Menschen kommen an den Ort des Unglücks in dem Schweizer Alpenort, legen Blumen nieder, zünden Kerzen an, trauern. Diejenigen, die am Neujahrsmorgen vor Ort waren, werden den Anblick wohl niemals vergessen. Ich sah all die Leichen auf der Straße. Sie waren mit weißen Laken bedeckt. Und dann sah man die jungen Leute, deren Gesichter völlig verbrannt waren und denen einige Finger fehlten. Das Schlimmste war aber das Schreien vor Schmerzen dieser jungen Menschen. Handybilder aus der Bar zeigen den Moment des Feuerausbruchs. Kurz darauf bildet sich laut Experten ein sogenannter Flash over. Dabei sammelt sich die Hitze unter der Decke. Es wird immer heißer, brennbare Materialien werden chemisch zersetzt. Erreichen die Temperaturen 600 Grad, entwickelt sich binnen Sekundenbruchteilen eine tödliche, Feuerwalze, die fast allen Sauerstoff aus der Luft saugt und 1200 Grad heiß ist.
Dadurch entstehen dann auch die schweren Brandverletzungen an der Oberfläche. Haut, Haare, Kleidung. Schwerste Verletzungen, die jetzt europaweit in Kliniken behandelt werden müssen. 50 Schwerstverletzte wurden ausgeflogen, unter anderem auch an eine Spezialklinik nach Ludwigshafen.
Das große Problem an Verbrennungsverletzungen dieser Schwere ist, dass die im ganzen Körper Schaden anrichten. Von der verbrannten Haut werden Entzündungsbotenstoffe ausgesendet, die im ganzen Körper jedes einzelne Organ, das wir haben, beschädigen.
Die Ermittlungen in der Schweiz konzentrieren sich jetzt darauf, weshalb offenbar leicht entzündliche Materialien an der Bar Decke eingebaut waren. Welche Materialien wurden beim Bau in der Bar verwendet? Welche Betriebserlaubnis gab es? Welche Sicherheitsmaßnahmen wie Fluchtwege, Feuerlöscher etc. gab es? Und wie viele Menschen waren an diesem Abend vor Ort?
Viele Fragen sind noch ungeklärt, am Tag nach der Katastrophe in der Schweiz.