Nach Tod von Baby Ashley: Jetzt spricht ihr Vater!„Dass Ashley lebensbedrohlich an Gewicht verloren hat, ist mir nicht aufgefallen”

von Florent Gallet und Sina Schlink

Sein Kind verhungert und er will es nicht einmal gemerkt haben!
Die erst vier Monate alte Ashley stirbt im September. Deshalb müssen sich die Angeklagten Kim und Vanessa H. aus Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) aktuell vor dem Landgericht Itzehoe verantworten. Denn: Sie sollen das Baby über Wochen nicht ausreichend ernährt haben. Jetzt spricht der Vater des toten Mädchens.

„Wir waren häufig überfordert”

Die Anklage: Mord durch Unterlassen. Über etwa vier Wochen soll Ashley kaum Nahrung und Flüssigkeit bekommen haben. Am 26. September stirbt sie. Vater Kim H. erklärt in kurzen, überlegt wirkenden Sätzen, was an diesem Tag und in den Wochen davor passiert sein soll. „Wir waren häufig überfordert. An manchen Tagen ging es weder vor noch zurück”, sagt Kim H.

Lese-Tipp: Warum haben sie Baby Ashley verhungern lassen? Eltern wollen endlich reden

Vanessa H. habe sich darum gekümmert, das Baby zu versorgen

Er wechselt ständig den Arbeitgeber, hat nach eigener Aussage kein konstantes Umfeld. Auch das habe zu seiner geistigen Überforderung beigetragen. Neben Ashley haben die beiden noch zwei weitere Kinder, dreijährige Zwillinge. Er habe nach der Geburt große Probleme gehabt, mit Ashley umzugehen. „Es ist diese primitive Angst, ihr weh zu tun”, sagt er. „Ich konnte sie einfach nicht berühren, keine Ahnung.” Vanessa H. habe sich um das Mädchen gekümmert, er um die Zwillinge. Er habe sich also auch nicht darum gekümmert, das Baby zu füttern. Das sei Aufgabe von Mutter Vanessa gewesen.

Streaming Tipp
RTL Nord HH / SH
Jetzt auf RTL+ streamen
Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Die Mutter schrie:„Sie atmet nicht!”

„Dass Ashley lebensbedrohlich an Gewicht verloren hat, ist mir nicht aufgefallen, sonst hätte ich einen Arzt aufgesucht“, sagt der Angeklagte. Einen generellen Gewichtsverlust habe er aber bereits im August wahrgenommen, deshalb hätten sie beschlossen, dass Vanessa mehr stillen soll und dem Baby zusätzlich die Flasche gibt.

Am Todestag des Kindes sei er wach geworden, weil Vanessa ihn angetippt habe. Sie sei zu Ashley gegangen, habe geschrien: „Sie atmet nicht!”. Dann habe er direkt die 112 gerufen. Vanessa habe dann mit der Reanimation begonnen. Doch es ist zu spät. Das Mädchen schafft es nicht. Vor Gericht soll nun noch bis Ende Mai verhandelt werden, wer für den Tod des Babys verantwortlich ist.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche