Mikrochip

Mikrochip-Pflicht für Haustiere: Was Tierbesitzer zur neuen EU-Verordnung wissen müssen

Die EU plant eine weitreichende Änderung für alle Haustierbesitzer: Eine verpflichtende Kennzeichnung aller Hunde und Katzen per Mikrochip soll den illegalen Tierhandel eindämmen und vermisste Vierbeiner schneller zu ihren Besitzern zurückbringen.

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Eine neue EU-Verordnung wird das Leben von Millionen Haustierbesitzern verändern. Nach der Abstimmung im Europäischen Parlament im Juni letzten Jahres und der Einigung mit dem EU-Rat im November steht die verpflichtende Kennzeichnung aller Hunde und Katzen in der Europäischen Union kurz bevor. Mit rund 15,9 Millionen Katzen und 10,5 Millionen Hunden allein in Deutschland betrifft diese Regelung einen Großteil der Haushalte. Doch was bedeutet die Mikrochip-Pflicht konkret für Sie als Tierbesitzer? Welche Kosten kommen auf Sie zu? Und welche Fristen müssen Sie beachten? Wir klären alle wichtigen Fragen rund um die neue EU-Verordnung und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Haustier optimal schützen können.

Was ist die neue Mikrochip-Pflicht der EU?

Die Europäische Union hat eine umfassende Regelung für die Kennzeichnung aller Hunde und Katzen innerhalb der EU beschlossen. Das Europäische Parlament stimmte am 19. Juni 2025 mit deutlicher Mehrheit (457 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen, 86 Enthaltungen) für diese Maßnahme. Im November 2025 wurde die Einigung zwischen EU-Parlament und EU-Rat in den sogenannten Trilog-Verhandlungen erzielt. Die formelle Bestätigung durch beide Institutionen steht noch aus, wird aber für 2026 erwartet. Nach dem Inkrafttreten haben die Mitgliedstaaten bis zu zwei Jahre Zeit für die Umsetzung in nationales Recht.

Die wichtigsten Punkte der Verordnung im Überblick

Die neue EU-Regelung sieht folgende Kernelemente vor:

  • Verpflichtende Kennzeichnung: Alle Hunde und Katzen müssen mit einem ISO-konformen Mikrochip gekennzeichnet werden. Der reiskorngroße Transponder enthält eine 15-stellige Identifikationsnummer, die weltweit eindeutig ist.
  • Zentrale Registrierung: Die Chipnummer muss in einer nationalen Datenbank wie TASSO oder FINDEFIX registriert werden, die untereinander vernetzt sind. So können Tierärzte, Tierheime und Behörden EU-weit auf die Daten zugreifen und vermisste Tiere ihren Besitzern zuordnen.
  • Gestaffelte Umsetzung: Die Mikrochip-Pflicht gilt zunächst für gewerbliche Quellen wie Züchter, Händler und Tierheime, die bereits nach vier Jahren ihre Tiere vollständig chippen müssen. Private Hundebesitzer haben eine Übergangsfrist von zehn Jahren, Katzenbesitzer sogar von 15 Jahren, um ihre bereits vorhandenen Tiere nachträglich chippen zu lassen.
  • Reisevoraussetzung: Schon heute gilt für grenzüberschreitende Reisen innerhalb der EU eine Mikrochip-Pflicht. Die neue Verordnung erweitert diese auf alle Tiere, unabhängig davon, ob sie reisen oder nicht. Künftig müssen Tiere bereits fünf Tage vor der Einreise in die EU gechippt sein.
Mikrochip: Hund beim Tierarzt

Aktuelle Rechtslage in Deutschland

In Deutschland gibt es bislang keinen einheitlichen Standard. Sieben Bundesländer haben bereits eine Chip-Pflicht für Hunde, während für Katzen kaum Regelungen existieren. Mit der neuen EU-Verordnung werden diese unterschiedlichen Vorgaben durch einen einheitlichen Standard ersetzt.

Warum führt die EU eine Mikrochip-Pflicht ein?

Die Entscheidung des Europäischen Parlaments basiert auf mehreren dringenden Tierschutzproblemen, die durch die verpflichtende Kennzeichnung gelöst werden sollen.

Bekämpfung des illegalen Welpenhandels

Der illegale Handel mit Hunden und Katzen ist ein lukratives Geschäft. Nach Schätzungen der EU-Kommission verdienen kriminelle Händler in der EU etwa 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Allein in Deutschland wurden 2024 mindestens 991 Tiere aus illegalem Handel dokumentiert.

Besonders alarmierend: Bei einer Untersuchung der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN konnte bei 79 Prozent der jährlich nachgefragten Hunde in der EU keine legale Quelle ermittelt werden. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 84 Prozent – das entspricht etwa 770.000 Hunden pro Jahr mit unklarer Herkunft. Die meisten dieser Tiere stammen aus Osteuropa, insbesondere aus Rumänien.

Schnellere Rückführung vermisster Tiere

Jedes Jahr gehen in Deutschland Tausende Haustiere verloren. Laut TASSO e.V. wurden allein 2024 rund 29.000 Hunde und 90.600 Katzen als vermisst gemeldet. Viele dieser Tiere können dank Mikrochip schnell identifiziert und zu ihren Besitzern zurückgebracht werden.

Der Mikrochip funktioniert dabei wie ein digitaler Personalausweis für Ihr Haustier. Wird ein entlaufenes Tier gefunden und zum Tierarzt, ins Tierheim oder zur Polizei gebracht, kann dort die Chipnummer ausgelesen werden. Über die Haustierdatenbanken lassen sich dann innerhalb von Minuten die Kontaktdaten des Besitzers ermitteln und das Tier kann nach Hause zurückkehren.

Ohne Kennzeichnung hingegen landen vermisste Tiere häufig im Tierheim, wo sie wochenlang auf ihren Besitzer warten. Viele werden nie wieder mit ihren Familien vereint, weil keine Rückverfolgung möglich ist. Die verpflichtende Kennzeichnung schließt diese Lücke und erhöht die Chancen auf ein glückliches Wiedersehen erheblich.

Mikrochip: Hunde im Tierheim

Verbesserung des Tierwohls insgesamt

Die neue EU-Verordnung geht über die reine Kennzeichnungspflicht hinaus und umfasst weitere wichtige Tierschutzmaßnahmen:

Zuchtverbote: Inzucht zwischen Elterntieren und ihren Nachkommen sowie zwischen Geschwistern wird untersagt. Auch die Qualzucht stark beeinträchtigter Tiere soll verboten werden.

Verstümmelungsverbot: Kupieren von Ohren oder Ruten ist künftig EU-weit nur noch aus medizinischen Gründen und unter Narkose erlaubt. Auch der Einsatz von Stromhalsbändern und anderen gewaltsamen Trainingsmethoden wird untersagt.

Wie funktioniert das Chippen von Haustieren?

Was ist ein Mikrochip für Haustiere?

Ein Haustier-Mikrochip ist ein winziger Transponder, etwa so groß wie ein Reiskorn (circa 2 x 12 Millimeter). Er besteht aus einem hypoallergenen, biokompatiblen Kunststoff, der vom Körper gut vertragen wird und keine allergischen Reaktionen auslöst.

Der Chip enthält keine Batterie und benötigt keine Stromversorgung. Er arbeitet nach dem RFID-Prinzip (Radio Frequency Identification) und wird erst aktiv, wenn ein spezielles Lesegerät in die Nähe gehalten wird. Dabei sendet er die gespeicherte 15-stellige Identifikationsnummer aus.

Wichtig zu wissen: Der Mikrochip selbst speichert ausschließlich diese Nummer, keine weiteren Daten wie Namen, Adressen oder Gesundheitsinformationen. Er funktioniert auch nicht wie ein GPS-Tracker, der eine Ortung ermöglichen würde. Die persönlichen Daten werden separat in den Haustierdatenbanken gespeichert und sind nur für autorisierte Stellen wie Tierärzte, Tierheime und Behörden einsehbar.

Der Ablauf beim Tierarzt

Das Einsetzen eines Mikrochips ist ein schneller Routineeingriff, der ohne Narkose durchgeführt wird. Mit einer speziellen Hohlnadel wird der Chip unter die Haut gespritzt, üblicherweise auf der linken Halsseite zwischen Schulterblatt und Ohr. Der Vorgang dauert nur wenige Sekunden und ist vergleichbar mit einer Impfung.

Nach etwa zwei Wochen verwächst der Chip vollständig mit dem umliegenden Gewebe und bleibt dann ein Leben lang an dieser Stelle. Die Chipnummer wird im EU-Heimtierausweis eingetragen, viele Tierärzte übernehmen auch direkt die Registrierung in einer Haustierdatenbank.

Mikrochip: Katze beim Tierarzt

Registrierung in Haustierdatenbanken

Der Mikrochip allein nützt wenig, wenn die Nummer nicht mit Ihren Kontaktdaten verknüpft ist. Erst durch die Registrierung wird der Chip zum wirkungsvollen Schutz.

In Deutschland gibt es zwei große, kostenlose Haustierdatenbanken: TASSO e.V. (Europas größtes Haustierregister mit über 10 Millionen registrierten Tieren) und FINDEFIX (betrieben vom Deutschen Tierschutzbund). Beide speichern die Chipnummer, Tierinformationen und Ihre Kontaktdaten.

Wichtig: Halten Sie Ihre Daten stets aktuell. Bei Umzug, Telefonnummerwechsel oder Verkauf des Tieres müssen Sie die Änderungen umgehend in der Datenbank aktualisieren.

Was kostet das Chippen und wer trägt die Kosten?

Die Kosten für das Chippen sind überschaubar und fallen nur einmal an. Insgesamt müssen Sie mit 40 bis 120 Euro rechnen, abhängig von Region und Tierarztpraxis. Die meisten Tierärzte bewegen sich im Preissegment zwischen 50 und 80 Euro.

Die Kosten setzen sich zusammen aus:

  • Implantation des Mikrochips (6,41 bis 19,23 Euro nach GOT)
  • Kosten für den Chip selbst (30 bis 60 Euro)
  • Ggf. Zusatzleistungen wie Beratung oder Kontrolle

Die Registrierung bei TASSO und FINDEFIX ist kostenlos und bleibt es dauerhaft.

Kostenübernahme durch Versicherungen

Viele Tierkrankenversicherungen bieten Gesundheitspauschalen an, aus denen präventive Maßnahmen wie das Chippen bezahlt werden können. Fragen Sie vor dem Chippen bei Ihrer Versicherung nach, ob die Kosten erstattet werden.

Gerade angesichts steigender Tierarztkosten durch die neue GOT wird eine Tierversicherung immer wichtiger. Die Kosten für Tierarztbesuche sind seit 2022 teilweise um bis zu 300 Prozent gestiegen. Eine einfache Untersuchung, die früher 13 Euro kostete, kann heute bis zu 70 Euro kosten. Komplexe Behandlungen wie eine Kastration bei Hündinnen können von 160 Euro auf bis zu 576 Euro steigen.

Hier finden Sie einen Überblick über aktuelle Anbieter, die Sie finanziell absichern, wenn unerwartete Tierarztkosten auf Sie zukommen:

Unsere Nummer 1 im Vergleich: Lassie Tierversicherung
Lassie ist die erste Haustierversicherung, die nicht nur kompletten Versicherungsschutz bei Krankheit und Unfall bietet, sondern zusätzlich spielerisch zur Vorsorge beiträgt. In der App erhalten Sie wertvolle Tipps zur Haltung und Pflege Ihres Haustieres. Sichern Sie sich jetzt 10 € Rabatt mit dem Code: 10APRIL.
Dalma Tierversicherung
Die Dalma Tierversicherung bietet digitalen Versicherungsschutz mit flexiblen Tarifen und einer schnellen Kostenerstattung innerhalb von 48 Stunden. Schließen Sie sich mehr als 40.000 zufriedenen Tiereltern an und stellen auch Sie die ideale Versicherung für Ihr Haustier zusammen. Exklusiv: Als Neukunde erhalten Sie jetzt 15 € Rabatt mit dem Code: TOP15.
Barkibu Tierversicherung
Barkibu ist die am besten bewertete Tierversicherung auf Trustpilot und erstattet Ihnen bis zu 100 % der OP- und Behandlungskosten für Hund und Katze — ganz ohne Vorkasse. Mit Barkibu sind Sie deutschlandweit und lebenslang geschützt. Exklusiv: Sichern Sie sich 25 € Rabatt mit dem Code: HAUSTIER25.
SantéVet Tierversicherung
Die Tierkrankenversicherung von SantéVet stellt einen Komplettschutz für Ihren Hund oder Ihre Katze bei Unfällen, Krankheiten sowie Operationen dar. Mit der Vorsorgepauschale sind ebenso bestimmte Präventivmaßnahmen abgedeckt.
PETPROTECT Tierversicherung
Mit der Tierversicherung von PETPROTECT schützen Sie Ihren Vierbeiner auf Wunsch mit einer Sorglos-Rundum-Absicherung. Egal ob Hund oder Katze – im Krankheitsfall hilft PETPROTECT Ihnen weiter. Natürlich können Sie auch eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen.
HanseMerkur Tierversicherung
Mit der Tierversicherung von HanseMerkur sind Hund und Katze in guten Händen. Im Rundum Schutz sind Diagnostik, Vor- und Nachsorge enthalten – und Sie können bis zu 5 Tiere gleichzeitig versichern.
Figo Tierversicherung
Die Figo Tierversicherung bietet flexible Beitragsgestaltung, Kostenübernahme zum Höchstsatz und freie Tierarztwahl. Neben Katzen und Hunden können auch Papageien und Kaninchen versichert werden.
DA direkt Tierversicherung
Die Tierversicherung von DA direkt beinhaltet u.a. kostenlose Erstberatung per Videosprechstunde und jährliches Gesundheitsbudget für Vorsorgeuntersuchungen. Auch dieser Anbieter hat eine Tierhalter-Haftplichtversicherung im Angebot.
Gothaer Tierversicherung
Die Tierversicherung der Gothaer eignet sich für privat gehaltene Hunde (auch für die Jagd) und Katzen. Enthalten sind neben den klassischen Leistungen einer Tierkrankenversicherung auch die Organisation der Unterbringung von Hunden und Katzen im Notfall.
Deutsche Familienversicherung
Die Tierversicherung der Deutschen Familienversicherung bietet ein Rundum-Paket für Hunde und Katzen. Mit der Gesundheitspauschale können Sie Vorsorge­maßnahmen wie Impfun­gen, Wurmkur, Zahnprophylaxe sowie Kas­tra­tionen und Sterilisationen wahrnehmen.
Die Bayerische Tierversicherung
Mit der Bayerischen Tierversicherung sichern Sie Behandlungs- und OP-Kosten für Hund, Katze oder Pferd umfassend und flexibel ab. Es gibt keine Wartezeit bei Unfällen und es werden alternative Heilmethoden angeboten.
Getsafe: Der Preis-Leistungs-Sieger unter den Tierversicherungen
Die Getsafe Tierversicherung bietet personalisierten Schutz für Hund und Katze und garantiert bis zu 100 % Kostenübernahme. Zusätzlich profitieren Sie von 24/7 tiermedizinischer Beratung im Notfall.

Eine Tierkrankenversicherung schützt Sie nicht nur vor den Kosten für das verpflichtende Chippen, sondern vor allem vor hohen Rechnungen bei Krankheiten, Unfällen oder Notfallbehandlungen. Viele Tarife gibt es bereits ab unter 10 Euro monatlich und können Ihnen im Ernstfall mehrere tausend Euro sparen.

Welche Fristen gelten für die Mikrochip-Pflicht?

Die Umsetzung der neuen EU-Verordnung erfolgt gestaffelt, sodass Tierbesitzer ausreichend Zeit zur Vorbereitung haben.

Zeitplan der EU-Verordnung

Juni 2025: Das Europäische Parlament hat am 19. Juni 2025 mit deutlicher Mehrheit (457 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen, 86 Enthaltungen) für die Verordnung gestimmt und seine Position festgelegt.

November 2025: In den sogenannten Trilog-Verhandlungen zwischen EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission wurde eine Einigung erzielt. Dabei wurden die Übergangsfristen von ursprünglich fünf auf zehn Jahre für Hunde und von zehn auf 15 Jahre für Katzen verlängert.

2026: Die formelle Bestätigung der Einigung durch EU-Parlament und EU-Rat steht noch aus, wird aber in den kommenden Monaten erwartet. Nach der erfolgreichen Einigung im November 2025 ist dies nur noch ein formaler Akt. Anschließend tritt die Verordnung in Kraft.

2026-2028: Nach Inkrafttreten haben die Mitgliedstaaten bis zu zwei Jahre Zeit, die EU-Verordnung in nationales Recht umzusetzen.

Ab 2028-2030: Schrittweise Umsetzung der Mikrochip-Pflicht beginnt, sobald die nationalen Gesetze in Kraft treten. Die Übergangsfristen für private Tierbesitzer beginnen erst ab diesem Zeitpunkt zu laufen.

Übergangsfristen für private Tierbesitzer

Die gute Nachricht: Private Tierhalter müssen nicht sofort handeln. Es gibt großzügige Übergangsfristen für bereits vorhandene Tiere:

Für Hunde: Private Hundebesitzer haben ab Inkrafttreten der nationalen Umsetzung zehn Jahre Zeit, ihre Tiere nachträglich chippen zu lassen. Bei einer nationalen Umsetzung beispielsweise 2028 bliebe bis 2038 Zeit für die Kennzeichnung bereits vorhandener Hunde.

Für Katzen: Katzenbesitzer erhalten eine noch längere Frist von 15 Jahren. Bei einer nationalen Umsetzung 2028 bliebe bis 2043 Zeit für die nachträgliche Kennzeichnung bereits vorhandener Katzen.

Mikrochip: Katzen auf dem Weg zum Tierarzt

Für gewerbliche Tierhalter: Züchter, Händler und Tierheime müssen die Regelung deutlich schneller umsetzen. Für diese Gruppe gilt eine Frist von vier Jahren nach Inkrafttreten der nationalen Umsetzung. Diese kürzere Frist ist bewusst gewählt, da der illegale Handel hauptsächlich über gewerbliche Kanäle läuft.

Für neu angeschaffte Tiere: Welpen und Kitten, die nach Inkrafttreten der nationalen Regelung geboren werden, müssen bereits vor der Abgabe an neue Besitzer gechippt und registriert sein. Dies gilt sowohl für Tiere von Züchtern als auch für Tiere aus Tierheimen oder privaten Vermittlungen.

Vorteile und Kritik der Mikrochip-Pflicht

Wie bei jeder neuen Regelung gibt es auch zur Mikrochip-Pflicht unterschiedliche Meinungen. Wir beleuchten beide Seiten.

Die Vorteile für Tierbesitzer und Tierschutz

Schutz vor illegalem Handel: Die verpflichtende Kennzeichnung macht es kriminellen Händlern deutlich schwerer, Tiere ohne Papiere zu verkaufen. Jedes gechippte und registrierte Tier kann zu seinem ursprünglichen Besitzer oder Züchter zurückverfolgt werden. Dies untergräbt das Geschäftsmodell der Welpenhändler, die bisher oft gefälschte oder gar keine Papiere vorlegten.

Schnelle Rückführung: Jährlich werden Zehntausende Haustiere vermisst gemeldet. Mit Mikrochip und Registrierung ist die Chance auf ein Wiedersehen deutlich höher. Selbst wenn Ihr Tier kein Halsband mehr trägt oder die Tätowierung verblasst ist, bleibt der Chip ein Leben lang lesbar.

Rechtssicherheit bei Diebstahl: Wird Ihr Hund oder Ihre Katze gestohlen und später entdeckt, können Sie über den Chip eindeutig nachweisen, dass das Tier Ihnen gehört. Dies ist besonders bei Rassetieren mit hohem Wert relevant.

Erleichterung im Reiseverkehr: Für Reisen innerhalb der EU ist der Mikrochip bereits heute Pflicht. Mit der neuen Verordnung entfällt die Notwendigkeit, Ihr Tier erst vor der Reise chippen zu lassen – es ist ohnehin bereits gekennzeichnet.

Mikrochip: Reisen mit Hund

Entlastung der Tierheime: Wenn entlaufene oder ausgesetzte Tiere schneller ihren Besitzern zugeordnet werden können, sinkt die Belastung der ohnehin überfüllten Tierheime. Die Tiere müssen nicht wochenlang untergebracht werden, bevor klar ist, wohin sie gehören.

Verbesserung der Zuchtstandards: Die begleitenden Maßnahmen der Verordnung wie das Verbot von Qualzucht und Inzucht tragen dazu bei, dass Tiere gesünder gezüchtet werden. Auch das Verbot von Verstümmelungen und gewaltsamen Dressurmethoden ist ein Fortschritt für das Tierwohl.

Kritikpunkte und Bedenken

Kosten für Tierbesitzer: Kritiker bemängeln, dass die Kosten von 50 bis 120 Euro pro Tier für manche Haushalte eine Belastung darstellen, insbesondere bei Mehrtierhalten. Hinzu kommen die gestiegenen Tierarztkosten generell, die viele Besitzer finanziell unter Druck setzen.

Datenschutzbedenken: Einige Tierbesitzer äußern Sorgen hinsichtlich des Datenschutzes. Wer hat Zugriff auf die gespeicherten Informationen? Sind die Datenbanken ausreichend geschützt? Hier ist wichtig zu wissen: Die Haustierdatenbanken unterliegen strengen Datenschutzrichtlinien. Zugriff haben nur autorisierte Stellen wie Tierärzte, Tierheime und Behörden. Ihre Daten werden nicht verkauft oder für Werbezwecke genutzt.

Kein GPS-Ersatz: Der Mikrochip wird manchmal mit einem GPS-Tracker verwechselt. Das führt zu unrealistischen Erwartungen: Der Chip ermöglicht keine Echtzeit-Ortung Ihres Tieres. Wenn Ihr Hund wegläuft, können Sie ihn nicht über den Chip verfolgen. Für eine aktive Ortung benötigen Sie zusätzlich einen GPS-Tracker, den viele Tierbesitzer ohnehin ergänzend nutzen.

Wirksamkeit gegen organisierten Handel: Kritiker zweifeln daran, ob die Chip-Pflicht allein ausreicht, um den illegalen Handel wirksam zu bekämpfen. Professionelle Schmuggler könnten versuchen, Chips zu manipulieren, falsche Registrierungen vorzunehmen oder die Kontrollen zu umgehen. Hier betonen Tierschutzorganisationen, dass zusätzliche Maßnahmen nötig sind:

  • Konsequente Kontrollen an Grenzen und auf Online-Plattformen
  • Härtere Strafen für illegalen Handel
  • Verifizierungssysteme auf Kleinanzeigenseiten, die die Registrierung von Tieren prüfen, bevor Anzeigen geschaltet werden
  • Aufklärung der Käufer über die Risiken beim Kauf von Welpen aus unklarer Herkunft

Umsetzung und Vollzug: Die Bundesregierung unterstützt grundsätzlich die EU-Verordnung, doch Tierschutzorganisationen warnen, dass ohne ausreichende Ressourcen für Kontrollen die Wirkung begrenzt bleiben könnte. Es bedarf nicht nur der gesetzlichen Regelung, sondern auch des politischen Willens und der finanziellen Mittel für eine effektive Durchsetzung.

Fazit: Ein wichtiger Schritt für den Tierschutz

Die EU-weite Mikrochip-Pflicht für Hunde und Katzen ist eine der weitreichendsten Tierschutzmaßnahmen der letzten Jahre. Sie zielt darauf ab, den profitablen illegalen Welpenhandel einzudämmen, der jährlich Milliardenumsätze generiert und unvorstellbares Leid über Tausende von Tieren bringt. Gleichzeitig erhöht sie die Chancen, dass vermisste Haustiere schnell zu ihren besorgten Besitzern zurückfinden.

Mikrochip: Hund beim Tierarzt

Für Sie als Tierbesitzer bedeutet die neue Regelung eine überschaubare einmalige Investition von 40 bis 120 Euro, die durch sehr großzügige Übergangsfristen von zehn Jahren bei Hunden und 15 Jahren bei Katzen gut planbar ist. Die Vorteile überwiegen deutlich: mehr Sicherheit für Ihr Tier, Rechtssicherheit bei Diebstahl und die beruhigende Gewissheit, dass Ihr Vierbeiner im Ernstfall identifiziert werden kann.

Die begleitenden Maßnahmen wie Zuchtverbote, Verstümmelungsverbote und strengere Standards für Tierhaltung tragen zusätzlich dazu bei, das Wohl von Millionen Haustieren in Europa zu verbessern. Nutzen Sie die großzügigen Übergangsfristen, um Ihr Tier chippen zu lassen und die Registrierung zu prüfen – so sind Sie optimal vorbereitet, wenn die Regelung in Kraft tritt.lung ein Erfolg wird – zum Wohl aller Tiere in Europa.

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