Deutscher Christian B. unter Mordverdacht

Der Fall Maddie McCann: Eine Chronologie

Das ist der Fall Maddie McCann Ihre Eltern suchen sie seit 13 Jahren
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Ihre Eltern suchen sie seit 13 Jahren
Das ist der Fall Maddie McCann

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Wer ist Madeleine "Maddie" McCann?

Es sollte ein wunderschöner Familienurlaub an der Algarve werden und endete in einem Alptraum: Maddie, die vor 15 Jahren spurlos aus einer Ferienanlage in Portugal verschwand, ist deutschen Ermittlern zufolge nicht mehr am Leben. Polizisten aus verschiedenen Ländern versuchten, den mysteriösen Fall um das kleine britische Mädchen jahrelang zu lösen – vergeblich. 2020 dann die Wendung: Der Täter soll der 45-jährige Deutsche Christian B. sein, der aktuell wegen einer Vergewaltigung hinter Gittern sitzt. Viele Spuren deuten darauf hin. Aber: Es gibt keine Zeugen und keine Leiche. Doch was ist damals überhaupt vorgefallen? Was bislang geschah zeigen wir hier im Video oder lesen Sie hier weiter.

Maddie McCann verschwand 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal

Maddie verschwand kurz vor ihrem vierten Geburtstag am 3. Mai 2007 aus der Appartementanlage in portugiesischen Praia da Luz. Zeitweise waren die Eltern sogar selbst ins Visier der Ermittler geraten. Medien berichteten damals, die Polizei gehe von einem Unglücksfall aus – die Eltern hätten die Leiche verschwinden lassen.

Mutter und Vater hatten in einem Restaurant mit Bekannten gegessen, das ganz in der Nähe ihrer Unterkunft lag. Regelmäßig hatten sie nach Maddie und ihren beiden Geschwistern geschaut – bis die Mutter plötzlich entsetzt feststellte: Maddies Bett war leer. Vermutlich konnte der Täter durch die offene Terrassentür eindringen.

Was wir über den Tatverdächtigen Christian B. wissen: Hier im Video

Was wir über den Verdächtigen wissen Wende im Fall Maddie McCann
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Wende im Fall Maddie McCann
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Eltern starteten riesige Suchaktion nach Maddie

Gerry und Kate McCann starteten kurz nach dem Verschwinden ihrer Tochter eine gigantische Medienkampagne. Mit Auftritten in Talksshows, Reisen rund um die Welt und einer eigenen Website lenkten sie immer wieder das Interesse auf das Verschwinden ihrer kleinen Tochter.

Aus dieser Ferienanlage an der Anlage verschwand Maddie McCann.
Aus dieser Ferienanlage an der Anlage verschwand Maddie McCann 2007 spurlos.
pda, dpa, Steve Parsons

Danach beginnt eine lange Zeit des Hoffens, Wartens und auch Verzweifelns. Nachdem die Ermittlungen der portugiesischen Polizei lange ergebnislos bleiben, dehnen die Eltern die Suche auf andere europäische Länder aus. Prominente wie der Fußballstar David Beckham oder die Schriftstellerin J.K. Rowling unterstützen die Eltern mit Spenden. Selbst der Papst empfängt die McCanns und segnet ein Foto der kleinen Maddie. Das mediale Interesse an der Geschichte ist riesig, zwischendurch wurde Maddie angeblich in Marokko, Texas und Bosnien gesehen. Doch alle Spuren verlaufen im Sand. Zahlreiche Hinweise enden in einer Sackgasse.

Jetzt endlich der Durchbruch? Die Spur führt nach Deutschland

Spur führt nach Deutschland Durchbruch im Vermisstenfall nach 13 Jahren?
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Durchbruch im Vermisstenfall nach 13 Jahren?
Spur führt nach Deutschland

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Maddies Eltern wurde damals lange vorgeworfen, selbst etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun zu haben

Schnell wurden auch kritische Stimmen laut, die Gerry und Kate McCann vorwarfen, selbst in das Verschwinden ihrer Tochter verstrickt zu sein. Lange hielt sich auch die Theorie, Maddie sei an einer überhöhten Dosis Beruhigungsmittel gestorben und von ihren Eltern aus Angst vor Strafe weggeschafft worden.

Der umstrittene portugiesische Ex-Chef-Ermittler Gonçalo Amaral schrieb sogar ein Buch zu dieser Theorie – das die McCanns schließlich per Gericht verbieten ließen. Auch Verschwörungstheoretiker ließen die Familie nicht in Ruhe und entwickelten ihre ganz eigenen Ideen zu Maddies Verschwinden und äußerten diese in Internetforen.

02.05.2012, Großbritannien, London: Kate und Gerry McCann, Eltern der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine McCann halten bei einem Such-Aufruf das Foto ihrer Tochter. Im Fall des vor gut 13 Jahren in Portugal verschwundenen britischen Mädche
Fall Maddie: Gerry und Kate McCann suchten jahrelang nach ihrer Tochter, waren viel in den Medien und erhielten sogar viel Unterstützung von Prominenten.
ihe, dpa, John Stillwell

Deutscher Christian B. Tatverdächtiger im Fall Maddie

2020 dann endlich eine Spur: Christian B. aus Braunschweig steht unter Mordverdacht. Er lebte lange an der Algarve, war am Tag von Maddies Verschwinden wohl auch in der Ferienanlage. Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass er das Mädchen entführte und umbrachte. Gerade sitzt der Verdächtige in einem niedersächsischen Gefängnis eine mehrjährige Haftstrafe ab. Er hat eine 72-jährigen US-Amerikanerin im Jahr 2005 in Praia da Luz vergewaltigt.

Im April 2022 wird der Deutsche dann von der Staatsanwaltschaft in Faro zum Verdächtigen erklärt: "Im Rahmen der Untersuchung der Umstände des Verschwindens von Madeleine McCann im Jahr 2007" wird Christian B. nun offiziell beschuldigt. Eine schnelle Klärung bedeutet das aber nicht: „Die Ermittlungen werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen“, sagte Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Ein Ende der Untersuchungen sei derzeit nicht absehbar.

Lese-Tipp: Verstörende Chatverläufe zeigen pädophile Fantasien von Maddies mutmaßlichem Mörder Christian B.

Christian B. ist offiziell Tatverdächtiger Fall Maddie
00:31 min
Fall Maddie
Christian B. ist offiziell Tatverdächtiger

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Maddies Eltern hoffen noch immer auf ein Wiedersehen mit ihrer Tochter

ARCHIV - 30.04.2017, Großbritannien, Loughborough: Kate und Gerry McCann geben dem britischen Fernsehsender BBC TV ein Interview. Am 3. Mai 2007 verschwand ihre damals dreijährige Tochter Maddie aus Großbritannien aus einem Ferienappartement im portu
Maddie McCann verschwand vor 15 Jahren in Portugal.
DA wie vrb kde, dpa, Joe Giddens

Maddies Eltern, Kate und Gerry McCann, hoffen noch immer, dass sie eines Tages wieder mit ihrem Mädchen vereint sind – auch, wenn die deutschen Behörden den Fall inzwischen als Mordfall einstufen.

In einem Statement schreiben sie: "Wir begrüßen die Nachricht, dass die portugiesischen Behörden einen Deutschen im Zusammenhang mit dem Verschwinden unserer geliebten Tochter Madeleine zum 'Arguido' (Verdächtige) erklärt haben. Dies spiegelt den Fortschritt der Untersuchung wieder, die von den portugiesischen, deutschen und britischen Behörden durchgeführt wird. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Madeleine noch lebt und wir wieder mit ihr vereint sein werden."

Lese-Tipp: Maddies Eltern brechen das Schweigen zu Christian B.

SPIEGEL TV Doku auf RTL+

Das Verschwinden von Maddie McCann vor 15 Jahren gehört zu den größten Rätseln der Kriminalgeschichte. Bislang konnte nicht geklärt werden, wer das dreijährige Mädchen in Portugal entführte. Doch jetzt ist sich die Staatsanwaltschaft sicher, den wahren Täter zu kennen, und steht kurz davor, Anklage zu erheben: Es soll Christian B. (45) sein.

Für die Dokumentation "Verdächtig im Fall Maddie – Wer ist Christian B.?" (hier auf RTL+ anschauen) hat sich SPIEGEL TV ein Jahr lang auf Spurensuche begeben und exklusiv mit Freunden und Weggefährten des Tatverdächtigen gesprochen. Dabei wurden neue Erkenntnisse über den Mann gewonnen, der möglicherweise ein Verbrechen begangen haben soll, das die ganze Welt erschüttert hat.