Das Erste, was an Jennifer Saros Sohn - den sie öffentlich nur liebevoll "Keksi" nennt - auffällt, ist diese wahnsinnige Neugier und Lebensfreude... "Er ist ein kleiner Lausbub. Wie alle anderen Kinder. Wenn er fünf Minuten keine Aufmerksamkeit bekommt, guckt er, was er anstellen kann." Keksi hat einen Gen-Defekt. Als Jennifer Saro 2023 die Bachelorette wird und im TV mit Rosen bewaffnet nach dem Richtigen sucht, ist ihr Sohn ganz frisch auf der Welt. Die Ärzte erklären der jungen Mutter damals, ihr Sohn habe das Prader-Willi-Syndrom. Drei Jahre lang bekommt Keksi täglich Hormonspritzen zur Behandlung. Dann der Schock: erst jetzt erfährt die 30 Jährige... dass er FALSCH behandelt wurde. "Das Letzte, was ich dachte ist, dass so eine Diagnose falsch sein könnte. Und jetzt ist natürlich mein Vertrauen in das Ganze ein bisschen.... Was heißt ein bisschen? Mein Vertrauen ist weg. Ich frag mich, wie kann das überhaupt passieren?" Weil die Symptome nicht passen, wird Jennifer Saro skeptisch. Erst vergangenen Monat bekommt sie die Gewissheit: Keksi hat das Angelman-Syndrom. Laufen, sprechen - kann der fast Vierjährige nicht. Auch seine geistige Entwicklung ist eingeschränkt. Sie wird sich ein Leben lang um ihn kümmern müssen. "Man kann sich das eigentlich vorstellen, dass ich seit vier Jahren ein Baby habe. Also der so ungefähr acht Monate alt ist. Das kann man nicht mal ansatzweise vergleichen mit einem Dreijährigen, weil Keks ja auch nicht versteht, wenn ich sage Vorsicht, das ist heiß. Was natürlich anstrengend ist, ist Windelwechseln, wenn wir unterwegs sind. Er ist mittlerweile so groß, dass er nicht mehr auf den Wickeltisch passt." Zumindest scheint die falsche Behandlung mit Wachstumsspritzen ihrem Sohn nicht geschadet zu haben, sagt Jennifer. Neben ihrem geliebten Sohn gibt es seit zwei Jahren noch einen ganz wichtigen Menschen in ihrem Leben: BVB Profi-Spieler Alexander Meyer. Und der ist für ihren Keksi wie ein Vater. "Ich bin ne kleine Helikopter Mama ganz klein und ich lasse mein Kind nie bei irgendwem unbeaufsichtigt. Aber Alex ist mittlerweile. Wir sind jetzt fast zwei Jahre zusammen und wir leben zusammen und mittlerweile vertraue ich ihm. Er kann alles so, wie ich es selber machen würde. Vielleicht bin ich noch 20 % mehr informiert, was alle Arzttermine etc. angeht." Aber sie teilt mit Alex auch ihre Freude... zum Beispiel wenn sie sieht wie frei Keksi sich mit einer Gehhilfe bewegen kann. Die sich die Familie zum Testen ausgeliehen hat. "Ich bin glücklich, so wie es ist. Es ist schön, es ist anstrengend, aber es ist auch nicht nur anstrengend, wir haben auch sehr viele schöne Zeiten und ja. Ich möchte unbedingt ein zweites Kind. Eine glückliche kleine Familie." Die Gefahr, dass auch das Zweite einen Gen-Defekt haben könnte, besteht nicht - erklärt sie. Aber selbst wenn: Jennifer Saro hat gelernt, dass auch ein Kind mit Einschränkungen wahnsinnig glücklich sein kann. Das sieht und spürt sie jeden Tag.