Aus Deutschland hagelt es KritikSchweiz beschließt Transitgebühr! Urlauber auf der Durchreise müssen bald zahlen

Volle Straßen, Staus
Volle Straßen in den Ferien und am Wochenende – damit soll dank einer neuen Transitgebühr in der Schweiz bald Schluss sein.
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Für viele Deutsche ist der Weg in den Süden untrennbar mit der Durchfahrt durch die Schweiz verbunden. Doch damit könnte bald Schluss sein – zumindest für alle, die sparen wollen! Denn die Schweiz plant aktuell die Einführung einer Transitgebühr, also eine Abgabe für die Durchquerung des Landes. Doch wie viel wird die Durchfahrt kosten? Und wann soll die Transitgebühr greifen?

Warum will die Schweiz eine Transitgebühr einführen?

Bereits im März hat das Schweizer Parlament eine neue Transitgebühr, also eine Abgabe für Durchreisende, beschlossen, wie Rundschau-Online berichtet. Grund für diese Entscheidung stellt die Überlastung der Verkehrswege, die Umweltverschmutzung sowie die mangelnden Einnahmen durch eine reine Durchquerung des Landes dar.

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Mit der Transitgebühr sollen den massiven Verkehrsbehinderungen an Feiertagswochenenden sowie zu Beginn und Ende der Ferien an Durchfahrt-Hotspots wie dem San-Bernardino- und Gotthard-Tunnel ein Ende bereitet werden. Denn 31 Prozent des Personenverkehrs über die Alpen sind laut des Bundesamtes für Statistik, wie die dpa berichtet, reine Transitfahrten – ein enormer Anteil, der nun zur Kasse gebeten werden soll.

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Wie hoch soll die Schweizer Transitgebühr ausfallen?

Die genauen Modalitäten sind zwar noch in Klärung, doch es wird eine Gebühr von durchschnittlich 21 Franken diskutiert, das sind um die 23 Euro. Doch die Durchfahrt könnte je nach Reisezeit noch teurer werden – dank einer Preisstaffelung. Die Transitgebühr soll demnach zu Stoßzeiten höher ausfallen, um eine Überlastung zu verhindern.

Damit erwartet sich die Schweiz Einnahmen im unteren dreistelligen Millionenbereich – eine deutliche Verbesserung, wenn man auf die derzeit günstige Gebühr für die Autobahnnutzung in der Schweiz schaut.

Zum Vergleich: Die aktuelle Jahresplakette kostet 40 Franken (ca. 44 Euro), während eine Tagesvignette in Österreich 9,60 Euro und die Brenner-Maut 12,50 Euro beträgt.

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Einführung: Ab wann gilt die neue Transitgebühr in der Schweiz?

Noch ist der Weg zur Umsetzung steinig: Die Schweizer Regierung zeigt sich von dem Parlamentsbeschluss wenig begeistert und wird die Umsetzung voraussichtlich nicht zeitnah forcieren. Zudem könnte eine Volksabstimmung nötig sein, was die Einführung ebenfalls verzögern würde. Mit der Einführung der Transitgebühr ist demnach erst in einem oder sogar in wenigen Jahren zu rechnen.

Wie sinnvoll ist eine Schweizer Transitgebühr?

Ob die neu geplante Transitgebühr wirklich zur gewünschten Entlastung der Verkehrswege führt, wird sich zeigen. Laut Thomas Sauter-Servaes, Professor für Mobilitätswissenschaft in Zürich, sei dies prinzipiell möglich, allerdings zweifelt er an der Sinnhaftigkeit: „Wenn jedes Land so denken würde und nur die Ausländer abkassieren will, haben wir ein Problem”, stellt der Mobilitätsexperte klar.

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Auch aus Deutschland hagelt es bereits Kritik: CDU-Europaabgeordneter Andreas Schwab hält wenig von den Plänen und sprach im dpa-Interview von „einseitigen Maßnahmen dieser Art“, die „kein Schritt nach vorn“ seien. Auch sein Parteikollege Felix Schreiner betonte: „Ich bin überzeugt, dass sich verkehrspolitische Herausforderungen im Herzen Europas nur gemeinsam lösen lassen. Der richtige Weg ist daher nicht Abschottung, sondern mehr Kooperation.“

Der Schweizer Automobilclub TCS bezweifelt zudem, dass der „erhebliche Ressourcenaufwand“ für die systematische Erfassung der Fahrzeuge die Wirkung der Gebühr rechtfertigen würde. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Schweizer Transitgebühr wirklich kommt.

Verwendete Quellen: Rundschau-Online, dpa