Vor der bayrischen Grenze gesichtetIst Elch Emil auf dem Weg zu uns?

Schlendert Emil bald auch durch unsere Gärten?
Emil soll sich aktuell in Tschechien befinden – nur wenige Kilometer vor der deutschen Grenze!
Helmut Fohringer/APA/dpa

Der wohl viralste Elch Europas könnte zurück sein!
Erinnert ihr euch noch an den tollpatschigen Kult-Elch Emil, der im vergangenen Jahr seelenruhig durch Österreich schlenderte und plötzlich in privaten Gärten oder mitten auf Kreuzungen auftauchte? Ob er bald auch durch unsere Straßen wandert, ordnet ein Experte ein.

Tschechischer Bürgermeister ist begeistert

Im tschechischen Wintersportort Železná Ruda (deutsch: Markt Eisenstein), direkt an der Grenze zu Bayerisch Eisenstein, staunten Anwohner und Touristen am Wochenende nicht schlecht: Ein Elch lief durch den Ort und sorgte für ordentlich Aufregung. Laut der tschechischen Zeitung Denik dürfte es sich um Jungbulle Emil handeln.

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„Es wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass einmal ein Elch durch unsere Stadt laufen würde“, sagte Bürgermeister Filip Smola. Für ihn sei die Begegnung „ein Erlebnis für das ganze Leben“ gewesen. Elche galten in Tschechien rund 400 Jahre lang als ausgestorben. Erst seit wenigen Jahren kehren einzelne Tiere und kleine Populationen in die Region zurück. Außerdem sind Elche äußerst scheue Wildtiere und meiden normalerweise die Nähe des Menschen. Einen Elch mitten im Ort zu sehen, ist deshalb ein echtes Ausnahme-Erlebnis!

Bereits wenige Tage zuvor hatte die Bürgerinitiative „WeLoveSumava“ auf Facebook ein Video veröffentlicht, das einen Elch am Waldrand zeigt – viele Nutzer sind überzeugt: Das ist Emil!

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Kommt Emil jetzt auch nach Deutschland?

Emil war im vergangenen Herbst bereits in aller Munde. Damals wanderte er wochenlang durch Österreich und sorgte mit Sichtungen nahe Straßen und Siedlungen für Schlagzeilen. Schließlich wurde er in der Nähe einer Autobahn betäubt und am Rand des Böhmerwalds wieder ausgesetzt.

Elch in Sachsen gesichtet.
Der World Wide Fund For Nature (WWF) schätzt, dass jedes Jahr etwa 10 bis 15 Elche durch die Wälder Nordostdeutschlands ziehen.
DPA Video

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Im November erklärte Elch-Experte Michael Striese der dpa, dass Elche in Deutschland bislang meist nur „durchziehende Tiere“ seien. Elche sind Einzelgänger und suchen sich in der Regel eine Stelle, wo es ihnen gefällt „und dort bleiben die dann auch gegebenenfalls ihr ganzes Leben lang”, so Striese. Weil die Tiere Tagesstrecken von 30 Kilometern absolvieren können, sieht man sie gelegentlich auch in der Nähe der deutschen Grenze. Meistens kehren die Tiere aber nach kurzer Zeit wieder um, so der Biologe.

Playlist 50 Videos

Železná Ruda (deutsch: Markt Eisenstein) liegt direkt an der bayerischen Grenze, praktisch neben Bayerisch Eisenstein. Dort gehen die Waldgebiete und Wanderkorridore nahtlos ineinander über. Der Elch könnte also theoretisch jederzeit auf deutscher Seite auftauchen. Das bedeutet aber nicht, dass er lange bleiben würde.

Noch ist es nicht bestätigt, doch Ort, Zeitpunkt und die jüngsten Sichtungen im Grenzgebiet sprechen definitiv dafür, dass der Kult-Elch im schönen Böhmerwald zwischen Bayern und Tschechien ein kleines Comeback feiert. (dpa/jjä)