Spur führt zum Tatverdächtigen im Fall Maddie McCann

Medienbericht: Hat Christian B. auch etwas mit Ingas Verschwinden zu tun?

Suche nach Inga aus Schönebeck geht weiter

06. Juni 2020 - 10:14 Uhr

Christian B. taucht in Ermittlungsakte zu Inga aus Schönebeck auf

Er steht unter dem Verdacht, vor 13 Jahren die kleine Maddie McCann emordet zu haben – doch auch hierzulande könnte der Tatverdächtige Christian B. noch weitere Straftaten begangen haben, als die mittlerweile bereits bekannten. Wie die "Volksstimme" berichtet, taucht der 43-jährige Braunschweiger auch in der Ermittlungsakte zur seit 2015 vermissten Inga G. aus Schönebeck auf.

Christian B. besaß 90 Kilometer von Ingas Ort des Verschwindens ein Gelände

Die Staatsanwaltschaft Stendal teilte dazu auf RTL-Anfrage mit, dass "im Zusammenhang mit dem Tatverdacht im "Fall Maddie" geprüft wird, ob sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Zusammenhänge zum "Fall Inga" bestehen und sich hieraus ein Anfangsverdacht gegen den dortigen Tatverdächtigen ergibt. Insoweit dauern die Ermittlungen an."

2016 wurde laut "Volksstimme" gegen Christian B. wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Dazu sei ein von Christian B. gekauftes Gelände in Neuwegersleben (Landkreis Börde) durchsucht worden – die Beamten sollen dort einen USB-Stick mit Kinderpornografie gefunden haben. Auch Ermittler, die an der Suche nach Inga beteiligt waren, nahmen an den Durchsuchungen teil.

Die mit den Akten vertraute Rechtsanwältin Petra Küllmei, die Ingas Mutter als Nebenklägerin vertritt, sagte der "Volksstimme": "Nur einen Tag vor dem verschwinden von Inga in Wilhelmshof bei Stendal hat Christian B. einen dokumentierten Parkplatzrempler auf der A2 bei Helmstedt." Christian B. war demnach relativ nahe an dem Ort, an dem Inga verschwand. Er soll für den Tag des Verschwindens auch kein Alibi haben.

Christian B. soll sich laut Zeugenaussagen auf dem Gelände in Neuwegersleben täglich für einige Stunden bis 6. Mai 2015 aufgehalten haben. Er pendelte demnach zwischen Braunschweig und Börde. Der Ort Neuwegersleben liegt nur 90 Kilometer von Wilhelmshof entfernt und dicht an der Autobahn 2. Dennoch sähen die Ermittler seinerzeit keine Zusammenhänge, weil sie nicht an eine Verbindung des Verdächtigen zu dem im Wald abgelegenen Gelände bei Stendal glauben, so die "Volksstimme".