Neue Studie bringt überraschende Ergebnisse

Rauchen & Alkohol? Von wegen! Was uns wirklich schneller altern lässt

Die Alterung der Gesellschaft in Deutschland macht den Winzern zu schaffen. Foto: B. Pedersen/Archiv
Eine Studie hat herausgefunden, dass es nicht maßgeblich Alkohol und Zigaretten sind, die den Alterungsprozess am meisten beschleunigen.
DPA

Wer davon ausging, dass Zigaretten und Alkohol den größten Einfluss auf den menschlichen Alterungsprozess haben, der wird jetzt womöglich eines Besseren belehrt. Denn: Ein Forscherteam aus Hongkong will herausgefunden haben, dass es einen Faktor gibt, der unsere Lebensdauer mindestens genauso – wenn nicht sogar noch mehr – beeinflusst wie der Konsum der verschiedensten Rausch- und Genussmittel.

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Mentale Gesundheit: Einflussreicher als Rauchen, Alkohol und Co.

In der Studie, für die die Daten von 11.914 Chinesen über 45 Jahren ausgewertet wurden, kam heraus, dass die mentale Gesundheit einen weitaus größeren Einfluss auf den Alterungsprozess hat als bisher angenommen:„Der Gesamteffekt übertrifft die Auswirkungen des biologischen Geschlechts, der Wohngegend, des Familienstandes und des Rauchens“, erklärt Studienleiter Dr. Fedor Galkin, Direktor für wissenschaftliche Geschäftsentwicklung bei Deep Longevity in Hongkong, in einem Statement, das Yahoo.com zitiert.

Psychologische Faktoren machen uns um ein Jahr und acht Monate älter

Neben dem biologischen Alter, das durch den Geburtstag bestimmt wird, verfüge jeder Mensch auch über eine „Aging Clock“ – eine so genannte „Alterungsuhr“, die von Genen, Lebens- und Lebensstilentscheidungen und von Umwelteinflüssen abhängt, heißt es weiter.

Wie die Studie zeigt, schreitet diese „Alterungsuhr“ nicht nur bei Menschen schneller voran, die eine Vorgeschichte in Form eines Schlaganfalls, Leber- und Lungenkrankheiten oder durch Rauchen haben – auch ein schwacher mentaler Status kann den Alterungsprozess beschleunigen. Heißt: Wer sich unglücklich und einsam fühlt, der hat ein größeres Risiko für einen beschleunigten Alterungsprozess. Das gleiche gelte auch für Singles und das Leben in einer eher ländlichen Gegend – beides Faktoren, die laut Studie einen negativen Einfluss auf die mentale Gesundheit haben. „Wir zeigen, dass psychologische Faktoren wie Unglücklichsein oder Einsamkeit das biologische Alter um ein Jahr und acht Monate erhöhen“, erklärt Dr. Fedor Galkin.

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Wichtige Faktoren, die bislang vernachlässigt wurden

„Psychische und psychosoziale Zustände gehören zu den zuverlässigsten Prädiktoren für den Gesundheitszustand und damit auch für die Lebensqualität, wurden aber in der modernen Gesundheitsversorgung weitgehend außer Acht gelassen“, so Manuel Faria, Co-Autor der Studie. Zwar bedürfe es noch weiterer Untersuchungen, die zum einen weitere Altersgruppen und zum anderen weitere Regionen einbeziehen würden, doch: „In Kombination mit unserer früheren Studie haben wir nun eine Möglichkeit, das eigene Langlebigkeitspotenzial allein durch Verhaltensmaßnahmen zu verbessern“, wie Dr. Galkin den Erfolg der bisherigen Untersuchungen einschätzt.

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(vho)