„Ich habe täglich auf diesen Anruf gewartet”Warten auf ein Spenderherz: 400 Tage zwischen Angst und Hoffnung

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Nancy Thode darf dank eines Spenderherzens weiterleben.
von Thomas Jell und Maxim Kupermann

Mehr als ein Jahr lang lebte Nancy Thode zwischen Angst und Hoffnung.
Die 56-jährige litt unter einer schweren Herzrhythmusstörung und war dringend auf ein neues Organ angewiesen. Sie hatte Glück, doch nicht allen Patienten kann so schnell geholfen werden. Alleine in Hamburg und Schleswig-Holstein stehen weiterhin knapp 550 Patienten auf der Warteliste für ein Organ.

„Ich denke jeden Tag an die Person, die mir das Herz geschenkt hat.”

13 Monate. So lange lebte Nancy Thode mit der Ungewissheit: Werde ich ein Spenderherz bekommen? Denn nicht jedes Spenderherz ist automatisch für jeden Empfänger geeignet. Körpergröße, Körpergewicht und Alter spielen eine entscheidende Rolle. „Es ist ja auch ein gewisser Druck, der auf einen ausgeübt wird. Das heißt, ich habe ja täglich auf diesen Anruf gewartet. Ich musste auch für das UKE immer zur Verfügung stehen, telefonisch erreichbar sein. Und allein dieses Gefühl, es könnte jeden Moment klingeln. Das hat mich doch schon manchmal sehr belastet” berichtet sie im Interview mit RTL.

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Doch dann ist es so weit: Der langersehnte Anruf des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (kurz UKE) kommt. Für Nancy Thode war der Tag ihrer Herztransplantation eine Art zweite Geburt: „Ich denke jeden Tag an die Person, die mir das Herz geschenkt hat. [...] Mein Herz wurde mir am 02. September 2024 transplantiert. Und natürlich ist das ein ganz besonderer Zusatztag zu meinem normalen Geburtstag.”. Ihre Schicksal und das Leid während des Wartens bewegt ihre Familie dazu, dass sich alle einen Organspendeausweis besorgen. Nancy Thode ruft zum Tag der Organspende am 6. Juni ebenfalls dazu auf: „Mir wird das Organ ja wirklich erst genommen, wenn ich tot bin.”

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„Lass uns drüber reden!” Mediziner der Hochschule Hannover klären in Hamburg zum Thema Transplantation auf.

Aktiver Widerspruch als Lösung?

Stand Ende Mai 2026 warten in Hamburg 158 Menschen auf ein neues Organ, in Schleswig-Holstein 392. In Deutschland gilt: Eine Organspende ist nur möglich, wenn die verstorbene Person dieser zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf versuchen Mediziner, mit einem Infomobil für das Thema zu sensibilisieren: „Wenn jemand auf der Intensivstation im Sterben liegt und die Frage kommt: „Organe spenden oder nicht?”, sind Angehörige damit oft ganz alleine gelassen. Und in einer ohnehin schon belastenden Situation überfordert das Angehörige. Und die sagen dann viel zu häufig Nein, obwohl es die Person vielleicht dann doch gewollt hätte.” erklärt Dr. Frank Logemann, Oberarzt der Medizinischen Hochschule Hannover.

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Einige Bundestagsabgeordnete fordern deshalb eine Widerspruchsregelung, wie sie in vielen europäischen Ländern gilt. Das hieße im Klartext: Menschen müssten vor ihrem Tod aktiv widersprechen, wenn sie keine Organe spenden möchten. Das ist jedoch in Deutschland höchst umstritten ist. Ende des Jahres könnte der Bundestag aber erneut darüber abstimmen.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherchen