Arbeitsstelle gefunden: Das liebt Lena (31) an ihrem Kita-Job
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Trotz geistiger Beeinträchtigung und Lese-Rechtschreib-Schwäche kann Lena Hartmann in einer Kindertagesstätte arbeiten. Zu verdanken hat sie das einem besonderen Inklusionsprojekt in Niedersachsen. Das Ziel: Menschen mit Beeinträchtigungen, die in Werkstätten arbeiten, für sozialversicherungspflichtige Berufe in Kindertagesstätten zu qualifizieren und langfristig zu integrieren.
„Guck mal, hier ist ein Pflanzenfresser.“
Die Arbeit mit Kindern, für Lena Hartmann das Größte.
Lena Hartmann – Auszubildende
(((00:14:42:00)) „Mir macht es auch Spaß zuzusehen, wie sie Spaß haben beim Spielen.“ ((+ (00:15:08:00)) „Wenn man sieht, was sie vorher noch nicht können, wie sie sich dann entwickeln.“
30 Stunden in der Woche arbeitet die 31-Jährige als Kita-Assistentin in einem Heilpädagogischen Kindergarten in Aerzen bei Hameln. Das ist nicht selbstverständlich, denn sie ist geistig eingeschränkt und hat eine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Vorher arbeitete sie in einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Lena Hartmann – Auszubildende
(((00:15:33:00)) „Auf jeden Fall bin ich selbstständiger und auch in manchen Momenten auch mutiger und selbstsicherer geworden. Und das hat mir einfach die Arbeit gegeben.“ ((+ (00:15:57:00)) „Es macht mir einfach so viel Spaß, dass ich jetzt weiß, okay, ich bin jetzt auch in der Arbeitswelt angekommen und verdiene jetzt was Vernünftiges.“
Zu verdanken hat sie das dem Projekt „Inklusion in Kita-Teams“ des paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe. Das Ziel: Menschen mit Beeinträchtigungen, die in Werkstätten arbeiten, für sozialversicherungspflichtige Berufe in Kindertagesstätten zu qualifizieren und langfristig zu integrieren.
Melanie Scholz – Projektleiterin "Inklusion in Kita-Teams"
(((00:14:07:00)) „Es gibt bereits Beschäftigungen für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt, allerdings noch nicht im pädagogischen Bereich. Und da setzt das Projekt quasi an. Kitastellen werden refinanziert. Dafür braucht es aber eben eine Qualifizierung, wie die Ausbildung zum Erzieher oder Erzieherin oder zur Sozialassistenz. Und dieser Weg für diese Ausbildung ist für Menschen mit Behinderung eben nicht gegeben. Und deswegen wollen wir mit diesem Projekt eine refinanzierte Stelle für diese Menschen schaffen.“
Die Ausbildung der Projektteilnehmer dauert ein Jahr. Neben der Arbeit in einer Kindertagesstätte geht es für sie 1–2 Mal im Monat zum Theorieunterricht an die Akademie für Rehaberufe in Hannover.
Britta Engelhardt – Lehrerin
(((00:25:48:00)) "Wir vermitteln alles über den Kitaalltag, den Bereich Hauswirtschaft, auch pädagogische Themen wie Nähe und Distanz, die Entwicklung von Kindern, was zum Bereich Bewegung und Sport, Spielepädagogik also schon eine bunte Bandbreite. Aber natürlich alles nicht ganz so intensiv wie in der Erzieherausbildung."
Diese Möglichkeit zu haben, freut die Teilnehmer.
Vöxe Teilnehmer
(((00:30:31:00)) "Das macht Spaß. Ich wollte es schon vorher machen, aber es gab vorher noch gar nicht."
(((00:29:04:00)) "Ich finde es gut, die Ausbildung zu machen, weil ich dadurch auch im Kindergarten Praxis umsetzen kann und versuche es auch umzusetzen. Und ja, der Austausch ist halt sehr wichtig für mich."
Von dem Projekt sollen nicht nur die Teilnehmer profitieren. Auch die Kindertagesstätten bekommen Personal, das sie sich sonst nicht leisten könnten.
Thomas Harms – Kitaleitung
(((00:32:08:00)) "Es ist ein absoluter Gewinn für alle Beteiligten. Diese Menschen mit Teilhabe-Einschränkung bei uns im Team zu haben. Immer freundlich, immer nett, mit einem Lächeln begegnen sie Kindern und Erwachsenen. Und das bereichert einfach die Vielfalt bei uns in der Einrichtung."
Zehn Teilnehmer nehmen am ersten Durchgang des Projekts teil, erhalten diesen Monat ein abschließendes Zertifikat. Sieben von ihnen haben bereits einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag bekommen.
Melanie Scholz - Projektleiterin "Inklusion für Kita-Teams"
(((00:18:04:00)) „Und dann beginnt im März ein zweiter Durchgang und da haben wir Platz für 15 Interessentinnen und haben aber tatsächlich um die 30 Interessentinnen, die schon auf uns zugekommen sind, und auch Kitas, die eigenständig auf uns zugekommen sind.“
Auch Lena kann nach ihrer Ausbildung weiterhin im Kindergarten in Aerzen arbeiten. Für die Zukunft hat sie einen ganz bestimmten Wunsch:
Lena Hartmann - Kita-Assistentin
(((00:17:23:00)) "Dass viel mehr Leute so wie ich den Mut finden, das zu machen. Weil es lohnt sich wirklich und man kommt auch mal an und ist nicht so festgefahren in der Werkstatt."
Und so kann Lena auch weiterhin das machen was sie am Liebsten macht, mit Kindern arbeiten.

