Diese Patientin hat nicht mal mehr Eckzähne, so sehr hat sie sich die Zähne durchs Zähneknirschen kaputt gebissen. Bei Birgit Wrobel ist es zum Glück noch nicht ganz so schlimm, aber auch diese Abdrücke an ihrer Zunge zeigen: Das Zähneknirschen hinterlässt Spuren.
Birgit Wrobel, Rentnerin: „Es ist so mittlerweile, dass ich es schaffe, eine Krone durchzubeißen, eine Spange durchzubeißen und nachts halt auch davon wach werde. Und halt auch Nackenprobleme, ab und zu Kopfschmerzen. Ja, und dass – man merkt es auch im Alltag, dass man automatisch beißt. Das ist schon ein Automatismus.
Physiotherapie, eine Beißschiene – nichts half der 67-Jährigen. Deshalb lässt sie sich heute in ihren Kiefermuskel Botox spritzen. Mit dem Nervengift soll der Kaumuskeln gezielt entspannt, Schmerzen gelindert und Kiefer-Verspannungen gelöst werden. Bei Zahnärztin Dr. Harmide Farshi sie seit Jahren in Behandlung. Und Birgit Wrobel hat Glück. Nicht jedem würde die Zahnärztin Botox spritzen.
Dr. Harmide Farshi: „Diese Art von Behandlung ist geeignet für Patienten, die nur muskuläres Problem haben. Es ist nicht geeignet für Patienten mit richtigen Kiefergelenksproblemen. Woran merkt man das, dass es nur muskulär ist? Das merkt man, wenn man eine Schiene trägt, und es hilft dann schon ein bisschen. Dann weiß man: Okay, es ist muskulär. Aber wenn auch Schienen nicht helfen, dann ist meistens das Kiefergelenk betroffen und da muss man auch sagen, dass wirklich nur 2 Prozent der Bevölkerung dieses muskuläre Problem aufweisen. Die anderen haben alle ein Problem mit dem Gelenk und da muss man ganz anders behandeln.“
Birgit Wrobel ist eine von ihnen. Den niedrig dosierten Wirkstoff injiziert die Zahnärztin in den Muskel an jeder Wange. Dadurch reduziert sich die Muskelaktivität – das unbewusste Aufeinanderpressen von Ober- und Unterkiefer wird gemildert. Erste Entspannung treten oft nach drei bis sieben Tagen, die volle Wirkung nach zwei Wochen ein.
Kosten: zwischen 300 und 350 Euro - pro Sitzung, bis zu vier Sitzungen können nötig sein. Nach zwei Wochen ist Birgit Wrobel wieder bei Dr. Harmide Fahrshi und merkt eine Verbesserung:
Birgit Wrobel, Rentnerin: „Also die Wirkung ist schon eine Erleichterung – vor allen Dingen nachts. Der Druck ist nicht mehr so groß und tagsüber merke ich das auch, obwohl ich trotzdem immer noch versuche, zu beißen, und merke, was für eine Kraft dahintersteckt.
Botox hilft ihr. Deshalb will Birgit Wrobel die Therapie fortführen, um zukünftig ganz ohne Schmerzen leben zu können.