Eine Pferde-OP-Versicherung übernimmt die Kosten von Operationen an Ihrem Pferd und kostet bei Uelzener rund 28 bis 37 Euro im Monat. Getragen wird damit nicht nur die Kolik, sondern ebenso eine Fesselträger- oder eine Zahnoperation. Den Beitrag rechtfertigt die Rechnung, die im Ernstfall kommt: Eine Operation in der Klinik kann ein Vielfaches eines Jahresbeitrags auslösen, und wenn es akut wird, haben Sie keine Zeit, den Betrag zu verhandeln. Worüber Sie beim Abschluss tatsächlich entscheiden, ist deshalb nicht, ob Operationen versichert sind, sondern bis zu welchem Gebührensatz Ihr Tarif erstattet.
Das Wichtigste in Kürze
- Versichert sind Operationen allgemein, nicht ein einzelnes Krankheitsbild: Was für die Kolik-OP gilt, gilt genauso für eine Fesselträger- oder eine Zahnoperation.
- Der OP-Schutz von Uelzener beginnt bei rund 28 bis 37 Euro im Monat: Für dasselbe Rechenbeispiel nennt Uelzener auf drei eigenen Kanälen 28,48 Euro, 33,27 Euro und 36,87 Euro.
- Über Ihren Eigenanteil entscheidet der erstattete Gebührensatz: Uelzener versichert 100 Prozent aller Operationen ohne Tarifstufen, Pet Protect erstattet bis zum 4-fachen GOT-Satz, Barmenia direkt und die Bayerische zu regulären Praxiszeiten bis zum 2-fachen.
- Die Gebührenordnung für Tierärzte erlaubt den 1-fachen bis 3-fachen Satz zu regulären Praxiszeiten und im Notdienst bis zum 4-fachen Satz.
- Eine Kolik-OP beim Pferd kostet je nach Klinik und Komplikationsgrad rund 2.000 Euro bei unkompliziertem Verlauf bis über 10.000 Euro bei einer vollständigen Operation mit Klinikaufenthalt.
Pferde-OP-Versicherungen im Vergleich: bis zu welchem Gebührensatz erstattet wird
Vier Anbieter mit registriertem OP-Produkt fürs Pferd stehen hier zur Wahl, sortiert nach der Zahl, die im Ernstfall über Ihren Eigenanteil entscheidet: bis zu welchem Gebührensatz sie erstatten. Wollen Sie eine Lösung ohne Auswahlarbeit und ohne Deckel, lesen Sie den ersten Abschnitt und hören Sie danach auf. Wollen Sie Tarifstufe und Selbstbeteiligung selbst steuern, ist der zweite Ihrer. Die beiden letzten erstatten zu regulären Praxiszeiten weniger, dafür nennt die Bayerische als Einzige hier öffentliche Startpreise.
Uelzener: alle Operationen ohne Tarifstufen
Uelzener übernimmt 100 Prozent der Operationskosten, unabhängig davon, mit welchem Gebührensatz die Klinik abrechnet, und verzichtet dabei auf Tarifstufen. Sie wählen also keine Leistungsklasse, sondern nur die Rahmendaten. Die veröffentlichte Beispielrechnung arbeitet mit 1.000 Euro Selbstbeteiligung und 15.000 Euro Jahreslimit. Für Halter, die keine Tarifmatrix durchgehen wollen, halten wir das für die sauberste Lösung im Feld: Was versichert ist, steht in einem Satz.

Beim Preis wird es unübersichtlich, und das gehört hierher. Für dieselbe Konstellation aus 1.000 Euro Selbstbeteiligung und 15.000 Euro Erstattung nennt Uelzener auf seiner Pferdeseite 28,48 Euro im Monat, in der eigenen Preisübersicht 36,87 Euro und im offiziellen Tarifblatt 33,27 Euro. Das sind drei Beträge für ein Rechenbeispiel, alle drei aus Kanälen des Versicherers selbst. Kalkulieren Sie deshalb mit rund 28 bis 37 Euro und holen Sie sich ein Angebot, statt sich auf einen Startpreis zu verlassen.
Vorteile:
- Alle Operationen sind versichert, ohne dass Sie eine Tarifstufe treffen müssen.
- Die Erstattung liegt bei 100 Prozent und hängt nicht vom abgerechneten Gebührensatz ab.
- Eine separate Kolik-Versicherung deckt auch die konservative Behandlung im Stall oder in der Klinik ab.
Nachteile:
- Für dasselbe Rechenbeispiel nennt Uelzener auf drei eigenen Kanälen 28,48 Euro, 33,27 Euro und 36,87 Euro im Monat, eine belastbare Einzelangabe fehlt.
- Die Beispielrechnung zeigt nur eine Selbstbeteiligungsstufe, die übrigen Stufen sind nicht öffentlich.
Tipp: Lassen Sie sich vor der Unterschrift alle verfügbaren Selbstbeteiligungsstufen mit dem jeweiligen Beitrag nennen. Die 1.000 Euro aus dem Rechenbeispiel sind eine Annahme, keine Vorgabe.
Pet Protect: Tarifstufen und Selbstbeteiligung frei wählbar
Pet Protect vertreibt seinen Pferde-OP-Schutz über eine Partnerschaft mit Barmenia und bietet zwei Stufen an: Top und Premium. Beide erstatten sämtliche Operationen ohne Jahreslimit. Pet Protect zahlt bis zum 4-fachen GOT-Satz, sowohl zu regulären Praxiszeiten als auch im Notdienst, und liegt damit über dem, was die beiden folgenden Anbieter tagsüber leisten. Die Selbstbeteiligung wählen Sie mit 250, 500 oder 1.000 Euro selbst, Unfälle sind ab dem ersten Vertragstag versichert, und die Tierarztwahl ist weltweit frei. Wer gern rechnet und weiß, welches Risiko er tragen will, holt hier mehr Steuerung heraus als bei jedem anderen Anbieter im Feld.
Vorteile:
- Top und Premium erstatten ohne Jahreslimit, die Rechnungshöhe deckelt die Leistung also nicht.
- Erstattet wird bis zum 4-fachen GOT-Satz, zu regulären Praxiszeiten wie im Notdienst.
- Sie wählen die Selbstbeteiligung mit 250, 500 oder 1.000 Euro und steuern darüber den Beitrag.
- Bei einer Kolik greift der Schutz schon nach fünf Tagen, bei einem Unfall sofort, und die Tierarztwahl ist weltweit frei.
Nachteile:
- Oberhalb des 4-fachen Satzes endet die Erstattung, anders als bei Uelzener gibt es hier eine Obergrenze.
- Für Krankheiten außer der Kolik gilt eine Wartezeit von drei Monaten, wie sie in der Tierversicherung marktüblich ist.
- Einen Startpreis veröffentlicht Pet Protect nicht, den Beitrag sehen Sie erst nach einem Durchgang im Tarifrechner.
Tipp: Rechnen Sie die drei Selbstbeteiligungsstufen gegen Ihre Rücklage, nicht gegen den Monatsbeitrag. Die Differenz zwischen 250 und 1.000 Euro sparen Sie in kleinen Monatsraten, fällig wird sie an einem einzigen Tag, und zwar bar und sofort.
Barmenia direkt: das eigene Produkt, nicht der Pet-Protect-Tarif
Barmenia direkt führt eine eigene Pferde-OP-Versicherung unter eigenem Markenauftritt. Sie ist nicht identisch mit dem Tarifwerk, das Pet Protect über die Barmenia-Partnerschaft verkauft, auch wenn beide denselben Konzernnamen tragen. Drei Stufen stehen zur Wahl: Basis und Top erstatten bis zum 2-fachen Satz der Gebührenordnung, Premium zusätzlich bis zum 4-fachen Satz für die Notfallversorgung im tierärztlichen Notdienst. Wer Barmenia als Versicherer will, aber nicht über die Stufenlogik von Pet Protect gehen möchte, bekommt hier den direkten Vertragsweg.
Vorteile:
- Sie schließen direkt beim Versicherer ab, ohne den Umweg über ein zweites Markenangebot.
- Den erstatteten Gebührensatz nennt Barmenia direkt je Tarifstufe auf der eigenen Produktseite, Sie müssen ihn nicht erfragen.
- Der Premium-Tarif erstattet die Notfallversorgung im tierärztlichen Notdienst bis zum 4-fachen Satz.
Nachteile:
- In Basis und Top endet die Erstattung beim 2-fachen Satz; einen höheren Satz für den Notdienst weist Barmenia direkt nur im Premium-Tarif aus.
- Startpreise veröffentlicht der Anbieter an dieser Stelle nicht.
- Selbstbeteiligung und Jahreshöchstleistung gehen erst aus dem persönlichen Angebot hervor.

Unser Rat: Der Gebührensatz steht öffentlich, die beiden anderen Zahlen nicht. Lassen Sie sich Selbstbeteiligung und Jahreshöchstleistung deshalb im Angebot beziffern, sonst können Sie den Tarif gegen Uelzener oder Pet Protect nicht rechnen.
Die Bayerische: der günstigste öffentlich bezifferte Einstieg
Als Einzige auf dieser Seite stellt sie drei Tarifnamen mit je eigenem Startpreis nebeneinander: Basis ab 14,33 Euro, Top ab 19,90 Euro und Premium ab 32,52 Euro im Monat. Erstattet werden 100 Prozent der Kosten zum 2-fachen GOT-Satz für alle Operationen, im tierärztlichen Notdienst bis zum 4-fachen Satz, und das in allen drei Tarifen. Wer den Beitrag klein halten will und die Differenz bei einer teuren Tagesrechnung selbst tragen kann, findet hier den günstigsten öffentlich bezifferten Einstieg.
Vorteile:
- Startpreise für alle drei Tarife stehen öffentlich: Basis ab 14,33 Euro, Top ab 19,90 Euro, Premium ab 32,52 Euro im Monat.
- Die Notfallversorgung im tierärztlichen Notdienst wird in allen drei Tarifen bis zum 4-fachen Satz erstattet, nicht nur im teuersten.
- 100 Prozent Kostenerstattung für alle Operationen, ohne Beschränkung auf einzelne Krankheitsbilder.
Nachteile:
- Zu regulären Praxiszeiten endet die Erstattung beim 2-fachen Satz, den Rest einer höher abgerechneten Operation zahlen Sie selbst.
- Der gemeinsame Vertrieb mit Barmenia bedeutet, dass Sie hier kein drittes, unabhängiges Tarifwerk vergleichen.
Wichtig: Fragen Sie im Beratungsgespräch nach, welches Tarifwerk Sie tatsächlich zeichnen. Sonst vergleichen Sie am Ende zweimal dasselbe Produkt unter zwei Markennamen.
Auch Allianz und R+V verkaufen OP-Schutz fürs Pferd; beide bleiben hier ohne Tarifbewertung, weil sich ihre Konditionen nur über ein individuelles Angebot ermitteln lassen. Einen Überblick über weitere Tarife und Tierarten finden Sie in unserem Tierversicherungs-Vergleich.
Was eine Operation beim Pferd kostet, und warum die Spanne so groß ist
Der teuerste Regelfall ist die Kolik-Operation, und für sie kursiert keine belastbare Durchschnittszahl. Die publizierten Angaben reichen von 2.000 bis 6.000 Euro einschließlich Klinikaufenthalt bis zu 5.000 bis 12.000 Euro, und einzelne Quellen nennen noch höhere Beträge. Was sich daraus seriös ableiten lässt, ist eine Bandbreite: rund 2.000 Euro für einen unkomplizierten Fall, über 10.000 Euro für eine vollständige Operation mit anschließendem Klinikaufenthalt. Den Unterschied machen die Klinik, die Dauer der stationären Behandlung und der Komplikationsgrad, nicht die Diagnose an sich.
Andere teure Fälle liegen darunter, verschwinden aber trotzdem nicht in der Portokasse:
- Fesselträger- und Sehnenschäden: mehrere hundert bis mehrere tausend Euro für Diagnostik und konservative Behandlung, deutlich mehr mit Stammzellen-, PRP- oder Stoßwellentherapie.
- Hufrehe: 200 bis 300 Euro bei früher, milder Behandlung, bei chronischem Verlauf leicht über 1.000 Euro.
- Zahnbehandlung: ab rund 150 bis 250 Euro für eine reguläre Behandlung unter Sedierung.
Wird aus einem Fesselträgerschaden oder einem Zahnbefund eine Operation, gilt dieselbe Tarifregel wie bei der Kolik: Erstattet wird bis zu dem Gebührensatz, den Ihr Vertrag ausweist. Bleibt es bei der konservativen Behandlung, leistet ein reiner OP-Schutz nicht. Wer eine dieser Positionen zum ersten Mal auf einer Rechnung sieht, fragt sich meist dasselbe: Warum steht da dieser Betrag und nicht ein anderer?

Warum zwei gleiche Operationen unterschiedlich viel kosten
Eine Tierarztrechnung entsteht in zwei Schritten. Für jede einzelne Leistung, von der Untersuchung über die Narkose bis zur Naht, steht in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ein Grundbetrag. Diesen Grundbetrag multipliziert die Praxis anschließend, und erst dieser Multiplikator entscheidet, ob aus derselben Operation eine Rechnung über 4.000 oder über 9.000 Euro wird. Zu regulären Praxiszeiten ist der 1-fache bis 3-fache Satz zulässig; im Notdienst, also nachts, am Wochenende und an Feiertagen, erlaubt die GOT einen höheren Satz, nämlich bis zum 4-fachen.
Für Sie hat das eine unangenehme Konsequenz. Ein akuter Notfall wartet nicht bis Montagvormittag. Der Fall, der Sie am härtesten trifft, wird also mit der höchsten Wahrscheinlichkeit auch mit dem höchsten Satz abgerechnet, und der Faktor multipliziert jede einzelne Position der Rechnung mit, nicht nur eine Pauschale am Ende.
Die wichtigste Frage an einen Tarif lautet deshalb: Bis zu welchem Gebührensatz wird erstattet? Dass Operationen überhaupt versichert sind, ist die deutlich niedrigere Hürde. Für die vier Anbieter dieser Seite lautet die Antwort:
- Uelzener: kein Deckel. Erstattet werden bis zu 100 Prozent der erstattungsfähigen Kosten, unabhängig vom GOT-Satz.
- Pet Protect: bis zum 4-fachen Satz, zu regulären Praxiszeiten wie im Notdienst.
- Barmenia direkt: bis zum 2-fachen Satz in Basis und Top, im Premium-Tarif zusätzlich bis zum 4-fachen Satz für die Notfallversorgung im Notdienst.
- Die Bayerische: bis zum 2-fachen Satz in allen drei Tarifen, im tierärztlichen Notdienst bis zum 4-fachen.
Der Deckel entscheidet, wer die Differenz zahlt, und er tut das bei jeder Rechnung neu. Ein 2-fach-Tarif ist deswegen nicht der falsche Kauf: Rechnet Ihre Klinik eine planbare Operation zu regulären Zeiten mit dem 2-fachen Satz ab, bekommen Sie dieselbe Rechnung erstattet wie bei einem Tarif ohne Grenze, und Sie zahlen jeden Monat weniger dafür. Teuer wird er in zwei Konstellationen: wenn die Praxis den Aufwand mit dem 3-fachen Satz abrechnet und Ihr Tarif beim 2-fachen aufhört, und wenn der Notdienst dazukommt, ohne dass Ihr Tarif dafür einen höheren Satz vorsieht. Beides sucht sich ein Notfall nicht aus. Wie die GOT im Detail aufgebaut ist, erklären wir in unserem Beitrag zu den Tierarztkosten nach GOT.
Tipp: Prüfen Sie auf jeder Rechnung, welcher Satz angesetzt wurde. Er steht dort, und er ist der Hebel, über den Sie Ihre Erstattung nachvollziehen.
Eine Kolik-Rechnung, gegen den Tarif gerechnet
Das folgende Beispiel liegt bewusst in der Mitte der genannten Bandbreite und ist kein Durchschnittswert. Angenommen, die Klinik stellt für die Kolik-Operation samt stationärem Aufenthalt 8.000 Euro in Rechnung. Versichert ist Ihr Pferd zu 100 Prozent der Operationskosten, mit 1.000 Euro Selbstbeteiligung und 15.000 Euro Jahreslimit, also der Konstellation aus Uelzeners eigener Beispielrechnung.
- Rechnung der Klinik: 8.000 Euro
- Erstattung des Versicherers: 7.000 Euro
- Ihr Anteil: 1.000 Euro
Bei 28 bis 37 Euro Monatsbeitrag zahlen Sie 336 bis 444 Euro im Jahr. Die 7.000 Euro Erstattung entsprechen damit etwa 16 bis 21 Jahresbeiträgen.
Jetzt dieselbe Rechnung gegen einen gedeckelten Tarif. Die Operation war ein nächtlicher Notfall, die Klinik rechnet sie zum 4-fachen Satz ab, und Ihr Tarif erstattet bis zum 2-fachen: So weist Barmenia direkt es für Basis und Top aus, einen höheren Satz für den Notdienst nennt der Versicherer nur im Premium-Tarif. Damit liegt die Hälfte des Rechnungsbetrags oberhalb der Erstattungsgrenze:
- Rechnung der Klinik: 8.000 Euro
- Erstattung bis zum 2-fachen Satz: 4.000 Euro
- Ihr Anteil vor Selbstbeteiligung: 4.000 Euro
Zwischen den beiden Erstattungen liegen 3.000 Euro, bei identischer Operation, identischer Klinik und identischer Nacht. Der Unterschied steht nicht im Leistungskatalog, sondern in einer einzigen Zahl im Tarifwerk.
Eine zweite Grenze steckt in derselben Beispielrechnung, und sie fällt leichter durch: die Jahresleistung von 15.000 Euro. Eine vollständige Kolik-Operation mit Klinikaufenthalt erreicht am oberen Ende der Bandbreite über 10.000 Euro. Zwei solche Ereignisse in einem Kalenderjahr reißen das Limit. Für die erste Rechnung über 10.000 Euro erstattet der Versicherer nach Abzug der 1.000 Euro Selbstbeteiligung 9.000 Euro, damit sind noch 6.000 Euro Jahresleistung übrig. Kommt im selben Jahr die zweite Operation über 10.000 Euro, bekommen Sie davon 6.000 Euro zurück und tragen 4.000 Euro selbst. Fragen Sie deshalb nach der Jahreshöchstleistung, bevor Sie nach dem Beitrag fragen.

Was nach der Entlassung noch erstattet wird, an Nachbehandlung und Medikamenten, steht im Bedingungswerk und nicht auf der Produktseite.
Wichtig: Lassen Sie sich genau diesen Passus vor Abschluss zeigen und nicht erst dann, wenn die erste Nachbehandlung abgerechnet werden soll.
Was Sie vor dem Abschluss prüfen sollten
Fünf Punkte entscheiden darüber, ob Ihr Tarif im Ernstfall trägt. Gehen Sie sie in dieser Reihenfolge durch:
- Tarifumfang: Sind alle Operationen versichert oder nur ein einzelnes Krankheitsbild? Eine reine Kolik-Versicherung wie die von Uelzener ist eine sinnvolle Ergänzung, aber kein OP-Schutz.
- Erstattungsgrenze beim Gebührensatz: Uelzener erstattet ohne Deckel, Pet Protect bis zum 4-fachen, Barmenia direkt und die Bayerische zu regulären Zeiten bis zum 2-fachen Satz. Bei jedem anderen Anbieter lassen Sie sich die Zahl schriftlich geben.
- Jahreslimit: Deckelt der Tarif die Jahresleistung? Die 15.000 Euro aus Uelzeners Beispiel tragen eine teure Operation, zwei davon in einem Jahr nicht mehr.
- Wartezeit: Ab wann gilt der Schutz bei Krankheit, und gilt er nach einem Unfall sofort? Bei Pet Protect sind es drei Monate für Krankheiten, fünf Tage für Koliken und gar keine Frist nach einem Unfall; Uelzener weist auf der Produktseite keine Wartezeit aus.
- Abrechnungsweg: Rechnet die Klinik direkt mit dem Versicherer ab, oder gehen Sie mit fünfstelligen Beträgen in Vorleistung? Klären Sie das, solange Ihr Pferd gesund ist.
Was ein Tarif kostet, hängt außerdem stark von der gewählten Selbstbeteiligung ab; diesen Hebel rechnen wir auf der Übersichtsseite zur Pferdeversicherung durch, dort finden Sie auch die Einordnung, ob OP-Schutz oder Vollschutz zu Ihrer Situation passt.
So wird aus der Tierarztrechnung eine Erstattung
Ein abgeschlossener Vertrag zahlt nicht automatisch. Was der Versicherer sehen will, ist eine Rechnung, aus der Diagnose, jede Einzelleistung und der angewandte Gebührensatz hervorgehen. Fehlt der Satz oder sind Leistungen zu einer Pauschale zusammengefasst, fragen Sie in der Klinik nach einer aufgeschlüsselten Rechnung, bevor Sie etwas einreichen. Eine Nachforderung kostet Wochen.
Melden Sie den Fall so früh wie möglich, idealerweise noch aus der Klinik heraus und nicht erst mit der Rechnung im Briefkasten. Viele Verträge verlangen die Anzeige innerhalb einer Frist, und bei einer geplanten Operation lässt sich die Kostenübernahme oft vorab klären. Bewahren Sie außerdem den Vorbericht der Klinik auf: Bei der Frage, ob ein Befund schon vor Vertragsbeginn bestand, ist er Ihr wichtigstes Dokument.
Für wen sich der OP-Schutz rechnet
Faustregel: Ein Pferd, dessen Halter eine Rechnung über 8.000 Euro nicht innerhalb weniger Tage aufbringen kann, braucht eine Pferde-OP-Versicherung. Das ist der ganze Test. Bei rund 28 bis 37 Euro im Monat ersetzt der Beitrag keine Rücklage, aber er verhindert, dass eine medizinische Entscheidung zu einer finanziellen wird, während Ihr Pferd in der Klinik steht.
Nicht sinnvoll ist der OP-Schutz, wenn Sie ohnehin eine Rücklage in dieser Größenordnung halten und lieber die laufenden Kosten absichern würden: Dann führt der Weg zur vollen Krankenversicherung, die auch Diagnostik und konservative Behandlung übernimmt. Und der OP-Schutz deckt ausschließlich Kosten an Ihrem eigenen Pferd; für Schäden, die Ihr Pferd bei anderen anrichtet, brauchen Sie die Pferdehaftpflicht. Wie sich OP-Tarife bei anderen Tierarten unterscheiden, zeigt unser Überblick zur OP-Versicherung für Tiere; alle weiteren Produkte finden Sie in der Tierversicherungs-Übersicht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Lassen Sie Indikation, Operationsverfahren und den tatsächlichen Rechnungsbetrag deshalb vor jedem Eingriff von der behandelnden Klinik klären, denn keine dieser drei Fragen beantwortet ein Versicherungstarif.
Häufig gestellte Fragen zur Pferde-OP-Versicherung
Wie teuer ist eine Pferde-OP-Versicherung?
Den niedrigsten öffentlich bezifferten Einstieg nennt die Bayerische mit 14,33 Euro im Monat im Basis-Tarif, gefolgt von Top ab 19,90 Euro und Premium ab 32,52 Euro; erstattet wird dort zum 2-fachen GOT-Satz, im Notdienst bis zum 4-fachen. Der OP-Schutz von Uelzener kostet rund 28 bis 37 Euro im Monat und kennt dafür keine Erstattungsgrenze: Für dasselbe Rechenbeispiel nennt Uelzener 28,48 Euro auf der Pferdeseite, 36,87 Euro in der eigenen Preisübersicht und 33,27 Euro im Tarifblatt. Pet Protect und Barmenia direkt veröffentlichen keine Startpreise, dort bekommen Sie den Beitrag erst mit einem Angebot, das Alter, Nutzung und gewählte Selbstbeteiligung berücksichtigt.
Welche Pferde-OP-Versicherung greift sofort?
Sofort greift der Schutz in aller Regel nur nach einem Unfall, nicht bei Krankheit. Bei Pet Protect sind unfallbedingte Operationen vom ersten Tag an gedeckt, eine Kolik nach fünf Tagen und jede andere Krankheit nach drei Monaten, was der marktüblichen Frist entspricht. Die fünf Tage für die Kolik sind die Ausnahme nach oben und im Feld dieser Seite das kürzeste Fenster. Uelzener weist auf der Produktseite keine Wartezeit aus, klären Sie sie deshalb vor Abschluss.
Zahlt die Versicherung auch, wenn die Kolik ohne Operation behandelt wird?
Ein reiner OP-Tarif leistet, wenn operiert wird. Wird die Kolik konservativ behandelt, greift er nicht. Uelzener bietet dafür eine eigene Kolik-Versicherung an, die sowohl die konservative als auch die operative Behandlung abdeckt, im Stall wie in der Klinik; einen Preis nennt der Anbieter dafür nicht öffentlich.
Was kostet eine Kolik-OP beim Pferd?
Je nach Klinik und Komplikationsgrad zwischen rund 2.000 Euro für einen unkomplizierten Fall und über 10.000 Euro für eine vollständige Operation mit Klinikaufenthalt. Eine seriöse Einzelzahl gibt es nicht, weil die Angaben der Quellen weit auseinanderliegen und der Notdienstsatz die Rechnung zusätzlich nach oben zieht. Verlangen Sie in der Klinik einen Kostenvoranschlag, sobald die Situation es zulässt.
Welche OP-Versicherung für Pferde ist die beste?
Wir küren hier keinen Testsieger, weil die Antwort von Ihrem Pferd und Ihrer Risikobereitschaft abhängt. Wollen Sie eine Entscheidung treffen und danach Ruhe haben, ist Uelzener mit einem Tarif für alle Operationen und einer Erstattung unabhängig vom Gebührensatz die klarste Wahl. Wollen Sie Tarifstufe und Selbstbeteiligung selbst einstellen, bietet Pet Protect mehr Spielraum und erstattet bis zum 4-fachen Satz. Wer den Beitrag über alles stellt, kommt bei der Bayerischen ab 14,33 Euro im Monat hinein und trägt dafür oberhalb des 2-fachen Satzes selbst.
