Gewebe kann anderen Menschen neue Chancen gebenNach dem Tod noch helfen! Kennt ihr die 72 Stunden-Regel? 

Gewebespende
Gewebespenden können jährlich tausenden Patientinnen und Patienten helfen.
RTL Nord HB
von Anne Korff und Janne Meinders

Viele kennen Organspenden, Gewebespenden hingegen kaum.
Hornhaut, Herzklappen oder Knochengewebe können nach dem Tod gespendet werden. Welche Möglichkeiten die Gewebespende bietet, darüber wurde am Dienstag (23. Juni) in Hannover aufgeklärt.

Hilfe für tausende Patienten

Organspenden sind vielen Menschen ein Begriff. Weniger bekannt ist dagegen die Möglichkeit der Gewebespende. Um darüber aufzuklären, haben Notärztin Carola Holzner und die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation am Dienstag rund 350 Auszubildende ins Congress Centrum Hannover eingeladen.

Lese-Tipp: Warten auf ein Spenderherz: 400 Tage zwischen Angst und Hoffnung

Hornhäute, Herzklappen, Knochen oder Sehnen – all diese Gewebe können nach dem Tod gespendet werden. Anders als bei der Organspende ist das sogar noch bis zu 72 Stunden nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand möglich. „Gewebespende ist essenziell für Menschen“, erklärt Carola Holzner im Gespräch mit RTL. Ziel sei es, Betroffenen durch Transplantate ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation konnten im vergangenen Jahr knapp 10.000 Patientinnen und Patienten mit Gewebetransplantaten versorgt werden. Besonders bei Herzklappen und Knochengewebe ist der Bedarf aber noch immer hoch.

Video-Tipp: Bremer Krankenhäuser arbeiten am Limit

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Wenn die Familie entscheiden muss

Die Veranstalter wollen vor allem dazu ermutigen, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn häufig müssen Angehörige im Todesfall über eine mögliche Gewebespende entscheiden.

Lese-Tipp: Bestatterin: Darum liebt sie die Arbeit mit dem Tod!

Die wichtigste Botschaft des Tages: Jeder soll selbst entscheiden, ob er spenden möchte oder nicht. „Ich kann nur eine Entscheidung treffen auf Basis von Wissen“, so Carola Holzner. Deshalb sei es wichtig, sich zu informieren und auch innerhalb der Familie über das Thema zu sprechen.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche