Maddies Eltern brechen das Schweigen zu Christian B. (44)

Kate und Gerry McCann: "Ohne sein Geständnis werden wir nie erfahren, was mit Madeleine passiert ist"

Maddies Eltern Kate und Gerry McCann brechen das Schweigen zu Christian B.
Maddies Eltern Kate und Gerry McCann brechen das Schweigen zu Christian B.
© dpa, John Stillwell, ihe sab

06. Oktober 2021 - 8:49 Uhr

Maddies Eltern äußern sich erstmals öffentlich zu Christian B. (44)

Vor 16 Monaten geriet Christian B. (44) als Hauptverdächtiger im Vermisstenfall Madeleine "Maddie" McCann ins Visier der Ermittler. Seitdem hat sich wenig getan, sehr zum Frust von Maddies Eltern Kate und Gerry. Jetzt äußern sie sich erstmals gegenüber der britischen Presse zu dem Mann, der ihre Tochter getötet haben soll.

Lange Strafakte des Sexualstraftäters Christian B.

Christian B., Verdächtiger im Vermisstenfall Maddie McCann
Christian B. wird verdächtigt, Maddie McCann entführt und ermordet zu haben.
© Privat

Seit gegen den vorbestraften Sexualstraftäter Christian B. im Fall Maddie ermittelt wird, kommen immer mehr schreckliche Details zu seinen Verbrechen ans Licht. Es geht um mehrere Fälle, für die er bereits zu Haftstrafen verurteilt wurde: Der Schwerverbrecher hat unter anderem eine 72-jährige Frau vergewaltigt, mit Drogen gehandelt und mehrere Kinder sexuell belästigt.

Vor 14 Jahre soll der 44-Jährige im portugiesischen Praia da Luz die damals dreijährige Maddie entführt und getötet haben, da ist sich die Staatsanwaltschaft sicher. Die Ermittler verkündeten im Juni 2020, dass wegen Mordes ermittelt wird. Es gebe einen "tatsachengestützten Verdacht" und "materielle Beweise".

Christian B. macht sich über die Ermittler im Fall Maddie lustig

Mehr als ein Jahr sind seitdem vergangen, und noch immer wird gegen B. ermittelt. Wann und ob es überhaupt zu einer Anklage kommen wird, ist derzeit nicht absehbar.

Der 44-Jährige macht sich laut "The Sun" sogar darüber lustig, dass die Ermittler noch immer keine Beweise vorgelegt hätten und verzweifelt versuchen würden, ihn mit anderen Straftaten in Verbindung zu bringen. Sie würden "nach Strohhalmen greifen", soll er nach Angaben einer unbekannten Quelle gesagt haben. Er sei nicht einmal von der Polizei zum Fall Maddie befragt worden und behauptet weiterhin, nichts damit zu tun zu haben.

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Maddies Eltern wollen endlich wissen, was mit ihrer Tochter passiert ist.
© dpa, Joe Giddens, lix nwi exa

Maddies Eltern trifft das wie ein Schlag ins Gesicht! Laut der britischen "The Sun" befürchten sie, ohne ein Geständnis nie zu erfahren, was mit ihrer Tochter geschehen ist. Der Sprecher der Familie sagte der Zeitung: "Die Polizei sagt uns nicht, was los ist, wir tappen im Dunkeln", heißt es in einer Mitteilung, und weiter: "Aber wenn er es ist und es keine handfesten Beweise gegen ihn gibt, wird er vielleicht nie ein Wort dazu sagen."

Weiter sagt der Sprecher der Eltern: "Ohne sein Geständnis werden wir nie erfahren, was mit Madeleine passiert ist. Aber wir hoffen, es herauszufinden. Wir hoffen nach all den Jahren weiter." Ein kleiner Trost sei, dass B. schon im Gefängnis sitzt und nicht auf freiem Fuß ist.

Bislang hatte sich das Ehepaar nicht öffentlich zum Hauptverdächtigen geäußert. Sie versprachen den Ermittlern aber ihre volle Unterstützung.

Britische Polizei stellt weitere Mittel für den Fall Maddie zur Verfügung

Auch nach all den Jahren hoffen Kate und Gerry, dass ihre Tochter noch am Leben ist. Das Ehepaar, beide 53 Jahre alt, habe sich geschworen, die Suche nach Maddie niemals aufzugeben. Sie arbeiten laut "The Sun" derzeit wieder in Vollzeit als Ärzte, um in der Corona-Pandemie auszuhelfen.

Wie der Sprecher weiter sagt, bedanken sie sich bei der Polizei, die zuletzt zusätzlich 350.000 Pfund (rund 400.000 Euro) für die Ermittlungen im Fall Maddie zur Verfügung gestellt haben soll. Die britische Polizei soll ihnen versichert haben, so lange mithilfe deutscher und portugiesischer Behörden zu ermitteln, bis nichts mehr zu finden ist. (mor)

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