Ecstasy-Prozess in Weiden: Urteil gegen Theo G. soll heute fallen
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Sie wollten einen ausgelassenen Abend im Restaurant "La Vita" in Weiden verbringen, doch sie bekommen hochkonzentriertes Ecstasy statt Champagner. Ein Mann kommt ums Leben, sieben kämpfen bis heute mit den Folgen der Horror-Nacht. Heute soll das Urteil gegen Theo G. fallen.
Theo G. betritt den Gerichtssaal als freier Mann und nicht etwa aus der U Haft. Denn den Haftbefehl hat das Gericht schon vor Monaten mangels Beweisen aufgehoben. Für Carola Potsch ist das ein Schlag ins Gesicht. Sie gehört zu den Menschen, die bis heute mit den Folgen jener Nacht kämpfen.
Geschädigte im Ecstasy-Fall: „Ich habe mir dann schon gedacht Okay, der ist jetzt freigelassen. Kann jetzt rumhüpfen und seine Familie in den Arm nehmen. Aber ich habe trotzdem die Schäden.“
Es ist der 12. Februar 2022. Carola Potsch und weitere Freunde treffen sich hier im Restaurant La Vita in Weiden. Zusammen gönnen sie sich eine Drei Liter Flasche Champagner. Dann beginnt der Horror.
Geschädigte Carola Potsch: „Es war ein Mini Mini Schluck, den ich da irgendwie drin gehabt hab. Und ich wusste aber dann sofort, in dem Moment, wie ich das geschluckt habe, dass er jetzt irgendwas ganz Schlimmes passiert ist.“
Nach nur wenigen Schlucken brechen alle, die vom vermeintlichen Schampus getrunken haben, zusammen. Harald Rippel ist damals der Pächter des Restaurants und wohnt ganz in der Nähe.
Pächter des Restaurants: „Dann wurden Menschen rausgebracht, die wie einen epileptischen Anfall hatten, am Körper gezittert haben. Zwei Frauen haben geschrien.“
Für einen 52-jährigen Familienvater kommt jede Hilfe zu spät. Sieben weitere Menschen werden verletzt, darunter Carola. Sie erleidet eine Hirnblutung, wird ins künstliche Koma versetzt. Die zweifache Mutter leidet bis heute unter den Folgen. Sie ist auf eine Gehhilfe angewiesen und kämpft mit unkontrollierten, schmerzhaften Muskelzuckungen.
Geschädigte Carola Potsch: Mein Alltag ist eigentlich bestimmt. Dass ich eigentlich immer auf jemand anderen angewiesen bin.
Denn in der Flasche steckt kein Schaumwein, sondern hochkonzentriertes, flüssiges Ecstasy aus dem Drogenmilieu. 2023 wird Theo G. In den Niederlanden festgenommen. Er arbeitet als Logistiker und soll Teil einer ganzen Schmugglerbande sein.
Ermittler im Ecstasy-Fall: „Der Angeklagte soll hier ein Lagerhaus in Arnheim bei Rotterdam in den Niederlanden betrieben haben. Die Flaschen sind wohl abhanden gekommen, gestohlen worden aus diesem Lager und damit über diverse Kanäle, insbesondere über Onlineplattformen in den deutschen Handel gelangt.“
Während Theo G. Und seine Verteidiger auf Freispruch pochen, hält die Staatsanwaltschaft ihn weiter für schuldig und fordert zehn Jahre Haft. Das Urteil soll noch heute fallen.
