch mit solchen Manövern selber Krieg provoziert wird, insbesondere mit Russland, weil eben die Bereitschaft zum Krieg selber gezeigt wird durch die Bundeswehr und die NATO.
Das Bündnis plant unter anderem am Samstag eine Demonstration gegen Red Storm Charlie zwischen Jungfernstieg und Landungsbrücken. Und was bekommen die Hamburger sonst noch mit von der Militär-Übung?
O-Ton, Andy Grote, Innensenator
Man kann das gegebenenfalls ein bisschen wahrnehmen, dass man Hubschrauber, Fluggeräusche vielleicht hört.
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Und es kann eben militärische Fahrzeuge einzeln oder auch in der Kolonne in der Stadt geben.
Der Schwerpunkt der Übung soll wie in den Vorjahren wieder im Hamburger Hafengebiet liegen. Wo solche - wenn auch gewöhnungsbedürftigen - Bilder dann ab übermorgen drei Tage lang dazugehören.