„Er hat nichts für uns getan”: „Nie-Da“-Bürgermeister: Warum ganz Zehdenick jetzt aufatmet
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Ganze 97 % der Stimmen wählen gegen Alexander Kretzschmar (parteilos) – besser bekannt als „Nie-Da“-Bürgermeister von Zegdenick. Denn obwohl er seit vergangenem März Chef im Rathaus ist, hat er bisher nur elf Tage gearbeitet. Seitdem ist der Bürgermeister des 13.000-Einwohner-Städtchens in Brandenburg krankgeschrieben. Und die Einwohner haben jetzt ein für alle Mal genug!
Jetzt ist es im wahrsten Sinne des Wortes amtlich. Der sogenannte „nie da“-Bürgermeister aus Zehdenick ist abgewählt. Mit erstaunlichen 97,2 % haben die Bürger ihn aus dem Rathaus geschmissen.
„Ich finde, die Abwahl war die beste Entscheidung.“
„Die Erleichterung, die Erleichterung, dass es vorbei ist. Dass man jetzt endlich mal der, der jetzt kommt, auch wirklich sich mal für Zehdenick interessiert.“
Rückblick in den vergangenen Dezember: Der Rathaussegen in Zehdenick hängt schief und der Bürgermeister sorgt bundesweit für Schlagzeilen.
„Wo ist Bürgermeister Alexander Kretzschmer? Wir begeben uns auf Spurensuche.“
„Ich bin auf der Suche nach dem Bürgermeister.“
Eigentlich hatten sich die Zehdenicker auf ihren neuen Bürgermeister gefreut. Nachdem schon zwei Bürgermeister vorzeitig aus dem Amt ausgeschieden sind, sollte mit Alexander Kretzschmer endlich Ruhe im Rathaus einkehren. Seit dem 20. März 25 galt der ehemalige Polizist als Rathauschef. Am 24. März folgt dann der offizielle Amtsantritt. Nur eine Woche später, am 31. März, kam die erste Krankschreibung seitens Kretzschmer und seitdem hat man ihn nicht mehr im Rathaus gesehen. Die Zehdenicker sind enttäuscht.
„Das ist ja eigentlich eine Verarsche. Ist das. Fühle ich mich jetzt, was ich meine, vor Krankheit kann keiner. Aber dass er sich gar nicht gemeldet hat zwischendurch.“
Weil der Bürgermeister seit Ende März aufgrund seiner Krankheit als dienstunfähig gilt, beschloss die Stadtverordnetenversammlung Ende November ein Abwahlverfahren. Aber Kretzschmar ließ eine Sieben-Tage-Rücktrittsfrist verstreichen und konnte somit einfach im Amt bleiben.
„Es wäre natürlich für die Stadt einfacher gewesen, die Frist nicht verstreichen zu lassen, vom Amt zurückzutreten bzw. den Amtsverzicht zu erklären. Und dann würde man sich auch den Bürgerentscheid sparen.“
Das wäre nicht nur einfacher, sondern auch günstiger. Denn obwohl Kretzschmar offenbar seit zehn Monaten krankgeschrieben ist, bekommt er ganz normal sein Gehalt: 8.663 € im Monat. Wir wollen von ihm selbst erfahren, warum er nicht einfach freiwillig zurücktritt. Unser Reporter hat ihn ausfindig gemacht und ihn getroffen.
„Ich hatte die Möglichkeit, mit dem amtierenden Bürgermeister von Zehdenick zu sprechen. Auch wenn er sich sehr gerne erklären würde, sei es ihm zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, denn er lasse sich rechtlich beraten.“
Schlussendlich haben die Zehdenicker ihr Glück selbst in die Hand genommen, aber auch das hat sie wieder einiges gekostet.
„Initiiert hat sie diesen Bürgerentscheid, die Stadtverordnetenversammlung. Und der kostet etwa 10 000 bis 12 000 €.“
Und noch dazu kommt: Der abgewählte Bürgermeister bekommt weiterhin sein Gehalt von 8.663 €, bis ein neuer Bürgermeister gewählt ist. Schon jetzt hat er seit seiner Krankschreibung 86.630 € kassiert fürs Nichtstun. Wir wollten noch einmal mit ihm sprechen, aber wir haben ihn leider nicht erreicht. Bleibt zu hoffen, dass ein neuer Bürgermeister endlich der Richtige wird für Zehdenick.

