Gleiches Schicksal wie Mette-MaritHendrik über sein Leben mit Spenderorgan: „Die Psyche braucht oft länger als der Körper“

Eine Lebertransplantation rettete Hendrik Versts Leben.
Eine Lebertransplantation rettete Hendrik Versts Leben.
Instagram/ fitdad_hendrik

Zwischen Hoffnung und Demut.
Für Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit beginnt nach ihrer Lungentransplantation ein neues Kapitel. Doch was bedeutet ein solcher Eingriff wirklich für den Körper – und vor allem für die mentale Gesundheit? Hendrik Verst lebt seit Ende 2021 mit einer transplantierten Leber und erzählt im RTL.de-Interview, wie diese Operation sein Leben gerettet, aber auch verändert hat.

Wie Norwegens Kronprinzessin lebt auch Hendrik mit einem Spenderorgan

Bei Mette-Marit ging alles ganz schnell. Sie hat bereits eine neue Lunge, obwohl es nicht einmal zwei Wochen her ist, dass sie offiziell auf die Transplantationswarteliste gesetzt wurde. Bei Hendrik Verst, der seine persönliche Geschichte mit fast 240.000 Instagram-Followern teilt, dauerte es weitaus länger. Fast ein ganzes Jahr wartet er auf eine Leber, musste in dieser Zeit gleich mehrere Rückschläge verkraften.

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„Die Wartezeit war das Härtere, ehrlich gesagt. Man verfällt körperlich zusehends, ist von den Menschen um sich herum abhängig, und jeder Klingelton lässt den Puls hochschnellen — nur, um danach wieder enttäuscht zu werden. Das hat etwas sehr Zermürbendes, diese Achterbahn zwischen Hoffnung und Rückschlag, immer und immer wieder”, verrät uns der fünffache Familienvater im Interview: „Nach der Transplantation kam dann erst mal die Erschöpfung: körperlich, aber auch mental. Man ist dankbar, am Leben zu sein, und trotzdem dauert es, bis sich das auch so anfühlt. Die Psyche braucht oft länger als der Körper, um zu verstehen, was gerade passiert ist.”

Denn neben Erleichterung macht sich schnell auch ein anderes Gefühl breit. „Gleichzeitig kommt sofort der Gedanke an die Spenderin oder den Spender und an deren Familie.“ Für einen selbst beginnt ein neues Leben, während andere um einen geliebten Menschen trauern: „Diese beiden Gefühle, Hoffnung und Demut, liegen unmittelbar nebeneinander.“

„Man muss lernen, seinem Körper wieder zu vertrauen”

In den ersten 48 Stunden sei das Abstoßungsrisiko am höchsten, erklärt Hendrik weiter: „Das ist eine sehr intensive, wache Phase. Danach bleibt die Angst, nur wird sie zunehmend leiser: Jede Erkältung kann wegen der Immunsuppression gefährlich werden, jeder ungewöhnliche Wert beim Check-up löst kurz Alarm aus. Das verschwindet nie ganz, man lernt nur, damit zu leben, statt sich davon lähmen zu lassen. Man muss lernen, seinem Körper wieder zu vertrauen.”

Was viele Außenstehende zudem unterschätzen: Wie langwierig die eigentliche Erholung ist! „Im Fernsehen sitzt man am nächsten Tag schon wieder lächelnd im Bett. In Wirklichkeit ist es der kleinste Schritt, wieder allein zur Bettkante zu kommen, wieder selbstständig zur Toilette zu gehen. Das dauert und es ist wichtig, hier viel Geduld zu haben.”

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Transplantationspatienten sind ein Leben lang auf Medikamente angewiesen, sollten auf Infektionsrisiken achten und Termine zur Nachsorge sind fester Bestandteil des Kalenders. Doch Hendrik, der bei Instagram als fitdad_hendrik bekannt ist, strotzt nur so vor positiver Energie. Seine geheime Superkraft: Aus allem auch etwas Gutes ziehen: „Man bewertet neu, was wirklich zählt. Kleinigkeiten, über die man früher genervt war, wiegen plötzlich viel weniger.”

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Diesen Rat gibt Hendrik Verst Betroffenen wie Mette-Marit mit auf den Weg

Psychisch herausfordernd sei zudem nicht etwa der eigene Schmerz gewesen, sondern zu sehen, was die Krankheit mit den Menschen macht, die man liebt: „Meine Frau hat in dieser Zeit unglaublich viel getragen, und genau das war für mich am schwersten auszuhalten — nicht mein eigener Zustand.” Denise Verst, die sich bei Instagram als Mathellaslife einen Namen gemacht hat, ist in dieser Zeit Hendriks Fels in der Brandung.

Und das ist auch Hendriks abschließender Rat an alle Betroffenen: sich Zeit zum Heilen geben und Hilfe anzunehmen. „Man muss diesen Weg nicht allein gehen. Und das Wichtigste: Jede Sekunde vom Leben genießen. Man hat Zeit geschenkt bekommen und diese gilt es mit positiven Dingen zu füllen.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche