Sie halfen der Polizei bei der Suche nach Gabby Petitos Verlobtem

Hatten Brian Laundries Eltern Angst, dass sie wegen Behinderung der Justiz angeklagt werden?

22. Oktober 2021 - 0:12 Uhr

Was wussten die Laundries über das Verschwinden ihres Sohnes?

Es sieht zumindest merkwürdig aus: Erst sucht die Polizei wochenlang nach Brian Laundrie, ohne auch nur eine Spur des 23-Jährigen zu finden. Dann melden sich plötzlich seine Eltern beim FBI, weil sie den Ermittlern helfen wollen. Nur Stunden später kann die Polizei verkünden, dass im Carlton Reserve in Florida Brian Laundries Laptop und Rucksack gefunden wurden. In der Nähe stießen die Beamten dann auf Leichenteile. Ein ehemaliger FBI-Agent glaubt, dass die Eltern von Gabby Petitos Verlobtem eine Anklage wegen Behinderung der Justiz vermeiden wollten. Was wussten die Laundries über das Verschwinden ihres Sohnes?

Brian Laundrie
Die Polizei stoppte den Van von Brian Laundrie und Gabby Petito, weil es eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen den beiden gegeben haben soll.
© AP

Brian Laundrie verschwand aus dem Haus seiner Eltern

"Es gibt keinen Zweifel, dass Brian Laundries Eltern komplett mit den Ermittlern kooperieren", sagte Stuart Kaplan, der früher für das FBI gearbeitet hat und sich mit den Ermittlungsmethoden auskennt, der Zeitung "Daily Mail". Er glaubt, dass die Behörden den Laundries ein Ultimatum gestellt haben könnten: Entweder sie helfen, Brian zu finden oder sie riskieren eine Gefängnisstrafe.

Könnten sie einen Deal mit dem FBI gemacht haben? "Ich glaube, dass es eine Art Abmachung gab: Straffreiheit gegen ihre Kooperation", meint der Ex-Agent. Wenn die Laundries wussten, wo ihr Sohn sich aufhalten könnte, dann haben sie lange gewartet, bis sie mit der Sprache herausrückten. Brian verschwand Mitte September. Zuvor war er allein von einem Roadtrip mit seiner Verlobten Gabby Petito zurückgekehrt. Ihre strangulierte Leiche wurde wenig später in einem Nationalpark in Wyoming gefunden.

Eltern meldeten sich bei der Polizei und boten Unterstüzung an

Die Polizei konzentrierte ihre Suche nach dem vermisst gemeldeten Verlobten die ganze Zeit auf das Carlton Naturschutzgebiet – ganz in der Nähe von Brians Elternhaus. Der Anwalt der Laundries erklärte, dass er sich am Dienstag bei der Polizei gemeldet habe, weil die Eltern die Suche nach ihrem Sohn unterstützen wollten. Am Mittwoch brachen die beiden dann gemeinsam mit den Ermittlern auf.

Brians Vater hatte zuvor schon nach seinem Sohn mitgesucht. Die Mutter ging nun zum ersten Mal selbst los, um zu helfen, den 23-Jährigen zu finden. Sie liefen eine Route ab, auf der Brian häufig wandern ging. Etwas abseits des Weges machten sie dann endlich den erhofften Fund. Laut Polizei soll die Stelle zuvor unter Wasser gestanden haben. Wurden die Sachen deshalb zuvor übersehen?

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Gegenstände von Gabby Petitos Verlobtem gefunden - neben Leichenteilen

Laut "Daily Mail" sollen sich die Eltern bei der Suche aufgeteilt haben: Brians Mutter lief auf der einen, sein Vater auf der anderen Seite des Wanderwegs, um so Ausschau nach Spuren zu halten. Der Vater habe dann eine Tasche mit den Sachen von Brian entdeckt. Ein Polizeibeamter, der mit der Mutter unterwegs war, soll auf Brians Rucksack gestoßen sein.

"Ich glaube, dass die Eltern von Anfang an hin und her gerissen waren zwischen dem Wunsch, ihren Sohn zu schützen und keine Grenze zu überschreiten, um nicht selbst mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten", erklärt Kaplan laut dem Bericht. Selbst Brians Schwester Cassie äußerte Bedenken, dass ihre Eltern etwas über Brians Verschwinden wissen könnten, was sie ihr nicht sagen wollten.

Gabby Petito
Gabby Petito wurde bei einem Roadtrip durch die USA getötet.
© picture alliance / abaca, TNS/ABACA

Wird der Fall der getöteten Gabby Petito jetzt aufgeklärt?

Nun scheint der Durchbruch im Fall Gabby Petito ein Stück näher. Noch ist allerdings nicht bestätigt, dass die menschlichen Überreste, die in der Nähe von Brian Laundries Rucksack gefunden wurden, auch wirklich von dem Gesuchten stammen. Der 23-Jährige gilt für die Mordermittler als Person von Interesse. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl wegen Bankbetrugs vor. (jgr)