Demenz mit 33! Hinter diesem Mutter-Tochter-Bild steckt ein unglaubliches Schicksal

von Adrian Figielek, Kathrin Degen und Jana Kerzmann

Eine Mutter mit ihrer Tochter, lachend am Tischtennis-Spielen – ein unbeschwerter Augenblick, der trotzdem von einer großen Angst begleitet wird.
Denn die Mutter hat eine schwere Last zu tragen: Silke kämpft seit ihrem 33. Lebensjahr gegen Demenz. Bereits vor sieben Jahren hat RTL die heute 58-Jährige besucht. Jetzt zeigt sich, wie sehr die Krankheit ihr Leben verändert hat – und wofür sie sich am meisten fürchtet. Die bewegende Geschichte seht ihr auch oben im Video.

Silke erhält mit 33 Jahren die Diagnose Demenz

Vor sieben Jahren blickte Silke entschlossen in die RTL-Kamera und sagte einen Satz, der sie bis heute begleitet. „Nicht die Krankheit beherrscht mich, sondern ich beherrsche die Krankheit.“ Damals stellte eine Diagnose ihr Leben mit gerade einmal 33 Jahren komplett auf den Kopf: Demenz.

Ärzte gaben ihr nur noch 15 Jahre Lebenserwartung. Heute ist Silke 58 Jahre alt – ihre Demenz deutlich fortgeschritten. Heute weiß sie: „Jeder Mensch ist anders. Jeder Verlauf ist anders. Kein Arzt kann voraussehen, was passiert.“

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Sieben Jahre später ist Silkes Krankheit deutlich fortgeschritten

Seitdem ihr letztes Mal da wart, hat sich die Motorik verschlechtert. Mein Denken verschlechtert, das Termine merken verschlechtert“, erzählt Silke, als wir sie nach sieben Jahren erneut besuchen.

Auch für ihren Partner, Kalle, ist Silkes Erkrankung nicht leicht: „Es ist schwer zu sehen, dass sie immer mehr abbaut. Aber ich muss es akzeptieren. Ich kann ja nichts dagegen machen”, gesteht er im RTL-Interview. Das Paar lebt mittlerweile räumlich getrennt – nicht wegen fehlender Liebe, sondern wegen des schwierigen Alltags mit der Krankheit. Silke erklärt: „Wir verstehen uns jetzt durch den Auszug von ihm besser.”

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Gleichzeitig hätten sie sich im täglichen Zusammenleben immer häufiger missverstanden. Deshalb bekommt sie inzwischen Unterstützung von Sozialarbeiterin Silvia. Dreimal pro Woche hilft sie ihr bei Behördengängen, Anträgen oder Einkäufen. Vor allem aber gibt sie Silke Sicherheit.

Doch die Demenz beeinträchtigt längst nicht mehr nur ihr Gedächtnis. Auch ihre Muskelkraft lässt immer weiter nach. Schon wenige Stufen werden für sie zur Herausforderung. Beim Spaziergang mit RTL stolpert sie an einer Bordsteinkante und stürzt. „Gleichgewichtsstörungen kommen auch von der Demenz”, lautet ihre nüchterne Erklärung.

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„Das Schlimmste für mich an meiner Krankheit ist, dass ich meine Kinder nicht mehr erkenne”

Besonders kostbar sind für Silke die Treffen mit ihrer 15-jährigen Tochter Letty aus einer früheren Beziehung. Die gemeinsame Zeit bedeutet ihr alles. „Alles, was mit meiner Tochter zu tun hat, ist schön. Es hält am Leben, hält jung und fit”, erzählt sie, während sie mit ihrer Tochter lachend Tischtennis spielt.

Von Demenz betroffen: Silke mit ihrer Tochter am Tischtennis-Spielen
Wenn Silke mit ihrer Tochter Zeit verbringt, ist sie überglücklich.
RTL

Doch gleichzeitig liegt darin auch ihre größte Angst. „Das Schlimmste für mich an meiner Krankheit ist, dass ich meine Kinder nicht mehr erkenne – und meine Enkelkinder. Das wäre für mich das Schlimmste”, offenbart Silke.

„Das wird irgendwann passieren”, spricht Silke das Unausweichliche aus. Doch statt zu viele Gedanken darüber zu verlieren, versucht sie lieber, jeden gemeinsamen Moment bewusst zu erleben und Erinnerungen so lange wie möglich festzuhalten.

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Silke macht anderen Demenz-Betroffenen Mut!

Aufgeben kommt für Silke nicht infrage. Regelmäßig geht sie auf TikTok live und spricht dort offen über ihr Leben mit Demenz. Unter ihrem persönlichen Motto „Gemeinsam sind wir stärker” macht Silke anderen Betroffenen Mut und versucht, insbesondere junge Menschen über die Krankheit aufzuklären.

Der Grund: „Gerade, wenn man das jung bekommt, kann man noch viel machen. Man braucht einfach nur die vernünftigen Leute und die richtigen Leute an seiner Seite“, stellt sie im RTL-Gespräch klar. Und genau das lebt Silke bis heute vor. Auch wenn ihr die Krankheit immer mehr nimmt, scheint sie eines nie zu verlieren: ihren unerschütterlichen Lebensmut.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche