Norovirus- und Hepatits-A-Infektionen möglich

Darum sollten Sie Tiefkühlbeeren IMMER erhitzen

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15. Juli 2020 - 11:50 Uhr

Beeren haben im Sommer Hochsaison!

Ob zu Eis, Pfannkuchen oder einfach pur: Im Sommer können wir von Beeren nicht genug bekommen. Nicht nur, weil sie so unfassbar lecker sind, sondern auch, weil sie jetzt Hochsaison haben. Wer auch im übrigen Jahr nicht auf die Früchte verzichten mag, greift öfter mal zu Tiefkühlbeeren. Warum diese jedoch mit Vorsicht zu genießen sind, erklärt RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder.  

Viele wollen Beeren das ganze Jahr über genießen

Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren – wer im Sommer über den Markt oder durch die Obstabteilung im Supermarkt oder Discounter läuft, könnte den Eindruck gewinnen, es gäbe kaum andere Früchte. Dass die Saison der zahlreichen Beeren eng begrenzt ist, macht sie einerseits so begehrt und sorgt andererseits dafür, dass viele im restlichen Jahr auf Tiefkühlbeeren zurückgreifen.  

Tiefkühlbeeren können mit Krankheitserregern belastet sein

Doch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt, dass tiefgefrorene Beeren mit Krankheitserregern wie Noro- oder Hepatitis-A-Viren belastet sein können. Das Norovirus kann zu akuten Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Durchfall führen. Der daraus resultierende hohe Flüssigkeitsverlust kann vor allem für kleine Kinder und ältere Menschen gefährliche Folgen haben. Hepatitis-A-Viren können schlimmstenfalls eine Leberentzündung verursachen.

Die Viren können während des Anbaus durch verunreinigtes Bewässerungswasser, bei der Ernte oder Verarbeitung durch mangelnde Hygiene auf die Früchte gelangen. Vor dem Abpacken werden die Beeren häufig nicht oder nicht ausreichend erhitzt. Da die Viren Temperaturen von bis zu -20 Grad überleben, werden Sie durch die Tiefkühlung nicht abgetötet. "Um sich vor Krankheitserregern zu schützen, sollten Sie Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr grundsätzlich erhitzen", rät RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder. "Da die meisten Viren Temperaturen von bis zu 60 Grad tolerieren, sollten Sie die Beeren für mindestens zwei Minuten auf über 90 Grad erhitzen, um sicher sein zu können, dass die Viren abgetötet sind". 

Frische Beeren immer waschen!

Aber auch frische Beeren sollten Sie immer waschen, um sich vor Krankheitskeimen sowie Rückständen von Pflanzenschutzmitteln zu schützen. Reinigen Sie Erdbeeren und Johannisbeeren besser im Wasserbad statt unter fließendem Wasser, da sie sehr empfindlich sind. Himbeeren und Brombeeren hingegen sollten Sie nicht im Wasserbad reinigen, da ihnen dieses das Aroma entziehen würde. Reinigen Sie diese Beeren besser kurz unter einem nur schwach eingestellten Wasserstrahl und tupfen Sie sie danach mit einem Küchentuch ab.

"Waschen sollten Sie die Früchte allerdings erst unmittelbar vor dem Verzehr. Lagern Sie die Früchte am besten mit Stiel, so bleiben die Beeren länger frisch", empfiehlt Rieder.

Regionale Produkte bevorzugen!

Grundsätzlich gilt: Greifen Sie möglichst zu regionalen Produkten. Da wissen Sie nicht nur, wo die Früchte herkommen, sondern damit tragen Sie auch zum Klimaschutz bei. Die Früchte müssen nicht um die Welt geflogen werden und sind – zumindest in der Hochsaison – günstiger als importierte Beeren.

Und wenn Sie selbst doch zu viele Beeren eingekauft haben: Hier verraten wir Ihnen, wie lange Sie diese und andere Lebensmittel tiefkühlen können.