Gerüchte über das Werk in OsnabrückProduziert VW bald Panzer?

Statt Cabrios bald Militärfahrzeuge.
Dieses Szenario hält die Betriebsratschefin von Volkswagen inzwischen für möglich. Für das gefährdete Werk in Osnabrück will sie Rüstungsaufträge nicht länger ausschließen.
Rüstung könnte ein Ausweg sein
Eigentlich laufen im Volkswagen-Werk in Osnabrück Porsche-Modelle und das VW T-Roc Cabrio über das Band. Doch damit ist bald Schluss! Die Porscheproduktion läuft in diesem Jahr aus, Mitte 2027 dann auch die Fertigung des Cabrios. Könnten hier stattdessen bald Panzer entstehen? VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo schließt das zumindest nicht mehr aus: „Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung.” Ein Einstieg in die Rüstung könnte für das VW-Werk in Osnabrück ein Hoffnungsschimmer sein.
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Seit mehr als einem Jahr blicken viele Beschäftigte hier mit Sorge nach vorn, denn wie es für das Werk weitergeht, ist noch nicht klar. Neue Sparprogramme zum Nachteil der Mitarbeiter soll es nicht geben. Auch eine Werksschließung kommt für Cavallo nicht in Frage. Rüstung wäre eine Option, das Werk in Osnabrück zu sichern: „In der militärischen Logistik sind wir ja auch heute schon aktiv mit einem Joint-Venture unter MAN-Dach.”
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Anzeige:Autoindustrie unter Druck
Darüber hinaus sieht die Betriebsrat-Chefin die Autoindustrie vor weiteren Herausforderungen. Geopolitische Krisen und Handelsstreitigkeiten wie neue US-Zölle setzten der Branche zusätzlich zu, auch Volkswagen. „Die Welt hat sich stark verändert. Deshalb ist es wichtig, dass Europa dort ein Gegengewicht aufbaut”, sagt Cavallo. Mit dieser Realität müsse sich auch der Vorstand beschäftigen.

Volkswagen selbst prüft weiterhin verschiedene Zukunftsoptionen für den Standort Osnabrück. „Das Volkswagen Werk Osnabrück hat in den vergangenen Monaten verschiedene Fahrzeugkonzepte entwickelt und diese auf der Enforce Tac präsentiert, um mögliche Marktchancen und Perspektiven auszuloten”, heißt es in einem Statement, das RTL vorliegt. Zuvor wurden auf der Sicherheits- und Militärsmesse in Nürnberg zwei Prototypen von Militärfahrzeugen gezeigt. Ob und in welchem Umfang sich daraus konkrete Projekte ergeben, ist laut dem Konzern derzeit offen. (les)
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche, dpa

































