RTL-Umfrage zu TikTok, Instagram und Co.Kommt jetzt ein Social-Media-Verbot für Kinder in Deutschland?

Ist Social Media ein Fluch oder Segen für unsere Kinder?
Diese Frage beschäftigt Deutschland aktuell mehr denn je. Die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt” übergibt heute (24. Juni) ihre Empfehlungen an Familienministerin Karin Prien (CDU). Doch die Regierung von CDU, CSU und SPD ist noch nicht auf einer Linie – und so geht es auch der Bevölkerung.
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Forsa-Umfrage: 57 Prozent sind für ein Social-Media-Verbot in Deutschland!
Eine Mehrheit der Befragten spricht sich zwar für ein Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren aus, wie aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv hervorgeht. Demnach meinen 57 Prozent der Befragten, dass der Zugang zu Plattformen wie TikTok oder Instagram für unter 16-Jährige verboten werden sollte. 42 Prozent sind jedoch dagegen und halten eine Nutzung für unter 16-Jährige weiterhin für vertretbar.
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Besonders groß ist die Zustimmung zu einem Verbot unter älteren Menschen. Während sich bei den 18- bis 29-Jährigen nur knapp die Hälfte (49 Prozent) für ein Verbot ausspricht, sind es bei den über 60-Jährigen 63 Prozent. Auch Frauen befürworten ein Verbot häufiger als Männer (60 zu 53 Prozent).
Die Zustimmung zu einer Altersgrenze von 16 Jahren hat im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen. Bereits im Sommer 2025 hatten sich 54 Prozent für ein Verbot ausgesprochen, aktuell sind es 57 Prozent.
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Experten plädieren für „Schutz und Teilhabe”
Die Bundesregierung wartet nun sehnsüchtig auf den Bericht der Expertenkommission. Was im Abschlussbericht steht, wird erst heute Mittag bekannt. Was ist davon zu erwarten?
Im Zwischenbericht dämpfte die Kommission bereits die Hoffnung auf Social-Media-Verbote als einfache Lösung. „Es ist zu kurz gesprungen, nur über Altersbeschränkungen nachzudenken”, sagte der Vorsitzende Olaf Köller damals. Denn: „Das Smartphone fungiert als zentraler Zugang zu Kommunikation, Unterhaltung, Information, sozialer Einbindung und zunehmend auch zu produktiven KI-basierten Anwendungen.” Köller plädierte damals dafür, „Schutz und Teilhabe” zu verbinden.
Wie denkt die Politik über ein Social-Media-Verbot?
Familienministerin Prien wollte sich vor den Empfehlungen der Kommission öffentlich nicht festlegen, hat aber einiges angedeutet. Die CDU-Politikerin sagte, sie könne sich Altersbeschränkungen vorstellen, nannte aber kein konkretes Alter. Wichtig sei, Social-Media-Plattformen in die Pflicht zu nehmen, um Jugendschutz durchzusetzen. Dazu bedürfe es gesetzlicher Vorschriften, möglichst auf EU-Ebene.
Zugleich plädierte sie für einen ganzheitlichen Ansatz, der Jugendliche, Eltern, Schulen, Lehrer und Ärzte einschließe. „Je älter Kinder und Jugendliche werden, umso stärker kann man sie in die Lage versetzen, sich selber zu schützen”, sagte die Ministerin.
Die CDU fordert eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für soziale Netzwerke. Zudem solle das „besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr im digitalen Raum” ausgestaltet werden. Die Position der SPD ist ähnlich. Sie verlangte ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren, eine verpflichtende Altersprüfung und eine „Jugendversion” von Plattformen für Jugendliche bis 16. Skeptischer ist die CSU um Parteichef Markus Söder. CSU-Politikerin Anja Weisgerber meldete sich diese Woche mit einem Konzept für „variable Altersgrenzen” für unterschiedliche Plattformen.
So steht es in anderen Ländern um ein Social-Media-Verbot
Australien gilt als Vorreiter. Dort trat Ende vergangenen Jahres ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren in Kraft. Auch in Europa gibt es Nachahmer: Großbritannien, Frankreich, Österreich, Slowenien, Norwegen, Schweden und Dänemark haben konkrete Pläne. In diesen Ländern wäre eine Altersgrenze von 14, 15 oder 16 vorgesehen.
Was sollen diese Altersbegrenzungen überhaupt bringen? Gewarnt wird vor gesundheitlichen Gefahren für Kinder und Jugendliche, zum einen durch Inhalte wie Pornografie, Hass und Extremismus, zum anderen durch Mobbing, falsche Psychotipps oder Cybergrooming. Am häufigsten wird Sorge über zu lange Nutzung von TikTok, Instagram, Snapchat, YouTube und Co geäußert.
Die Expertenkommission benannte die Risiken vor einigen Wochen in einem Zwischenbericht. Demnach nutzen etwa eine Million Jugendliche digitale Medien auf problematische Weise, 300.000 zeigen Suchtverhalten.
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Auftrag von RTL 1004 Erwachsene für die Erhebung. Die Befragung fand zwischen dem 19. und 22. Juni statt. (mit afp & dpa)
Verwendete Quellen: Forsa, eigene RTL-Recherche, AFP, DPA
































