Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Co.

Norovirus: An diesen Symptomen erkennen Sie den Magen-Darm-Infekt

Durchfall, Erbrechen und Übelkeit sind typische Symptome einer Magen-Darm-Infektion durch Noroviren.

19. Juni 2020 - 12:20 Uhr

Norovirus-Infektion erkennen und behandeln

Jedes Jahr wieder in den Wintermonaten kursieren die hochansteckenden Noroviren und sorgen für heftige Magen-Darm-Erkrankungen. Gerade in der kalten Jahreszeit haben die Viren durch geschwächte Immunsysteme ein leichtes Spiel und bereits der Kontakt mit kleinsten Mengen kann zu einer Infektion führen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Norovirus-Infektion erkennen und was Sie dagegen tun können.

Wie können Noroviren übertragen werden?

Die Übertragung der hochansteckenden Noroviren geschieht über drei verschiedene Wege:

  1. Weitergabe der Viren von Mensch zu Mensch. Mittels einer sogenannten Schmierinfektion können die Viren sehr leicht weitergegeben werden. Schon über mikroskopisch kleine Reste von Erbrochenem oder Stuhl an den Händen der Betroffenen gelangen die Viren dabei zu ihrem nächsten Wirt. Durch eine Tröpfcheninfektion können die Erreger ebenfalls übertragen werden.
  2. Nahrungsmittel als Überträger der Noroviren. Rohe, unverarbeitete Lebensmittel (Salat, Obst), aber auch kontaminiertes Wasser können von den Viren befallen sein und beim Verzehr zu einer Infektion führen.
  3. Ansteckung über Gegenstände. Durch den Kontakt mit verunreinigten Gegenständen, wie Armaturen oder Türgriffe gelangen die Viren über die Hände leicht in den Mund, was eine Ansteckung ermöglicht.

Schon zehn bis 50 Stunden nach der Übertragung bricht die Krankheit aus.

Norovirus- oder Magen-Darm-Infekt? An welchen Symptomen man die Krankheit erkennt

Starker Durchfall und heftiges Erbrechen sind häufig Symptome einer Norovirus-Infektion.
Gerade beim plötzlichen Auftreten von starkem Durchfall oder heftigem Erbrechen sollten die Alarmglocken klingeln. Es könnte ein Anzeichen für eine Norovirus-Infektion sein.
© Getty Images/iStockphoto, vadimguzhva

Der Unterschied zwischen einer Norovirus-Infektion und anderen Magen-Darm-Erkrankungen liegt meist im besonders schnellen Krankheitsbeginn. Aus völligem Wohlbefinden wird plötzlich ein sehr starkes Krankheitsgefühl. Zu den Anzeichen einer Norovirus-Infektion gehören häufig:

  • Übelkeit
  • schwallartiges Erbrechen
  • starker Durchfall (häufig strenger Geruch des Stuhls)
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen

Wann muss ich zum Arzt gehen?

Beim Norovirus sollte nach ein bis zwei Tagen das Schlimmste eigentlich vorbei sein. Sollte es länger dauern, dann sollte man auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.

Meldepflicht bei Norovirus-Infektionen

Bei Noroviren gelten die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Um eine Verbreitung der Viren einzudämmen, dürfen beispielsweise Kinder unter 6 Jahren bei Verdacht oder Feststellung einer Erkrankung mit Noroviren vorübergehend keine Kindergärten mehr besuchen. Eltern sind verpflichtet, die Institutionen über die Diagnose zu informieren. Über den Zeitpunkt des Wiedereintritts in den Kindergarten entscheidet das zuständige Gesundheitsamt.

Menschen, die beruflich in Kontakt mit bestimmten Lebensmitteln kommen, dürfen ihre Arbeit bei ansteckendem Durchfall bzw. Erbrechen frühestens zwei Tage nach Abklingen der Symptome wieder aufnehmen.

Was hilft im Fall einer Norovirus-Infektion?

Es gibt keine ursächliche Medizin, die die Viren beseitigt. Die Ärzte können nur versuchen, die Symptome zu lindern. Von herkömmlichen Durchfallmitteln raten Ärzte oft ab. Sie nützen kaum etwas. Wichtiger ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Das können zum Beispiel Suppen oder spezielle Elektrolyt-Lösungen wie Elotrans* 🛒. Außerdem sollten sich die Erkrankten schonen und den Kontakt zu anderen Menschen auf ein Minimum reduzieren.

Was kann man im Fall einer Erkrankung mit Noroviren essen?

Bei Übelkeit in Folge einer Norovirus-Infektion sollte auf eine magenschonende Ernährung gesetzt werden.
Bei Übelkeit sollte auf Schonkost gesetzt werden, um den Körper mit den nötigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen, ihn jedoch nicht zu überfordern.
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Im wesentlichen sind Tee* und Zwieback gut verträglich. Es geht auch immer ein bisschen Banane und geriebener Apfel. Von fettigen Speisen wie Fleisch, Wurst und Käse sollte man Abstand nehmen. Außerdem generell viel Tee trinken oder klare Brühe löffeln.

Hygienemaßnahmen: Wie man sich vor Noroviren schützen kann

​Noroviren sind extrem ansteckend. Ganz besonders wichtig ist daher die Hygiene. Also die Hände regelmäßig gründlich mit Seife waschen, insbesondere nach dem Gang zur Toilette. Die Klinke der Toilettentür nicht mit der Hand zu berühren, kann ebenfalls von Vorteil sein.

Außerdem sollte man den direkten Kontakt mit Erkrankten, wenn möglich, bis zwei Tage nach dem Abklingen der Symptome vermeiden. So kann man versuchen, sich vor der Ansteckung mit dem fiesen Norovirus zu schützen.

Wer aber einen Kranken pflegt, sollte Erbrochenes mit Einweghandschuhen und Einweglappen oder Küchenpapier entfernen. Anschließend empfiehlt sich auf kontaminierten Flächen der Einsatz eines antiviralen Desinfektionsmittels* 🛒. Ein Mundschutz ist nicht erforderlich, außer bei intensiverem Kontakt. Kranke sollten nach Möglichkeit eine separate Toilette benutzen. Wäsche, die mit Vollwaschmittel bei 60 Grad gewaschen worden ist, ist wieder in Ordnung. Geschirr wird durch den Geschirrspüler desinfiziert.

Wenn die Symptome verschwunden sind, sollten Erkrankte noch zwei Tage lang nicht in die Öffentlichkeit oder zur Arbeit gehen. Bis zwei Wochen nach der Krankheit sollten sie besonders auf ihre Handhygiene achten.

Obwohl intensiv an einem Impfstoff gegen Noroviren geforscht wird, gibt es bisher noch keine vorbeugende Impfung.

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