Von Mücken übertragenRKI warnt vor West-Nil-Virus! Was die Krankheit so unberechenbar macht

Es gibt keine Impfung gegen das West-Nil-Virus. (Archivbild)
Es gibt keine Impfung gegen das West-Nil-Virus. (Archivbild)
Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

Das Virus kann auch auf Menschen übertragen werden!
Trotz zuletzt eher weniger gemeldeter Fälle des von heimischen Stechmücken übertragenen West-Nil-Virus hat das Robert-Koch-Institut (RKI) keine Entwarnung gegeben. In Deutschland sei in diesem und in den nächsten Jahren grundsätzlich mit einer Ausweitung der Gebiete mit Vorkommen des West-Nil-Virus (WNV) zu rechnen, teilte die Behörde am Donnerstag in Berlin mit.

West-Nil-Virus könnte sich plötzlich weiterverbreiten

Die Sorge wächst, dass der Erreger sich auch in Landesteilen verbreiten könnte, wo er aktuell noch nicht vorkommt. „Das plötzliche Vordringen in ganz neue Regionen” sei möglich, so das RKI.

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Seit mindestens 2018 zirkuliert insbesondere in Ostdeutschland das von heimischen Mücken vor allem auf Vögel übertragene West-Nil-Virus, von dem gelegentlich auch Menschen und Pferde infiziert werden können.

Eine Mücke saugt am Arm eines Mannes
Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen
Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn

Nur ein kleiner Teil der Infektionen wird überhaupt erfasst

Seit 2019 wurden jährlich zwischen vier und 35 in Deutschland erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus beim Menschen übermittelt. Im vergangenen Jahr waren es vier Fälle, in diesem Jahr wurde bislang noch kein solcher Fall bekannt. Ein Großteil der Infektionen verläuft asymptomatisch oder mit leichten Symptomen, weshalb nur ein kleiner Teil überhaupt erfasst wird.

In Teilen von Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kam es in den vergangenen Jahren regelmäßig zu von Mücken übertragenen menschlichen WNV-Infektionen, diese Regionen gelten als sogenannte Endemiegebiete. Vor zwei Jahren kam es erstmals im Nordwesten, in Teilen von Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein, zu Erkrankungsfällen. 2025 trat auch ein erster Fall in Bayern auf.

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Gefahr auch durch die Asiatische Tigermücke in Deutschland

In Deutschland breitet sich außerdem die Asiatische Tigermücke weiter aus. Sie kommt dem RKI zufolge in Teilen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, sowie in einzelnen Städten in Bayern, Thüringen und in Berlin vor. Aktuell sei auch eine Ausbreitung am Übergang von Mittel- zu Niederrhein zu beobachten.

Die Asiatische Tigermücke kann grundsätzlich exotische saisonale Krankheitserreger wie das Chikungunya-, Dengue- oder Zikavirus auf Menschen übertragen, wenn sie diese Viren zuvor von infizierten Reiserückkehrenden aus Endemiegebieten aufgenommen hat. Dies wurde unter anderem in Italien und anderen südeuropäischen Ländern beobachtet, bislang aber nicht in Deutschland.
(jgr, mit AFP)

Verwendete Quellen: AFP