Fall "Maddie" McCann: Mordermittlungen gegen Christian B.

Verdächtiger im Fall Maddie (43) soll US-Amerikanerin in Portugal vergewaltigt haben

04. Juni 2020 - 14:53 Uhr

Fall "Maddie" McCann könnte endlich gelöst werden

Seit 13 Jahren wird die kleine "Maddie"  McCann vermisst, zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war sie drei Jahre alt. Nun führt eine neue Spur ins norddeutsche Braunschweig. Im Verdacht steht der 43 Jahre alte Deutsche Christian B., der zur Tatzeit in Portugal lebte. Nach einem Medienbericht soll der Mann im Dezember 2019 wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin in Praia da Luz vom Landgericht Braunschweig zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden sein.

+++ Was wir über den 43-jährigen Mordverdächtigen Christian B. wissen, haben wir hier zusammengefasst +++

Fall des verschwundenen Mädchens Maddie McCann aus England: Mordverdächtiger Christian B. (43) aus Deutschland
Mordverdächtiger im Fall Maddie McCann: Christian B.
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Spur führt nach Braunschweig

Nach Informationen der "Braunschweiger Zeitung" soll der Mann im Dezember 2019 wegen der Vergewaltigung einer 72 Jahre alten US-Amerikanerin im Jahr 2006 vom Landgericht Braunschweig zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden sein. Die Tat soll er ebenfalls im gleichen Ort begangen haben, in dem die kleine Maddie 2007 verschwunden ist. Das Urteil sei bislang nicht rechtskräftig. Der Angeklagte werfe der Justiz Rechtsfehler im Auslieferungsverfahren vor, heißt es.

72-jährige Amerikanerin vergewaltigt

Die Vergewaltigung passierte demnach im Jahr 2005 an der Küste Portugals. Im September 2005 soll der 43-jährige Deutsche dort eine 72-jährige Amerikanerin abends in ihrem Haus misshandelt, vergewaltigt und beraubt haben. Zu sehen war das laut Bericht auf einem Video auf einer geklauten Videokamera. Erst Jahre später meldete sich der Dieb laut Bericht bei der Polizei und berichtete, was auf dem Video zu sehen war. Die Polizei recherchierte daraufhin Vergewaltigungsfälle, bei denen die Täter nie gefunden worden waren – und stieß auf den Fall der 72-Amerikanerin.

Der Vergewaltigung überführt hat Christian B. offenbar auch ein Körperhaar, dass im Zimmer des Opfers gefunden wurde. Daran finden die Ermittler die DNA des Mannes – aber erst 13 Jahre nach der Vergewaltigung. So berichtet es die Braunschweiger Zeitung. Dort ist auch zu lesen, wie er bei der Vergewaltigung vorgegangen sei. Er hat die Frau erst geknebelt, gefesselt und ihr die Augen verbunden. Das Seil zum Fesseln hatte er wohl sogar mitgebracht. Offenbar war alles gut geplant.

Mutmaßlicher Täter bestreitet Vergewaltigung

Der 43-jährige hat vor Gericht die Tat bestritten. Sein Haar mit der DNA hätten Katzen ins Haus gebracht, die er vor dem Haus des Opfers öfter gestreichelt hätte.

Doch das Gericht hat ihn wegen schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu sieben Jahren Haft verurteilt. Gegen das Urteil hat der mutmaßliche Vergewaltiger Berufung eingelegt. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofes steht noch aus. 

Europaweite Polizeiarbeit im Vermisstenfall Madeleine McCann

Jetzt wird Christian B. also auch noch beschuldigt, die damals dreijährige Maddie McCann in Portugal getötet zu haben. Die Erkenntnisse seien das Ergebnis einer jahrelangen Zusammenarbeit, der britischen, deutschen und portugiesischen Polizei, hieß es weiter. "Nach dem 10. Jahrestag erhielt die Metropolitan Police Informationen über einen deutschen Mann, der sich bekanntermaßen in und um Praia de Luz aufhielt.

Wir haben mit Kollegen in Deutschland und Portugal zusammengearbeitet und dieser Mann ist ein Verdächtiger im Verschwinden von Madeleine", sagte Detective Chief Inspector Mark Cranwell der Mitteilung zufolge. Scotland Yard betonte jedoch, dass es sich weiterhin um einen Vermisstenfall handle.

Madeleines Eltern: „Wir werden niemals die Hoffnung aufgeben“

Madeleines Eltern hatten sich mit teils emotionalen Aufrufen immer wieder an die Öffentlichkeit gewandt, um Informationen über den Verbleib ihrer Tochter zu erhalten. "Alles, was wir je wollten, ist sie zu finden, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", heißt es in einem Statement der Eltern in der Scotland-Yard-Mitteilung. "Wir werden niemals die Hoffnung aufgeben, Madeleine lebend zu finden, aber was auch immer herauskommen sollte, wir müssen es wissen, weil wir Frieden finden müssen."

Sie kaufe noch immer Geschenke für ihre Tochter an Weihnachten und zum Geburtstag, hatte Mutter Kate McCann in einem BBC-Interview zum 10. Jahrestag von Maddies Verschwinden 2017 gesagt.