Einen Tag, bevor Gabby Petito als vermisst gemeldet wurde

Polizei zweimal zum Elternhaus von verschwundenem Brian Laundrie gerufen

Brian Laundrie und seine Familie leben in North Port im US-Bundesstaat Florida.
Brian Laundrie und seine Familie leben in North Port im US-Bundesstaat Florida.
© REUTERS, SHANNON STAPLETON, SS/IVA

01. Oktober 2021 - 14:08 Uhr

Wegen der Laundries: Mehrere Notrufe gingen bei der Polizei ein

Was passierte mit Gabby Petito? Diese Frage beschäftigt die Ermittler seit Wochen. Die 22-Jährige war von einem Roadtrip mit ihrem Verlobten Brian Laundrie nicht zurückgekehrt. Später fand man ihre Leiche im Grand-Teton-Nationalpark in Wyoming. Laundrie schwieg erst zum Verschwinden seiner Freundin, dann war er plötzlich selbst verschwunden. Wie jetzt bekannt wurde, wurde die Polizei gleich zweimal zu Laundries Elternhaus gerufen – einen Tag, bevor Gabby als vermisst gemeldet wurde.

Im Sommer waren Gabby Petito (22) und ihr Verlobter Brian Laundrie (23) zu einem Roadtrip durch die USA aufgebrochen - nur er kehrte zurück. Gabbys Leiche war am 19. September im Grand-Teton-Nationalpark (US-Bundesstaat Wyoming) gefunden worden.
Im Sommer waren Gabby Petito (22) und ihr Verlobter Brian Laundrie (23) zu einem Roadtrip durch die USA aufgebrochen - nur er kehrte zurück. Gabbys Leiche war am 19. September im Grand-Teton-Nationalpark (US-Bundesstaat Wyoming) gefunden worden.
© Gabby Petito/Instagram

Viele ungeklärte Fragen im Fall Gabby Petito

Der gesamte Fall ist mysteriös, viele Fragen sind ungeklärt: Warum kehrte Brian Laundrie ohne Gabby von dem Roadtrip zurück? Warum schwieg der 23-Jährige zu ihrem Verbleib? Warum meldeten seine Eltern Gabby nicht als vermisst? Ein komplexes Puzzle, das die Ermittler zusammensetzen müssen. Nach und nach dringen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Wie jetzt bekannt wurde, wurde die Polizei gleich zweimal zum Haus der Laundries in North Port im US-Bundesstaat Florida gerufen. Genau einen Tag, bevor Gabbys Eltern ihre Tochter als vermisst meldeten – das berichtet "Daily Mail".

Laut Recherchen der Zeitung soll der erste Notruf aus der Öffentlichkeit um 16 Uhr in der Zentrale eingegangen sein. Der zweite sei dann gegen 18.30 Uhr registriert worden. Wie genau der Inhalt der Anrufe gelautet hätte, sei bislang unbekannt, weil Teile des Protokolls geschwärzt seien. Beide Dokumente seien allerdings mit dem Hinweis "Problem gelöst" gekennzeichnet worden.

Diese Aufnahmen von Brian Laundrie entstanden bei ein Polizeieinsatz.
Diese Aufnahmen von Brian Laundrie entstanden bei ein Polizeieinsatz - er soll Gabby geschlagen haben.
© AP

Am Folgetag ging die Notruf-Serie weiter

So richtig schien das Problem tatsächlich aber nicht gelöst worden zu sein. Am Folgetag – dem Tag, an dem Gabby als vermisst gemeldet wurde, soll es drei weitere Notrufe im Zusammenhang mit den Laundries gegeben haben. Auch hier sind die genauen Inhalte unbekannt. Diese Protokolle seien dann allerdings mit den Notizen "Folgeuntersuchung", "Behördenunterstützung" und "Bericht eingereicht" versehen worden.

Zwischen dem 10. und dem 27. September sollen mindestens 46 Notrufe im Zusammenhang mit dem Haus der Laundries bei der Zentrale eingegangen sein, so "Daily Mail". Daraufhin habe es einige Besuche bei der Familie gegeben.

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Brian Laundrie gilt als "Person von Interesse"

Gabby Petito und Brian Laundrie waren im Juli 2021 in einem umgebauten Van zu einem Roadtrip durch die USA aufgebrochen. In den sozialen Netzwerken zeigten sie sich glücklich, teilten Fotos von schönen Orten. Doch von der Reise kehrte nur er am 1. September zurück, Gabby Petitos Eltern meldeten ihre Tochter zehn Tage später als vermisst. Die junge Frau wurde später tot im Teton-Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming aufgefunden. Ein Gerichtsmediziner bestätigte, dass Gabby keines natürlichen Todes gestorben ist.

Seit dem 14. September fehlt von Brian Laundrie jede Spur. Laut seiner Eltern war er zu einer Wanderung aufgebrochen, von der er nicht mehr zurückkehrte. Die Polizei fahndet nach dem 23-Jährigen. Er gilt als "Person von Interesse". Außerdem liegt gegen ihn ein Haftbefehl wegen Bankbetrugs vor. (dky)