Laetitia Bordard-Sitre hat ihren Sohn Arthur überall gesucht. Jetzt weiß sie: Er ist eines der 40 Todesopfer der Brandkatastrophe in der Silvesternacht.
Laetitia Bordard-Sitre, Mutter: „Jetzt können wir unsere Trauer beginnen, in dem Wissen, dass er im Licht seinen Frieden gefunden hat.“
Teilt sie mit einem Foto ihres 16-Jährigen Sohnes in den Sozialen Medien.
Seit gestern abend sind alle leichen identifiziert.
Stephan Richter, RTL-Reporter: „Aber auch hier mit äußerst tragischen Zahlen: Das jüngste Todesopfer ist 14. Ein Mädchen, hier aus der Schweiz.“
Auch ein 14-jähriger Franzose ist unter den Opfern. Er und die anderen identifizierten Leichen wurden den Angehörigen übergeben, wie die Kantonspolizei mitteilt.
Am Sonntag gedenken Hunderte den Opfern in einem Gottesdienst mit anschließendem Trauermarsch:
„Ich bin auch ein Vater und ich verstehe nicht was ist passiert und ich bin wirklich traurig!"
„Wir kennen einige Menschen, die in der Bar waren, und wir sind alle sehr traurig. Und wir wollten unseren Anteil nehmen mit dieser starken Gemeinschaft hier."
„Es ist fürchterlich. Auch ich bin Vater und es waren so viele junge Menschen. Es ist fürchterlich."
In der Silvesternacht war in der Bar „Le Constellation“ ein Feuer ausgebrochen. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler haben Partyfontänen den Brand ausgelöst. Daraufhin kam es zu einem sogenannten Flashover - der einzige Weg nach draußen soll laut Augenzeugen eine kleine Treppe gewesen sein.
Stephan Richter, RTL-Reporter: „Hinzu kommen sehr belastende Aussagen von Stammgästen. Die haben sich der Schweizer Presse gegenüber geäußert und haben beispielsweise berichtet, dass sie beobachtet haben wollen, dass der Notausgang öfter zugestellt war. Mit Stühlen oder andere Dingen zum Beispiel.“
Die Ermittlungen laufen weiter. Gegen die Betreiber der Bar hat die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst eingeleitet.
Währenddessen werden die 119 Verletzten weiter behandelt – etwa die Hälfte von ihnen im Ausland wie hier in Stuttgart. Einige von ihnen schweben weiterhin in Lebensgefahr.
Für Freitag wurde ein nationaler Trauertag angekündigt, zu dem Bundespräsident Parmelin in den Skiort reisen will.