Ein Mückenstich verändert allesVom Wanderurlaub auf die Intensivstation! Thomas (66) kämpft gegen gefährliches Virus

Thomas Lentz (66) erkrankte während einer Reise durch den Westen der USA schwer am West-Nil-Virus. (Symbolbild)
Thomas Lentz (66) erkrankte während einer Reise durch den Westen der USA schwer am West-Nil-Virus. (Symbolbild)
GoFundMe

Es sollte ein unvergesslicher Trip durch den Westen der USA werden...
Doch für Thomas Lentz (66) endet die Reise auf der Intensivstation. Während eines Camping- und Wanderabenteuers wird dem US-Amerikaner plötzlich schwindelig. Am nächsten Morgen findet ihn sein Freund bewusstlos. Was die Ärzte wenig später herausfinden, verändert für Thomas und seine Familie alles.

Wanderer mit dem West-Nil-Virus infiziert

Eigentlich soll es eine große Reise werden. Anfang September fliegt Thomas Lentz aus Wisconsin nach Nordkalifornien, um sich mit einem Freund auf einen Camping- und Wandertrip durch Wyoming und Kalifornien zu begeben. Doch während eines Aufenthalts im Lassen Volcanic National Park in Nordkalifornien geht es dem 66-Jährigen plötzlich schlecht. Ihm wird schwindelig. Als sein Freund am nächsten Morgen nach ihm sieht, liegt Thomas bewusstlos da.

Ein Hubschrauber bringt ihn in ein Krankenhaus in Redding. Dort kommt er auf die Intensivstation und muss künstlich beatmet werden. Zunächst steht offenbar auch ein Schlaganfall als mögliche Ursache im Raum. Die Ärzte können diesen jedoch ausschließen.

Dann liefern Blutuntersuchungen die Erklärung: Thomas hat sich mit dem West-Nil-Virus infiziert. Die Infektion hat bei ihm eine Hirnhautentzündung ausgelöst. Sein Sohn Tyler reist aus Wisconsin nach Kalifornien, um bei seinem Vater zu sein: „Ich glaube, ich wache immer noch jeden Morgen auf und frage mich, ob das alles nur ein Traum ist. Das ist etwas, womit man wirklich nicht rechnen kann. Es passiert einfach so schnell.”

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Der Fall ist außergewöhnlich schwer. Denn rund 80 Prozent der Menschen, die sich mit dem West-Nil-Virus infizieren, bemerken überhaupt keine Symptome. Etwa jeder Fünfte entwickelt Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Hautausschlag. Weniger als ein Prozent der Infizierten entwickelt eine schwere Erkrankung des zentralen Nervensystems, beispielsweise eine Meningitis oder Enzephalitis. Das Risiko für einen schweren Verlauf steigt unter anderem mit dem Alter. Thomas ist 66 Jahre alt.

Rückkehr nach Hause könnte Monate dauern

Wie lange Thomas im Krankenhaus bleiben muss, ist noch unklar. Nach Angaben seiner Familie rechnen die Ärzte damit, dass es mindestens drei bis sechs Monate dauern könnte, bis er wieder nach Hause nach Sheboygan zurückkehren kann. Der 66-Jährige wird weiterhin sediert und beatmet. Nach einem erfolgreichen Eingriff hofft seine Familie, dass er bald in eine Einrichtung zur längerfristigen Versorgung verlegt werden kann.

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Besonders schwer ist die Situation auch für seine vier Enkelkinder. Sohn Tyler versucht nach eigenen Angaben, sie darauf vorzubereiten, dass ihr Großvater nach seiner Rückkehr möglicherweise nicht mehr derselbe sein wird und viel Unterstützung brauchen könnte. Die Familie hat inzwischen eine GoFundMe-Spendenaktion gestartet, um die hohen medizinischen Kosten und die Reisen der Angehörigen nach Kalifornien zu finanzieren.

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West-Nil-Virus: Auch in Deutschland gibt es Infektionen

Übertragen wird das West-Nil-Virus vor allem durch infizierte Stechmücken. Einen zugelassenen Impfstoff für Menschen gibt es bislang ebenso wenig wie eine spezifische antivirale Therapie. Bei einer Erkrankung werden daher vor allem die Symptome behandelt. Und das Virus ist längst kein Problem, das ausschließlich weit entfernte Reiseziele betrifft. Laut Robert Koch-Institut werden seit 2019 jedes Jahr durch Stechmücken übertragene, in Deutschland erworbene West-Nil-Infektionen registriert. Das Virus kann von hier heimischen Culex-Stechmücken übertragen werden.

Wer sich schützen möchte, sollte Mückenstiche möglichst vermeiden. Das RKI empfiehlt insbesondere in betroffenen Gebieten lange Kleidung, Mückenschutzmittel, Moskitonetze und Fliegengitter. Brutplätze wie stehendes Wasser rund ums Haus sollten möglichst beseitigt werden. In Kalifornien ist die Lage in diesem Jahr auffällig: Die dortige Gesundheitsbehörde meldete bereits im August die höchste West-Nil-Virus-Aktivität seit fünf Jahren. Bis zum 14. August waren 30 menschliche Fälle und drei Todesfälle registriert worden.

Verwendete Quellen: wsaw.com, RKI, California Department of Public Health, gofundme.com