Weniger Straftaten, aber mehr MesserangriffeMesser ist „kein Statussymbol“ – Ministerin Behrens warnt vor Gewalt auf den Straßen

von Alexander Gurgel und Nele Hasselbusch

Gute Nachrichten und gleichzeitig eine beunruhigende Entwicklung.
Die Zahl der Straftaten in Niedersachsen sinkt. Doch bei Messerangriffen geht der Trend klar nach oben. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) schlägt Alarm und will Tätern mit radikalen Verboten den Kampf ansagen. Im Video erklärt sie, wie sicher wir uns in Niedersachsen angesichts solcher Entwicklungen noch fühlen können.

Straftaten sinken – Niedersachsen „noch sicherer geworden“

Die Statistik zeigt zunächst eine positive Entwicklung. 2025 registrierte die Polizei 506.634 Straftaten, rund 22.600 weniger als im Jahr zuvor. Auch die Aufklärungsquote bleibt mit 62,72 Prozent hoch. Für Innenministerin Daniela Behrens ein klares Signal: „Niedersachsen ist im vergangenen Jahr noch sicherer geworden”, sagt sie bei der Vorstellung der Zahlen. Doch hinter dem positiven Gesamtbild verbergen sich alarmierende Entwicklungen besonders in Bereichen, die unsere Sicherheit unmittelbar betreffen. „Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist auch immer ein Blick in unsere Gesellschaft”, meint Behrens.

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Messerangriffe steigen auf neuen Höchststand

Während die Gesamtkriminalität sinkt, entwickelt sich ein Bereich gegen den Trend: Messerangriffe. 2025 registrierte die Polizei 3.185 Fälle, 130 mehr als im Jahr davor. Ein neuer Höchststand. Innenministerin Behrens fordert deshalb härtere Maßnahmen: „Wir müssen repressiv mit aller Konsequenz gegen Messerangriffe vorgehen und den Schutz der Bürgerinnen und Bürger auch präventiv weiter stärken“, sagt sie. Künftig soll es ein landesweites Waffenverbot im öffentlichen Nahverkehr geben – also in Bussen, Bahnen, auf Bahnsteigen und in Unterführungen.

Polizeichef Axel Brockmann und Ministerin Daniela Behrens kündigen ein landesweites Waffenverbot im ÖPNV an. Der Trend bei der Messerkriminalität bereitet Sorge, insbesondere bei jungen Tätern.
Polizeichef Axel Brockmann und Ministerin Daniela Behrens kündigen ein landesweites Waffenverbot im ÖPNV an. Der Trend bei der Messerkriminalität bereitet Sorge, insbesondere bei jungen Tätern.
Shireen Broszies/dpa

Fast 90 Prozent der Täter sind männlich. Auch Landespolizeipräsident Axel Brockmann sieht Handlungsbedarf: „Warum muss ich überhaupt, wenn ich nach draußen gehe, ein Messer bei mir führen?“, fragt er im RTL-Interview. Für die Ministerin ist klar: „In den Köpfen insbesondere junger Männer muss ankommen, dass ein Messer kein Statussymbol ist.“

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Gewalt hinter verschlossenen Türen erschüttert Behörden

Doch nicht nur auf der Straße lauert die Gefahr. Über 32.500 Fälle von häuslicher Gewalt registrierte die Polizei, praktisch unverändert zum Vorjahr. Im Schnitt passiert jede Woche mindestens ein versuchtes oder vollendetes Tötungsdelikt in Familien oder Partnerschaften. Alex Brockmann zeigt sich besorgt: „Diese hohen Zahlen machen mich natürlich überhaupt nicht glücklich. Gewalt, egal wo sie passiert, ist nicht legitim.” Um Frauen besser zu schützen, setzt das Land nun auf die elektronische Fußfessel für Täter.

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Knallharte Ansage bei Straffälligen

Auch beim Thema Migration findet die Ministerin deutliche Worte. Zwar betont sie, dass Kriminalität keine Frage der Nationalität sei, doch wer den Schutz in Deutschland missbraucht, hat verspielt. „Wer in Deutschland schwere Straftaten verübt, darf nicht erwarten, dass ihm hier Schutz gewährt wird, und muss das Land wieder verlassen“, so Behrens. Das Niedersachsen werde weiterhin diejenigen bei Abschiebungen priorisieren, die hier straffällig geworden sind. Es gehe schlicht um das Interesse aller, die friedlich hier leben wollen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche