Ja, Herr Dilbert, als Vorsitzender des Schulleiterverbandes, wo erleben Sie da die Probleme im Bremer Bildungssystem ganz konkret?
Ja, wir haben hier in Bremen zunehmend damit zu tun, dass wir Schüler haben, die nicht nur gerne Englisch, Mathe und Deutsch und andere Fächer lernen, sondern dass sie jeden Tag um die soziale Teilhabe kämpfen müssen und da eben ihre Ressourcen verbrauchen.
Was fehlt denn Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen am meisten, um Kinder so zu fördern, wie Sie es gerne hätten?
Ja, wenn man genau diese Förderung haben. Es fehlt uns natürlich erst mal Ressourcen, immer Geld. Da sind wir chronisch unterfinanziert. Bremen hat pro Schüler 10.200 € und Hamburg zum Beispiel als vergleichender Stadtstaat 13.000 €. Dabei haben wir aber Kinder, die oder Familien, die hier bei 35 % Armutsrisiko leben, weit über den anderen Stadtstaaten, weit über dem Bundesdurchschnitt. Und das passt nicht zusammen.
Von der Politik werden ja immer wieder neue Programme und Maßnahmen eingeführt und aufgezeigt. Kommt da was bei Ihnen an der Schule an oder gibt es auch was, was eher verloren geht.
Ja, es kommen sehr viele Ideen an, auch die jetzige. Also gerade die. Die Aktion mit der frühkindlichen Bildung befürworten wir sehr ausführlich ausdrücklich und möchten, dass das auch weiter verfolgt wird. Aber wir haben tatsächlich ein Problem, dass das auch das unterfinanziert ist. Aber die Ideen, die Wege und das Bildungssystem ist an sich okay.
Was muss sich denn ändern, damit Bremen in den nächsten Jahren vom letzten Platz endlich mal vom Bildungsmonitor wegkommt?
Ja, wenn man sich den Bildungsmonitor mal genau anschaut, liegt es ja genau an zwei Punkten. Wir sind ja an etlichen Punkten hervorragend mit Hochschule Mint, mit dem Betreuungsschlüssel, mit. Allen möglichen Punkten, die nicht auf dem letzten Platz sind, bis auf zwei, drei. Und die haben tatsächlich was mit der mit der Schere arm reich zu tun, die wir hier in Bremen haben. Wollen wir das Bildungssystem hier nachhaltig stützen, müssen wir an das Soziale ran und eben versuchen, da zu fördern.
Vielen Dank.