Gefährliches Virus breitet sich aus

Coronavirus-Chronik mit Entwicklungen vom 27. März

28. März 2020 - 0:55 Uhr

Kampf gegen das Coronavirus

+++Alle aktuellen Nachrichten rund um das Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker+++

Zehntausende sind in Deutschland schon mit dem Virus infiziert. Krankenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor. Wie lange aber wird der Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 dauern?Hier finden sie die  radikalen Maßnahmen der Bundesländer und  hier alles, was wir bisher über das Coronavirus wissen.

Im Video zeigen wir die Lage in New York, dem US-Epizentrum des Coronavirus. Und mit unserem Live-Ticker bleiben sie immer auf dem aktuellen Stand.

TVNOW-Doku: Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus

Erfahren sie in unserer spannenden Doku, warum Wissenschaftler schon lange vor dem Ausbruch vor dem Virus gewarnt haben. Hier geht es zur TVNOW-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus".

+++ HIER ALLE MELDUNGEN VOM 27. MÄRZ +++

23:42 Uhr - US-Reservisten sollen bei Corona-Krise helfen

US-Präsident Trump hat Verteidigungsminister Mark Esper zur Einberufung von Reservisten ermächtigt. Das geht aus einer Verordnung Trumps hervor, die das Weiße Haus heute Abend (Ortszeit) veröffentlichte. In einem Schreiben an die Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern im Kongress hieß es, damit sollten bereits aktive Kräfte in der Reaktion auf die Coronavirus-Krise unterstützt werden. Der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf wurde zudem autorisiert, Reservisten der Küstenwache zum aktiven Dienst einzuberufen. Die Küstenwache untersteht dem Heimatschutz-, nicht dem Verteidigungsministerium.

23:35 Uhr - Acht weitere Tote in Wolfsburg

Im niedersächsischen Wolfsburg sind acht weitere Menschen am Coronavirus gestorben. Das teilte der Sprecher der Stadt am Freitagabend mit. Demnach handelt es sich um sechs Frauen und zwei Männer zwischen 76 und 100 Jahren. Weitere Angaben machte die Stadt unter Verweis auf den Datenschutz nicht. Insgesamt steigt die Zahl der Covid-19-Opfer damit auf zehn.

22:50 Uhr - Tirol droht Sammelklage im Ischgl-Skandal

Fragebogen vom österreichischen Verbraucherschutzverein
Online-Fragebogen VSV
© VSV Österreich / www.verbraucherschutzverein.at

Rund 400 Skifahrer könnten sich einer Sammelklage gegen die Tiroler Behörden wegen einer zu späten Reaktion auf den Beginn der Coronavirus-Epidemie anschließen. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) teilte mit, bereits zwei Tage nach einem entsprechenden Aufruf hätten sich rund 400 Menschen gemeldet, mehr als 350 davon Deutsche. Die meisten hätten in Ischgl und im Paznauntal Urlaub gemacht.

Der Verband hatte zuvor Anzeige gegen den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, Bürgermeister, Seilbahngesellschaften und weitere Behördenvertreter erstattet. Zugleich startete er einen europaweiten Aufruf an mögliche Betroffene, die davon ausgehen, dass sie sich beim Ski-Urlaub in Tirol mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben.

Wenn auch Sie sich in Ihrem Skiurlaub in Tirol mit dem Corona-Virus infiziert haben, können Sie sich hier über einen Online-Fragebogen Verbraucherschutzverein melden.

22:30 Uhr - Aktuelle Zahlen: Mehr als 50.000 Infizierte in Deutschland

LAND INFIZIERTE TODESFÄLLE
USA    100.717     1.478
Italien    86.498     9,134
Spanien    64.059     4.934
Deutschland    50.178        338
Frankreich    33.402     1.997
Großbritannien    14.743        761
Weltweit  590.594   26.865

In nur 24 Stunden ist die Zahl der Infizierten in den USA um rund 18.000 gestiegen. In Deutschland sind heute fast 7.000 mehr Corona-Fälle gemeldet.

22:09 Uhr - Mehr als 100.000 Corona-Infizierte in den USA

In den USA sind 100.040 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das ist nach Reuters-Daten weiterhin weltweit die höchste Infektionszahl. In China, wo die Pandemie ihren Anfang nahm, wurden nach offiziellen Angaben 81.340 Infektionen bestätigt, in Italien sind es 86.498.

21:30 Uhr - Rammstein Sänger Till Lindemann geht es besser: Corona-Test negativ

 BAKU, AZERBAIJAN - JULY 26, 2019: Till Lindemann, lead vocalist of the German band Rammstein, attends the 2019 Zhara music festival. Vyacheslav Prokofyev/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0B4764
Till Lindemann (57)
© imago images/ITAR-TASS, Vyacheslav Prokofyev, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Rammstein-Sänger Till Lindemann (57) wird nach einer Nacht auf der Intensivstation weiter im Krankenhaus behandelt. Lindemann sei am Donnerstag vom Arzt der Band in ein Krankenhaus eingewiesen worden, teilte die Band am Freitagabend auf ihrer Homepage mit. «Till hat eine Nacht auf der Intensivstation verbracht und wird heute auf eine andere Station verlegt, weil es ihm besser geht», hieß es. «Der Test auf das Corona-Virus war negativ.» Nähere Angaben machte die Band nicht.

Lindemann war zuletzt mit seiner gleichnamigen Band mit dem schwedischen Multiinstrumentalisten Peter Tägtgren (49) auf Tour. In wenigen Wochen steht die Fortsetzung der erfolgreichen Stadiontour von Rammstein in Europa und Nordamerika auf dem Programm.

21:11 Uhr - Kreuzfahrtschiff durfte nicht anlegen – Vier Tote Passagiere

REUTERS/Erick Marciscano
Kreuzfahrtschiff "MS Zaandam" vor Panama
© REUTERS, ERICK MARCISCANO, EGC

Tagelang durfte die "MS Zaandam" keinen Hafen anlaufen. Nach Dutzenden Krankmeldungen hatte die Reederei Holland America Line ihr Kreuzfahrtschiff vor der südamerikanischen Küste im Pazifik unter Quarantäne gestellt. Alle Passagiere sollten bis auf weiteres in ihren Zimmern bleiben und alle öffentlichen Bereiche des Schiffs wurden geschlossen. Jetzt sind vier Passagiere tot. Bei den Toten handelt es sich um vier ältere Gäste. Zwei weitere Gäste sollen ebenfalls mit Corona infiziert sein.

20:20 Uhr - Italien fordert neue Ideen im Kampf gegen das Virus

Italiens Präsident Sergio Mattarella ruft die Europäer zu neuen Initiativen gegen die Bedrohung durch das Coronavirus auf. Die Europäische Union müsse reagieren, bevor es zu spät sei, sagt der Präsident in einer seiner seltenen Fernsehansprachen an die Bevölkerung. Neue Initiativen seien unerlässlich. Alte Wege des Denkens, die angesichts des dramatischen Zustands des Kontinents den Bezug zur Realität verloren hätten, müssten überwunden werden. "Ich hoffe, dass jeder die Schwere der Bedrohung Europas vollkommen begreift, bevor es zu spät ist."

20:00 Uhr - Helsinki wird komplett abgeriegelt

In Finnland beginnen Polizei und Armee damit, die Straßen nach Helsinki zu sperren. Die Hauptstadt und die sie umgebende Region Uusimaa, das Epizentrum der Coronavirus-Epidemie im Land, sollen von Mitternacht an abgeriegelt werden. Die Regierung hat bereits am Mittwoch beschlossen, Uusimaa bis 19. April zu blockieren. Allerdings muss dem das Parlament zustimmen, das noch berät. Menschen sollen durch die Blockade am Reisen gehindert und eine Verbreitung des Virus vermieden werden. Reisen von und nach Uusimaa sollen verboten werden.

19:10 Uhr - Katze in Belgien mit Coronavirus infiziert

Überraschung heute beim täglichen Pressebriefing des belgischen Gesundheitsministeriums in Brüssel: Der Virologe Steven Van Gucht berichtete, dass auch ein Katze mit dem Virus infiziert sei. "Eine Woche nachdem der Besitzer der Katze Covid-19-Symptome gezeigt hätte, hat auch die Katze Krankheitsanzeichen gezeigt. Das Tier hatte Durchfall und Atemprobleme." Tierärzte hätten im Kot der Katze das Virus nachgewiesen, so der Virologe weiter. Behörden sprechen aber von einem Einzelfall, der bei engem Kontakt zwischen Tier und infiziertem Menschen auftreten kann. Es gebe aber keinen Grund zu der Annahme, dass dies ein wichtiger Faktor in der Ausbreitung der Epidemie sei. Über die Infektionsgefahr für und durch Haustiere wird bereits seit Beginn der Corona-Epidemie diskutiert.

18:17 Uhr - Zwölftes Todesopfer in Würzburger Seniorenheim

Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus ist ein weiterer Bewohner an dem Coronavirus gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der verstorbenen Bewohner auf zwölf. Viele waren über 80 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen. Inzwischen sind nach Angaben der Stadt alle zumeist hochbetagten Bewohner sowie alle Mitarbeiter der Einrichtung auf das Coronavirus getestet worden, davon 44 Bewohner und 32 Mitarbeiter positiv. Alle drei Tage sollen die Tests wiederholt werden.

18:45 Uhr - Hamburg will Corona-Patienten aus dem Ausland behandeln

Zwei Krankenhäuser in Hamburg wollen in den kommenden Tagen bis zu zwölf schwer kranke Corona-Patienten aus Italien und Frankreich aufnehmen, die auf Beatmung angewiesen sind. Es handelt sich um bis zu zehn Patientinnen und Patienten aus Italien und zwei erkrankte Frauen aus Frankreich. "Im Moment sind wir in einer Situation in Hamburg, dass wir diese Kapazitäten haben, dass wir diese Solidarität auch üben können", sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitag. In Hamburg gibt es derzeit 1759 bestätigte Covid-19-Fälle. Unter den Infizierten sind 104 in stationärer Behandlung, 31 befinden sich auf einer Intensivstation.

18:13 Uhr - Viele Kontrollen und viele Bußgelder wegen Corona-Verstößen

Rund 5000 Kontrollen führt die Polizei in München täglich durch. Allein gestern gab es in der bayerischen Landeshauptstadt 137 Verstöße gegen die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Krise. In Berlin wurden in der vergangenen Nacht sieben Geschäfte umgehend geschlossen. Über 40 Knöllchen gab es für Personen, die sich in größeren Gruppen aufhielten. In Hamburg gab es sogar 72 Verstöße gegen die Kleinstgruppen-Regel.

17:40 Uhr - Rekordzahlen aus Italien: Fast 1.000 Tote an nur einem Tag

So viele Todesfälle wie an keinem Tag zuvor. Italien hat an einem Tag fast 1.000 Tote im Zuge der Corona-Pandemie gemeldet. Die Gesamtzahl steigt damit auf 9.134, das teilte der Zivilschutz mit.

17:30 Uhr - Corona-Bonus für Aldi-Mitarbeiter

Auch die Mitarbeiter von Aldi erhalten einen Bonus von bis zu 250 Euro pro Kopf für ihren anstrengenden Einsatz in der Corona-Krise. Dafür wird das Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd insgesamt 20 Millionen Euro ausgeben. Zuvor hatten bereits Rewe, Lidl, Kaufland und Real Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter angekündigt.

16:40 Uhr - Empfehlung der Deutschen Botschaft: Jetzt die USA verlassen!

Weltweit sind die USA mit mehr als 86.000 Fällen nunmehr das Land mit den meisten gemeldeten Coronavirus-Infektionen. Die Botschaft der Bundesrepublik in den USA rät daher jetzt allen Deutschen, vor allem die in New York, die Vereinigten Staaten zu verlassen. "Wie empfehlen allen Reisenden, insbesondere natürlich Touristen und solchen, die nur kurzfristig hier sind, möglichst umgehend nach Deutschland zurückzukehren", teilt die Deutsche Vertretung in den USA in einem Info-Schreiben mit. Warum sich jetzt auch "Personen mit einem längerfristigen Aufenthalt" Gedanken machen sollten, lesen Sie hier.

16:20 Uhr - Bei Verstoß gegen die Corona-Regeln - bis zu 5.000 Euro Bußgeld in Bayern, sogar bis zu 25.000 Euro in Mainz

Bei einem Verstoß gegen die wegen der Corona-Krise geltenden Ausgangsbeschränkungen, kann es in Bayern richtig teuer werden: Zwar droht im Regelfall eine Geldbuße von 150 Euro. Wer aber unerlaubt ein Krankenhaus oder Pflegeheim betritt, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro rechnen. Noch härter werden Laden- oder Restaurantbesitzern bestraft, die unerlaubterweise öffnen. Ihnen droht eine Geldbuße von 5000 Euro. Das geht aus einem Bußgeldkatalog hervor, den das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag erlassen hat.

Noch radikaler geht Mainz vor. Bis zu 25000 Euro sollen laut Ministerium bei besonders schwerwiegenden Verstößen und im Wiederholungsfall fällig werden - etwa wenn Bars, Clubs oder Restaurants trotz mehrfacher Aufforderung nicht schließen. Am Dienstag hatte bereits Nordrhein-Westfalen Bußgeld-Regeln für Verstöße gegen Maßnahmen in der Corona-Krise erlassen.

15:30 Uhr - Schulfrei bis zum Sommer in Niedersachsen?

Niedersachsen stellt sich angesichts der Corona-Epidemie schlimmstenfalls darauf ein, dass die Schulen bis zum Sommer geschlossen bleiben. Dies sei die letzte Variante eines abgestuften Szenarios, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag in Hannover. Zunächst sei der Plan, dass die Schule am 20. April wieder starte, dann aber möglicherweise in Etappen: Erst Abiturienten, später Grundschüler.

15:00 Uhr - Grünen-Forderung: Familien sollen während Krise finanziell unterstützt werden

Für die Zeit, in der Kitas und Schulen wegen der Coronakrise geschlossen haben, fordern die "Grünen" einen "befristeten Zuschlag" für Kinder aus Fami­lien, die Leistungen des Bildungs- und Teilhabe­pakets bekommen. Von mindestens 60 Euro pro Monat, also etwa 3 Euro pro Schultag, ist die Rede. So könne man den Ausfall der kostenlosen Mahlzeiten ab­federn, sagte Grünenchefin Annalena Baer­bock dem Nachrichtenmagazin der SPIEGEL: "Gerade die Schwächsten in unserer Gesellschaft dürfen jetzt nicht durchs Netz fallen".

14:01 Uhr - Leipzig: Mann feuert mit Schreckschusswaffe auf drei Jugendliche

In einem Leipziger Einkaufszentrum hat am Donnerstagabend ein Mann mit einer Schreckschusswaffe auf drei Jugendliche geschossen. Wie die Polizei berichtet, ist der Ablauf der Auseinandersetzung wegen gegeneinanderstehender Aussagen noch unklar. Die Ermittler suchen nach Zeugen, die das Geschehen am Donnerstag gegen 18:45 Uhr im Allee-Center beobachtet haben.

Den Angaben zufolge soll der 42-Jährige die drei jungen Afghanen angesprochen haben, weil sie trotz des Kontaktverbots zu dritt eng beieinander auf einer Bank saßen. Die Jugendlichen sagten später aus, der Deutsche habe sich als Polizist ausgegeben und nach seiner Aufforderung die Waffe gezogen und mit Reizgaspatronen geschossen. Der Mann erklärte der Polizei, er sei nach seiner Aufforderung attackiert worden und habe die Gaspatronen abgeschossen, um sich zu wehren. Anschließend kam es nach Polizeiangaben zu einem Gerangel, dass durch Securitykräfte beendet wurde. Ein 15-Jähriger klagte demnach über Augenbrennen und vorübergehende Atemprobleme. Die Polizei ermittelt gegen alle vier Beteiligten wegen gefährlicher Körperverletzung. Außerdem prüfen die Ermittler den Verdacht der Amtsanmaßung, da der 42-Jährige Einsatzstiefel, ein Waffenholster und eine taktische Weste mit Ähnlichkeit zu einer schussicheren Weste trug.

13:45 Uhr - Tafeln versorgen Bedürftige unter erschwerten Bedingungen

Die Tafeln in Deutschland, bei denen sich Bedürftige und viele Rentner mit Lebensmitteln versorgen, haben derzeit mit großen Herausforderungen zu kämpfen. RTL-Reporterin Johanna Schnüpke hat heute eine Ausgabestelle in Köln besucht. Ihre Eindrücke beschreibt sie im Video.

12:21 Uhr - Boris Johnson positiv auf Covid-19 getestet

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte er in einem Tweet. "In den vergangenen 24 Stunden habe ich milde Symptome festgestellt und bin positiv auf das Coronavirus getestet worden", erklärt Johnson. "Ich werde mich nun selbst isolieren, aber den Kampf der Regierung gegen das Virus weiter per Videokonferenz steuern."

11:59 Uhr - Sprecherin: Merkel muss vor Quarantäne-Ende weiteren Test machen

Bevor Angela Merkel die Quarantäne verlassen kann, muss die Bundeskanzlerin einen weiteren Corona-Test machen. Das erklärte eine Regierungssprecherin auf der Bundespressekonferenz am Freitagmittag. Merkel wurde bisher zweimal negativ getestet. Sollte sich dies erneut bestätigen, wird Merkel demnach mit Fachleuten beraten, ob sie ihre Quarantäne beenden kann.

Die wichtigsten Videos zur Corona-Krise

11:54 Uhr - Bundeswehr mobilisiert 15.000 Soldaten - auch für "Unterstützung der Bevölkerung"

Die Bundeswehr setzt zur Unterstützung von Bundesländern und Kommunen in der Corona-Krise 15.000 Soldaten ein. Diese Männer und Frauen seien nicht in Verpflichtungen wie die laufenden Auslandseinsätze eingebunden und stünden nun "in abgestufter Verfügungsbereitschaft", sagte Generalleutnant Martin Schelleis.

Nach Informationen des "Spiegel" sind 6.000 Soldaten zur "Unterstützung der Bevölkerung" eingeplant. Schelleis nannte auch sichere Lagerflächen für medizinische Güter, Unterkünfte für die Polizei, Fachkompetenz für ein mobiles Krankenhaus, mobile Rettungsstationen und Teststationen als Einsatzgebiete.

11:23 Uhr - Bundesrat beschließt umfassendes Hilfspaket

Der Bundesrat hat das umfassende Hilfspaket gegen die Corona-Krise beschlossen. Es enthält Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger.

11:11 Uhr - Gewerkschaft Verdi fordert 500 Euro Prämie für versorgungsrelevante Berufe

Wegen der derzeit enormen Arbeitsbelastungen für viele Beschäftigte in versorgungsrelevanten Bereichen fordert die Gewerkschaft Verdi eine steuerfreie Prämie von 500 Euro. Die jeweiligen Arbeitgeber sollten eine finanzielle Anerkennung in dieser Höhe je Monat zahlen, in dem die Krise andauere, erklärt Verdi-Chef Frank Werneke.

Die Beschäftigten etwa im Gesundheitswesen, in Versorgung und Handel, bei der Bundesagentur für Arbeit hielten dieses Land für alle am Laufen. "Sie stehen unter extremen Belastungen und gefährden zum Teil in besonderer Weise ihre eigene Gesundheit. Die Arbeitgeber müssen sich dafür erkenntlich zeigen." Die Politik müsse für Steuerfreiheit sorgen.

10:10 Uhr - Schulministerin: NRW verschiebt Abi-Prüfungen um 3 Wochen

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat angekündigt, dass Nordrhein-Westfalen die Abiturprüfungen um drei Wochen verschiebt. Ursprünglich hätten die ersten Prüfungen nach den Osterferien - ab dem 19. April - geschrieben werden sollen.

09:37 Uhr - Das sind die aktuellen Zahlen: Über 3.000 neue Fälle in Deutschland über Nacht

LAND INFIZIERTE TODESFÄLLE
USA   85.981   1.288
Italien   80.589   8.215
Spanien   57.786   4.365
Deutschland   47.278      281
Frankreich   29.566   1.698
Großbritannien   11.813      580
Weltweit 537.042  24.110

Die Johns Hopkins Universität hat die Zahlen zu Coronavirus-Infizierten in Deutschland aktualisiert. Demnach sind hierzulande 47.278 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden. 281 Menschen sind an den Folgen des Virus gestorben. Zum Vergleich: Am späten Donnerstagabend lag die Zahl noch bei 43.938 Infektionen. Für Zahlen aus den einzelnen Bundesländern können Sie hier eine interaktive Karte einsehen.

09:21 Uhr - Kölner trotzen mit Hinterhof-Kino der Covid-19-Krise

Köln: Anwohner schauen gemeinsam einen Film - Hunterhof-Wand als Kinoleinwand
Gemeinsam Filme schauen - so läuft das in Köln trotz Coronavirus-Kontaktverbot
© Kilberth

Wie man sich Gruppen-Erlebnisse vom Coronavirus-Kontaktverbot nicht nehmen lässt, zeigt diese Nachbarschaft in Köln: Hinterhof-Kino heißt das Lösungswort. Alle bleiben in ihren Wohnungen, schauen vom Balkon oder durch die geöffneten Fenster gemeinsam den gleichen Film, den der Initiator der Kino-Aktion mit einem Beamer auf die Wand eines des angrenzenden Häuser projiziert. 60 Anwohner schauten nach Angaben des Veranstalters Ulli Kilberth mit: "Es ist einfach ein nettes gemeinsames Erlebnis. Und geklatscht wurde bei uns am Ende auch", erklärte Kilberth dem "Express".

08:48 Uhr - Fahrstunden trotz Verbot: Polizei stellt Fahrschulwagen sicher

Fahrstunden trotz Coronavirus: Die Polizei hat das Auto eines Fahrlehrers in Gifhorn sichergestellt, der trotz der Kontaktbeschränkungen weiter unterrichten wollte. Der 61-Jährige habe trotz Verbots angekündigt, auch künftig Fahrstunden geben zu wollen, teilte die Polizei am Freitag mit.

Die Beamten kontrollierten den Mann am Donnerstag, als er gerade Fahrunterricht gab - obwohl dies nach der Allgemeinverfügung des Landkreises Gifhorn ausdrücklich untersagt sei. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

07:59 Uhr - Linnemann (CDU): Bundesverdienstkreuz für alle, die gegen Corona arbeiten?

Carsten Linnemann (CDU) im RTL/ntv-Frühstart zur Coronavirus-Krise
Carsten Linnemann (CDU) im RTL/ntv-Frühstart
© RTL

Wie bekommen Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, mehr Wertschätzung? Carsten Linnemann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union, hat im RTL/ntv-Frühstart vorgeschlagen, über die Vergabe des Bundesverdienstkreuzes für all diese Menschen nachzudenken. Das forderte er für "die Menschen, die mit Corona jeden Tag in ihrem Arbeitsleben zu tun haben und für uns ein gewisses Risiko in Kauf nehmen." Natürlich müsse darüber gesprochen werden, wie diese Menschen belohnt werden können.

Der CDU-Wirtschaftsexperte sagte im RTL/ntv-Frühstart, es sei wichtig und richtig sich an die aktuellen Maßnahmen zu halten. Für die Zeit nach Ostern forderte Linnemann eine schrittweise Wiederaufnahme des wirtschaftlichen Betriebs. "Wir können uns einen Zustand wie jetzt über zwei, drei, vier Monate nicht leisten. Das weiß jeder", so der CDU-Bundestagsabgeordnete.

07:27 Uhr - Wann geht es zurück zur Normalität? Angela Merkel bittet um Geduld.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angekündigt, dass das der Ende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus noch nicht absehbar sein. Die Kanzlerin bittet die Menschen um Geduld - mehr dazu hier.

06:50 Uhr - Bundesregierung will Covid-19 mit viel mehr Tests bekämpfen

"Effizientes Testen und Isolieren" nach Vorbild Südkoreas hat das Bundesinnenministerium laut einem Strategiepapier, aus dem WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung" zitieren, zum Mittel der Wahl im Kampf gegen das Coronavirus auserkoren. Ein Bericht über die Einigung von Bund und Ländern zur Ausweitung der Testkapazitäten bestätigt das: Die "Bild"-Zeitung berief sich auf das interne Beschlussprotokoll einer Telefonkonferenz zwischen Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien der Länder vom Mittwoch. Darin heiße es: "Bund und Länder stimmen darüber ein, die Kapazitäten zur Testung auf das neue Coronavirus deutlich zu erhöhen."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Donnerstag gesagt, die Kapazität liege mit 300.000 bis 500.000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung" berichten, im vertraulichen Strategiepapier sei von einem Szenario mit einer Erhöhung der Testkapazitäten auf 200.000 Tests pro Tag die Rede.

06:32 Uhr - Vereinzelt Angriffe auf Deutsche im Ausland

Wegen der Corona-Krise ist es in einigen Ländern vereinzelt zu Diskriminierungen oder sogar Gewalt gegen Deutsche gekommen. "Es gab einige Anfeindungen in manchen Ländern, in denen kursierte, dass das Virus von Europäern eingeschleppt worden sei. Es gab auch tätliche Angriffe", sagte der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amts, Frank Hartmann. "Das sind aber Einzelfälle. Die große Sorge, dass ein anti-europäischer Rassismus in der Krise entstehen könnte, die sehe ich nicht."

Wo die Fälle aufgetreten sind, sagte Hartmann nicht. Aus Indien berichteten einzelne Reisende, dass sie mit "Corona, Corona"-Rufen diskriminiert worden seien. Andere erzählten, sie seien wegen ihrer Staatsbürgerschaft von Hotels abgewiesen worden. Indien zählte zu den ersten Ländern, das fast allen Ausländern die Einreise wegen der Corona-Krise verbot.

05:43 Uhr - Rückholaktion für deutsche Touristen dauert noch mindestens zwei Wochen

Die Rückholaktion der Bundesregierung für die wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandeten Deutschen wird mindestens noch zwei Wochen dauern. So lange werde man noch "sehr intensiv" mit der Organisation der Sonderflüge beschäftigt sein, sagte der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amts, Frank Hartmann, der Deutschen Presse-Agentur. "Und dann werden Einzelfälle bleiben, die schwer zu lösen sind."

Bisher wurden Hauptferienziele wie Ägypten, Marokko oder die Dominikanische Republik angeflogen. "Schwieriger wird es bei den Ländern, die nur kleine Gruppen von versprengten Abenteuerurlaubern haben. Wir können nicht nur zehn Leute irgendwo abholen, sondern versuchen regional Gruppen zu bilden." Zum Beispiel werden die Touristen von den pazifischen Inseln in Neuseeland zusammengezogen und dann ausgeflogen.

05:26 Uhr - Weniger Verbrechen in Italien durch Ausgangssperre

In Italien ist die Anzahl der Verbrechen im Zuge der Ausgangssperren in der Corona-Krise nach Angaben der Regierung stark gesunken. Von 1. bis 22. März seien etwa 53.000 Straftaten gemeldet worden, 64 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Unter anderem Drogendelikte, Kindesmissbrauch und sexuelle Verbrechen seien zurückgegangen. In ganz Italien gilt seit dem 10. März eine Ausgehsperre, nur zum Einkaufen, in einigen Fällen zum Arbeiten oder aus gesundheitlichen Gründen darf man aus dem Haus.

03:20 Uhr - Heimreise der deutschen Kreuzfahrt-Passagiere gesichert

Die Heimreise der wegen mehrerer Corona-Fälle vor Australien gestrandeten rund 830 Passagiere eines deutschen Kreuzfahrtschiffs ist gesichert. «Bis Ende des Wochenendes werden fast alle von ihnen in drei Flugzeugen nach Deutschland gebracht», kündigte der australische Finanzminister Mathias Cormann am Freitag im Fernsehsender Sky News an. Die Kranken an Bord der «MS Artania» des Bonner Reiseveranstalter Phoenix würden in Australien behandelt.

Fünf Passagiere und zwei Crewmitglieder an Bord des Schiffs waren am neuartigen Coronavirus erkrankt. Nach Bestätigung der Fälle hatte der Regierungschef des Bundesstaats Westaustralien, Mark McGowan, am Donnerstag gefordert, das Schiff solle die australischen Gewässer unverzüglich verlassen. Die meisten der 832 Passagiere sind Deutsche. An Bord sind daneben rund 500 Besatzungsmitglieder.

03:15 Uhr - Altenpflegerin: "Die Menschen haben schon Angst"

Rund 3,4 Millionen Menschen sind in Deutschland jeden Tag auf den Besuch vom Pflegedienst angewiesen. Wir haben Altenpflegerin Oxana Rogalski begleitet. Wie sie sich schützt, erzählt sie im Video. Und hier lesen sie den ganzen Artikel

03:05 Uhr - Wie das Coronavirus zum Menschen kam

Ein Arbeiter desinfiziert am 6.1.2004 auf einem Wildtiermarkt in Guangzhou Käfige mit Larvenrollern. Der aktuelle bestätigte Sars-Fall ist nach Angaben von Wissenschaftlern möglicherweise auf Wildtiere zurückzuführen, die in Südchina als Delikatesse
Larvenroller als SARS-Überträger
© picture-alliance / dpa/dpaweb, epa Chang Feng, lf/rf

Wie hat alles angefangen? Wie und wo genau sprang das Coronavirus Sars-CoV-2 vom Tier auf den Menschen über? Arnulf Köhncke, Leiter Artenschutz beim WWF erklärt: "Das neue Coronavirus ist definitiv von Tieren auf Menschen übertragen worden. Wir gehen davon aus, dass es von einer Fledermaus stammt und über ein anderes Tier auf den Menschen übertragen wurde. Als Zwischenwirt hatte man erst Schlangen in Verdacht, dann Schuppentiere. Wir wissen es noch nicht. Die Suche nach dem Zwischenwirt läuft weiter - weltweit. Es ist sehr wichtig zu wissen, wo das Virus herkam, um zukünftige Übersprünge verhindern zu können."

Hier lesen sie das ganze Interview.

01:59 Uhr - Keine Einreise für Asylbewerber

Die Bundesregierung hat einem Medienbericht zufolge die Einreisebeschränkungen wegen der Coronavirus-Krise auf Asylbewerber ausgedehnt. Diese müssten damit rechnen, ab sofort an der Bundesgrenze abgewiesen zu werden, meldet der "Focus" unter Berufung auf Regierungs- und Koalitionskreise. 

01:47 Uhr - Es ist auch in China noch nicht vorbei

Drei Tage lang, gab es nach offiziellen Angaben, keine neuen Infektionen in China. Nun melden die Behörden 55 neue Fälle. Ist das schon ein Vorzeichen für eine zweite Welle? Die Regierung hatte erst vor ein paar Tagen die Ausgangsbeschränkungen gelockert.

01:33 Uhr - Experten erwarten bis zu 81.000 Corona-Tote in den USA

25.03.2020, USA, New York: Ein Zelt, das als behelfsmäßige Leichenhalle genutzt werden soll, wird gebaut. Foto: Mary Altaffer/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Coronavirus - USA
© dpa, Mary Altaffer, MA fgj

Es sind Zahlen, von denen man hofft, dass sie nie wahr werden. Die University of Washington hält einer Studie zufolge in den kommenden vier Monaten mehr als 81.000 Virus-Tote in den USA für möglich. Manche Schätzungen gingen sogar von der doppelten Zahl aus, andere dagegen von 38.000 Todesopfern, sagt Studienleiter Christopher Murray. Die große Abweichung begründet er damit, dass die unterschiedlich schnelle Ausbreitung des Virus in verschiedenen Regionen den Forschern Rätsel aufgebe.

01:28 Uhr - Über 6000 Festnahmen wegen Ausgangssperre-Verstöße in Argentinien

18.09.2019, Argentinien, Buenos Aires: Polizisten stehen während der Ausgangssperre an einem Kontrollpunkt in Buenos Aires. Foto: Daniel Dabove/telam/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Coronavirus - Argentinien
© dpa, Daniel Dabove, vco

Die argentinischen Sicherheitskräfte haben seit Beginn der weitgehenden Ausgangsbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mehr als 6000 Menschen wegen Verstöße vorübergehend festgenommen. Gegen die 6191 Verdächtigen im ganzen Land sei Strafanzeige erstattet worden, teilte das Präsidialamt am Donnerstag mit. Zudem beschlagnahmte die Polizei 938 Fahrzeuge. Über 200 000 Menschen seien bei Kontrollen nach Hause geschickt worden, da sie nicht berechtigt gewesen seien, sich im Freien zu bewegen, hieß es in der Mitteilung weiter. 

+++Die komplette Chronologie der Coronavirus-Entwicklungen vom 26. März lesen Sie hier.+++