Was sagen die Männer in Russland zur Mobilisierung?

Putin ruft zur Teilmobilmachung! Russen: "Wir sollten uns verteidigen"

Russen: "Wir sollten uns verteidigen" Putin ruft zur Teilmobilmachung!
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Putin ruft zur Teilmobilmachung!
Russen: "Wir sollten uns verteidigen"

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Von Niko Karasek und Jan Dafeld

Wladimir Putin unternimmt im Krieg in der Ukraine den nächsten Schritt, Russland ordnet eine Mobilmachung an - zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg! Rund 300.000 Reservisten sollen dadurch an die Front in der Ukraine kommen. Was halten die Männer in Russland von diesem Schritt?

Lese-Tipp: Alle aktuellen Infos zum Krieg in der Ukraine finden Sie jederzeit hier im Liveticker.

Teilmobilmachung in Russland: Mann hält Putins Schritt für „gerechtfertigt“

„Das ist mein Land. Wir sollten uns verteidigen“, sagt ein Mann im Gespräch mit RTL-Reporter Niko Karasek in Moskau. Auf Nachfrage betont er, er halte die Anordnung des Kremls für „gerechtfertigt.“

In der russischen Hauptstadt vertrauen nach wie vor viele Menschen den russischen Erklärungen zum Krieg in der Ukraine. „Ich sage Ihnen, dass wir, Russland, angegriffen werden“, sagt der Mann. „Warum sollten wir die Ukraine angreifen? Die haben weder Ressourcen, sonst irgendwas anderes.“

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Russland: Nicht alle unterstützen Teilmobilisierung des Kreml

Wladimir Putin kündigte die russische Teilmobilmachung in einer Ansprache im Fernsehen an.
Wladimir Putin kündigte die russische Teilmobilmachung in einer Ansprache im Fernsehen an.
www.imago-images.de, IMAGO/ITAR-TASS, IMAGO/Russian Presidential Press and I

Und doch unterstützen längst nicht alle den neuesten Schritt des Kremls. Einige zeigen sich noch unentschlossen, viele fürchten sich auch, offen über ihre Ablehnung zu sprechen. Manche halten ihre Zweifel dagegen nicht zurück – trotz drohender Strafen in Russland.

„In solchen Momenten machst du dir Sorgen, wenn du Frau und Kinder hast“, sagt ein Mann. Und ein anderer erklärt RTL: „Ich unterstütze das alles nicht, seit dem 24. Februar bin ich dagegen.“ Doch er sagt auch: „Ich muss schweigen, denn ich treffe so viele Menschen, die das alles gutheißen – das ist echt hart.“

„Sie hätten auch eine komplette Mobilisierung ausrufen können, aber dann hätte es wirklich Unzufriedenheit und Ausschreitungen geben können“, so der Mann weiter. „Aber so, nur teilweise, ist das nur ein halber Schritt. Darum wird es so weitergehen wie bisher und nichts wird passieren.“

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Experten über Teilmobilmachung: "Jetzt können Hunderttausenden nicht mehr wegschauen"

An den russischen Grenzen waren die Auswirkungen der Teilmobilisierung am Mittwoch bereits deutlich zu spüren. Viele Menschen versuchten, das Land aus Angst vor der Einberufung zu verlassen. Teilweise bildeten sich kilometerlange Staus, zum Beispiel am russischen Grenzübergang nach Finnland. Zudem waren zahlreiche Flugverbindungen – beispielsweise in die Türkei – ausgebucht.

Experten rechnen fest damit, dass der Krieg durch die Mobilmachung eine deutlich größere Rolle im Alltag vieler Russen und Russinnen spielen wird. „Jetzt können Hunderttausende von Familien nicht mehr wegschauen, sie sind jetzt betroffen“, sagt der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Jäger von der Universität zu Köln. „Sie wissen, dass ihre Söhne, ihre Männer in diesen Krieg ziehen müssen.“

Welche Auswirkungen der neueste Schritt des Kreml auf die Kampfgeschehnisse in der Ukraine haben wird, bleibt vorerst noch abzuwarten. Dass Russland die jüngsten Fortschritte der ukrainischen Truppen durch die Mobilmachung schnell stoppen können wird, halten Beobachter allerdings für unwahrscheinlich. „Es dürfte Russland vor allem darum gehen, erschöpfte Truppen durch frische Truppen ersetzen zu können“, sagt der Militärexperte Thomas Wiegold. „Vermutlich wird sich das Kräfteverhältnis in der Ukraine gar nicht so deutlich verändern.“ (jda)

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