Die Unterschrift für ein Milliardenprojekt. Verteidigungsminister Boris Pistorius, Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Hafen-Chef Matthias Magnor besiegeln heute den "Deployment Hub Bremerhaven 2031". Bis zu 1,35 Milliarden Euro will der Bund investieren, Bremen weitere rund 200 Millionen Euro. Der Großteil soll in den Bremerhavener Überseehafen fließen:
"Es geht um Logistik, Es geht um Tausende von Soldatinnen und Soldaten, die dann hier rüber gehen. Es geht um Streitkräfte mit ihren Panzern. Das alles vor dem Hintergrund einer sich deutlich verändernden Bedrohungslage hier und über andere Standorte würde eine Verlegung von alliierten Streitkräften durch Deutschland erfolgen, wo im Zweifel dann ein Abwehrkampf geführt werden muss."
Dafür sollen unter anderem der fünf Kilometer lange Containerkai saniert und Hafenbecken ausgebaut werden. Profitieren soll davon nicht nur die Bundeswehr:
"Das sind 1,35 Milliarden oder bis zu 1,35 Milliarden €, die // gleichsam als Nebeneffekt auch eine Ertüchtigung der zivilen Infrastruktur zur Folge haben. Getreu dem Motto Jeder Euro, der für die Verteidigung ausgegeben wird, sollte möglichst auch einen zivilen Nutzen haben, damit es wirtschaftlich ist, und das ist die Grundlage für dieses Projekt."
Auch in der Luft will die Bundeswehr aufrüsten: Bei Airbus spricht Pistorius heute über die Anschaffung von 16 neuen A400M-Transportflugzeugen. Teile des Rumpfs werden in Bremen gefertigt, eingesetzt werden die Maschinen in Wunstorf. Bremerhaven ist schon heute Umschlagplatz für militärisches Gerät. Künftig soll der Hafen für Bundeswehr und NATO noch wichtiger werden. Bei den Einwohnern kommt das unterschiedlich an:
"Ich finde es sehr gut, weil es ist für die Region gut. Und es ist ja schon ein Hafen. Der ist ja bereits da."
"Da bin ich gespalten. Also eine Landesverteidigung muss es geben. Aber in diesen, jetzt gerade aktuell macht mir das ein bisschen Angst."
Sorgen, die der Minister nachvollziehen kann. Für ihn steht aber fest:
"Verteidigungsbereit kann man nur sein, wenn man entsprechend Streitkräfte hat, die ausgerüstet sind, die ausgestattet sind und die die Fähigkeit haben, wirksam abzuschrecken und im Ernstfall auch das Land zu verteidigen. Dass das nicht jedem gefällt und dass der eine oder andere wie ich übrigens auch lieber in einer friedlichen, waffenfreien Welt leben würde, ist unbenommen. Aber Kurt Schumacher hat immer gesagt, dass Politik mit dem Betrachten der Wirklichkeit beginnt."
Eine Wirklichkeit, auf die sich Bremen und Bremerhaven mit Milliardeninvestitionen jetzt vorbereiten sollen.