RTL auf Spurensuche in Portugal

Hat Christian B. (43) die kleine Maddie hier umgebracht?

04. Juni 2020 - 17:26 Uhr

Video: RTL-Reporterin Alexandra Callenius in Portugal

Vergeblich haben Ermittler aus verschiedenen Ländern versucht zu klären, was mit der kleinen Madeline "Maddie" McCann im Jahr 2007 passiert ist. Damals war die Dreijährige aus dem Bett ihrer Eltern in einer Ferienwohnung in Portugal spurlos verschwunden. Doch nun, 13 Jahre später, steht plötzlich ein verurteilter deutscher Sexualstraftäter unter Mordverdacht. Christian B. soll Maddie damals in Praia da Luz getötet haben. RTL-Reporterin Alexandra Callenius ist zum ehemaligen Wohnhaus des 43-Jährigen an der Algarve gefahren und hat sich vor Ort umgeschaut. Mehr dazu im Video.

Ist Christian B. der Mörder von Madeleine "Maddie" McCann?

RTL-Reporterin Callenius ist mit ihren Auto die Strecke zwischen dem Ferienhaus von Maddies Eltern und dem Wohnhaus des Tatverdächtigen abgefahren. Die beiden Häuser liegen etwa eine Viertelstunde voneinander entfernt. "Natürlich stelle ich mir jetzt die Frage, hat dieser Mann tatsächlich in einem seiner beiden Fahrzeuge diese Strecke zurückgelegt, mit der vielleicht schon getöteten Maddie im Auto?", so Callenius.

Maddie verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage in Praia da Luz. Die Eltern waren zu der Zeit in einem nahegelegenen Restaurant essen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) lebte Christian B. zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve, unter anderem einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz, vor dem unsere Reporterin im Video steht.

Christian B. wurde wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt

In Portugal ging Christian B. Gelegenheitsjobs unter anderem in der Gastronomie nach. Er soll seinen Lebensunterhalt zudem durch Einbruchdiebstähle in Hotels und Ferienwohnungen sowie Drogenhandel finanziert haben. Mehrmals wurde er zu Haftstrafen verurteilt. So verbüßte er unter anderem wegen sexuellen Kindesmissbrauchs eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, aus der er im August 2018 entlassen wurde. Das geht aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 21. April hervor.

Im Dezember 2019 verurteilte demnach das Landgericht Braunschweig den Mann wegen Vergewaltigung zu insgesamt sieben Jahren Haft. Er soll im Jahr 2005 in Praia da Luz eine 72 Jahre alte US-Amerikanerin in deren Haus überfallen und vergewaltigt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Motiv von Christian B. noch unklar

Auf die Spur des Verdächtigen sind die Ermittler nach eigenen Angaben 2013 gekommen, durch einen Hinweis nach einer Sendung von "Aktenzeichen XY... ungelöst". Einen weiteren Hinweis gab es 2017. Das habe damals aber nicht für weitere Ermittlungen oder gar eine Festnahme gereicht.

Am 3. Mai 2007 soll der Verdächtige zu "tatrelevanter" Zeit in Praia da Luz mit dem Handy telefoniert haben. Dort soll er zwei auffälligere Autos gefahren haben, einen VW-Bus sowie einen Jaguar. Unklar ist, wie genau die Tat verübt worden sein soll. Das sei Gegenstand der aktuellen Ermittlungen, sagte ein Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) am Mittwoch bei "Aktenzeichen XY... ungelöst". Das Motiv ist demnach ebenfalls unklar. Möglich sei eine sexuelle Motivation oder dass nach einem zunächst geplanten Einbruch spontan auf ein Sexualdelikt umgeschwenkt wurde.

Weitere Opfer in Portugal möglich

Warum genau der 43-Jährige mittlerweile unter Mordverdacht steht, ist offen. Die Ermittler haben sich bislang nicht dazu geäußert, welche konkreten Hinweise und Indizien sie haben. Ob es in Portugal zwischen 1995 und 2007 zu weiteren Übergriffen gekommen ist, ist unklar. "Wir schließen nicht aus, dass es weitere Opfer von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen gibt", so der BKA-Ermittler.

Im Fall Maddie gehen die Ermittler davon aus, dass das Mädchen tot ist.