Partielle Sonnenfinsternis über Deutschland am 12. AugustSpektakulär und gefährlich zugleich! Warum kann man bei Sonnenfinsternis eigentlich erblinden?

Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich zwischen Sonne und Erde so dass die Sonne teilweise verdeckt ist.
Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond vor die Sonne.
picture alliance / agrarmotive | Klaus-Dieter Esser

Der direkte Blick gen Himmel ist so verlockend und gefährlich zugleich!
Am 12. August kommt es über Deutschland zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Dabei wird die Sonne bis zu 90 Prozent vom Mond verdeckt. Kein Wunder, dass viele einen Blick auf dieses beeindruckende Naturschauspiel werfen möchten. Doch wer die Sonnenfinsternis ohne Schutz direkt beobachtet, riskiert bleibende Augenschäden. Warum das so ist und wie ihr das Ereignis verfolgen könnt, ohne euer Augenlicht zu gefährden.

Die Sonne wirkt durch den vorgeschobenen Mond schwächer

Wenn sich der Mond langsam vor die Sonne schiebt, wird es dämmrig. Die Welt wirkt plötzlich wie ausgewechselt und viele Menschen wollen diesen besonderen Moment mit eigenen Augen erleben.

Doch genau dann ist Vorsicht geboten. Denn auch wenn das Licht während einer Sonnenfinsternis deutlich schwächer wirkt, ist der direkte Blick in die Sonne weiterhin gefährlich.

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Sind die Strahlen einer Sonnenfinsternis besonders intensiv?

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, dass die Sonne während einer Sonnenfinsternis besonders intensive Strahlung aussendet. Aber das stimmt nicht. Gefährlich wird die Situation vielmehr durch unsere eigene Wahrnehmung.

An einem normalen Tag ist die Sonne so hell, dass wir automatisch wegschauen. Dieser natürliche Schutzreflex bewahrt unsere Augen vor Schäden. Während einer Sonnenfinsternis wird es jedoch dunkler. Viele Menschen glauben deshalb, sie könnten gefahrlos länger direkt in die Sonne schauen. Und genau das macht die Situation so gefährlich!

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Warum gerade jetzt die Netzhaut Schaden nehmen kann

Durch die Dunkelheit öffnen sich unsere Pupillen weiter als sonst. Gleichzeitig verweilt der Blick oft länger auf der teilweise verdeckten Sonne, weil das Naturschauspiel so faszinierend ist.

Doch obwohl der Mond einen Großteil der Sonne verdeckt, ist der verbleibende helle Teil noch immer extrem intensiv. Dadurch gelangt weiterhin sehr viel Licht bis auf die Netzhaut im hinteren Bereich des Auges.

Dort können die starke sichtbare Strahlung sowie Anteile der Infrarot- und Ultraviolettstrahlung empfindliche Sinneszellen schädigen oder sogar dauerhaft zerstören.

Das Tückische: Ihr merkt den Schaden zunächst gar nicht

Besonders heimtückisch ist, dass die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren besitzt. Das bedeutet: Während die empfindlichen Zellen bereits geschädigt werden, spüren Betroffene keinerlei Schmerzen. Viele bemerken erst Stunden oder sogar Tage später, dass etwas nicht stimmt.

Mögliche Folgen sind verschwommenes Sehen, blinde Flecken im Sichtfeld oder verzerrte Bilder. Je nach Ausmaß der Schädigung können diese Einschränkungen dauerhaft bestehen bleiben.

So könnt ihr die Sonnenfinsternis sicher beobachten

Damit das Himmelsspektakel in schöner Erinnerung bleibt, solltet ihr eure Augen unbedingt schützen. Diese Möglichkeiten gelten als sicher, um die Sonnenfinsternis zu beobachten:

  • Mit einer zertifizierten Sonnenfinsternis-Brille: Sie besitzt spezielle Filter, die das Sonnenlicht ausreichend abschwächen. Achtet darauf, dass die Brille unbeschädigt ist und den geltenden Sicherheitsnormen (EN ISO 12312-2:2015) entspricht.

  • Bei Sternwarten oder öffentlichen Veranstaltungen: Viele Sternwarten und Astronomievereine bieten Beobachtungen mit speziell gefilterten Teleskopen an. Dort könnt ihr das Naturschauspiel unter fachkundiger Anleitung erleben.

  • Mit einer Lochkamera: Statt direkt in die Sonne zu schauen, projiziert ihr damit ihr Abbild auf ein Blatt Papier. Wie ihr euch eine solche Lochkamera selbst baut, erklären wir weiter unten.

  • Über Livestreams oder TV-Übertragungen: Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Sonnenfinsternis auch bequem auf dem Fernseher, Smartphone oder Computer verfolgen.

Wichtig: Normale Sonnenbrillen – selbst sehr dunkle Modelle – schützen eure Augen nicht ausreichend. Auch Kameras, Ferngläser oder Teleskope dürfen niemals ohne spezielle Sonnenfilter auf die Sonne gerichtet werden. Sie bündeln das Licht zusätzlich und können innerhalb kürzester Zeit schwere Schäden verursachen!

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Schritt-für-Schritt-Anleitung: So baut ihr euch eine Lochkamera für die Sonnenfinsternis

Wer die Sonnenfinsternis sicher beobachten möchte, kann sie ganz einfach auf ein Blatt Papier projizieren – ganz ohne direkt in die Sonne zu schauen. Alles, was ihr dafür braucht, ist ein längerer Karton oder mehrere leere Küchenpapier- beziehungsweise Klopapierrollen.

  1. Nehmt einen länglichen Karton oder steckt mehrere leere Küchen- oder Klopapierrollen fest ineinander, sodass eine möglichst lange Röhre entsteht.

  2. Verschließt ein Ende mit einem Stück Alufolie oder dunkler Pappe und befestigt sie mit Klebeband.

  3. Stecht mit einer Nadel vorsichtig ein winziges Loch in die Alufolie oder die Pappe. Hierbei gilt: Je kleiner das Loch, desto schärfer wird später das Bild.

  4. Haltet das andere Ende der Röhre über ein weißes Blatt Papier oder richtet es auf ein Stück weißen Karton.

  5. Stellt euch mit dem Rücken zur Sonne und richtet das kleine Loch so aus, dass das Sonnenlicht auf das weiße Papier fällt.

Auf dem weißen Papier erscheint nun das Abbild der Sonne. Während der Sonnenfinsternis könnt ihr dort beobachten, wie der Mond Stück für Stück vor die Sonnenscheibe wandert.

Der große Vorteil: Ihr schaut niemals direkt in die Sonne, sondern betrachtet lediglich ihre Projektion. So könnt ihr das Naturschauspiel völlig ungefährlich verfolgen.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche