"Die Einzigen, die das in Ordnung bringen können, sind die Russen"

US-Senator Lindsey Graham fordert Putins Ermordung

Sen. Lindsey Graham, R-S.C., speaks about a Senate resolution calling for accountability for Russian President Vladimir Putin, Wednesday, March 2, 2022 at the Capitol in Washington. (AP Photo/Mariam Zuhaib)
US-Senator Lindsey Graham fordert auf Twitter, Russlands Präsidenten Putin auszuschalten (Archivbild).
MZ, AP, Mariam Zuhaib

Es sind deutliche Worte, die der republikanische US-Senator Lindsey Graham (66) auf Twitter wählt: „Das kann nur enden, wenn jemand in Russland diesen Kerl ausschaltet.“ Dieser Kerl – damit meint er d en russischen Präsidenten Wladimir Putin. Lindsey Graham fordert die Russen weiter auf, Verantwortung für ihr Land und die ganze Welt zu übernehmen und zu handeln. Doch würde Putins Tod wirklich das Ende des Krieges in der Ukraine bedeuten?

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen rund um den Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit im Liveticker

US-Senator auf Twitter: "You would be doing your country - and the world - a great service"

„Gibt es einen Brutus in Russland? Gibt es einen erfolgreicheren Oberst Stauffenberg im russischen Militär?“ Mit diesen provokanten Fragen mit historischem Bezug leitet US-Politiker Lindsey Graham seinen Tweet ein. Brutus, von Julius Cäsar väterlich gefördert, war wesentlich an der Ermordung des römischen Kaisers 44 v.Chr. beteiligt. „Auch du, mein Sohn?“, soll Cäsar bei seinem Tod gerufen haben. Oberst Claus Graf von Stauffenberg wiederum ist als Hitler-Attentäter bekannt geworden. Er hatte Zugang zum Diktator und versuchte, ihn mit einer Bombe zu töten.

Die Worte des republikanischen Senators können also als Aufforderung an jemanden aus Putins engsten Kreis verstanden werden, den russischen Präsidenten zu stürzen oder gar zu töten. Der einzige Weg, den Krieg in der Ukraine zu beenden, sei es, Putin auszuschalten, so Graham weiter. Derjenige, der das wagt, würde Russland, ja sogar der ganzen Welt, einen großen Dienst erweisen.

Lese-Tipp: Putin stürzen für ein Ende des Krieges? Bundeskanzler Scholz: „Das ist keine gute Perspektive“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformtwitter, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

RTL/ntv-Reporterin Janina Beck: Amerika diskutiert über Grahams Worte

Grahams Äußerungen sind bei den Amerikanern umstritten. Während die einen es als verantwortungslos – gerade für eine hochrangigen Politiker – bezeichnen, solch drastische Worte zu veröffentlichen, meinen andere, er würde doch nur aussprechen, was viele denken würden.

US-Senator ruft zur Ermordung Putins auf RTL-Korrespondentin berichtet
01:24 min
RTL-Korrespondentin berichtet
US-Senator ruft zur Ermordung Putins auf

30 weitere Videos

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Sicherheitsexperte Joachim Weber: Putin wird bestens bewacht

Dr. Joachim Weber, Sicherheitexperte von der Universität Bonn, schätzt die Möglichkeit, dass ein Attentat auf den russischen Präsidenten erfolgreich sein könnte als relativ gering ein. Wladimir Putin sei sicherlich zur Zeit einer der am besten bewachtesten Menschen auf der Welt, so Weber.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Gedankenspiel Realität wird, sei verschwindend gering, sagte Weber. Für ein solches Szenario gebe es aber Studien, so der Sicherheitsexperte. "Und die kommen zu dem Schluss: Wenn es doch passieren sollte, dann würde es wahrscheinlich eine Art Militärdiktatur in Russland geben." Und ein Ende des Krieges damit sehr unwahrscheinlich. Denn die komplette Machtelite im Kreml trage Putins völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit, so Experte Weber.

Lese-Tipp: Wo steckt Wladimir Putin? Drei Theorien zum Aufenthalt des russichen Präsidenten

Dennoch gibt es auch von den Menschen aus Russland immer mehr Widerstand gegen den kriegerischen Weg ihres Präsidenten. Im „Kleinen“ auf der Straße durch zahlreiche Demonstrationen, im „Großen“ beispielsweise durch den russische Geschäftsmann Alexander Konanykhin: Er hatte kürzlich ein Kopfgeld auf Russlands Präsidenten und Kriegstreiber Wladimir Putin in Höhe von 1 Million Dollar ausgesetzt.

Lese-Tipp: Sicherheitsexperte Weber schätzt ein: Was passiert in Russland, wenn Putin stirbt?

Graham appelliert an Russen

Lindsey Graham ist sicherlich bestens über die Bewachung Putins informiert. Seine Worte seien „einfach zu sagen, aber schwer auszuführen“, so der US-Senator. Dennoch appelliert er an die Menschen in Russland, sie seien diejenigen, die den Krieg beenden könnten.

„Wenn Sie nicht für den Rest Ihres Lebens in Dunkelheit leben, in bitterer Armut vom Rest der Welt isoliert sein“ wollten, so müssten die Russen sich erheben. Sie seien die einzigen, die die aktuell schlimme Lage in Europa, den Krieg Russlands gegen die Ukraine „in Ordnung bringen könnten“ (lha)

Unsere Reporter vor Ort, Interviews und Analysen - in unserer Videoplaylist

Playlist: 30 Videos

So können Sie den Menschen in der Ukraine helfen

Helfen Sie Familien in der Ukraine! Der RTL-Spendenmarathon garantiert: Jeder Cent kommt an Alle Infos und Spendenmöglichkeiten hier!