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Hundehaftpflicht: Vergleich, Pflicht nach Bundesland und die richtige Deckungssumme

In welchen Bundesländern die Hundehaftpflicht Pflicht ist, welche Deckungssumme wirklich reicht und was der Schutz kostet. Drei empfehlenswerte Tarife und echte Schadensbeispiele im Vergleich.

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Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Ein einziger unbedachter Moment reicht. Der Hund reißt sich an der Leine los, ein Radfahrer weicht aus und stürzt schwer. Den Schaden trägt nicht der Hund, sondern sein Halter, und zwar in voller Höhe seines Vermögens. Genau dafür gibt es die Hundehaftpflicht, die auf Hunde zugeschnittene Variante der allgemeinen Tierhalterhaftpflichtversicherung. Sie deckt Schäden ab, die Ihr Hund anderen zufügt, und ist damit etwas ganz anderes als eine Kranken- oder OP-Versicherung, die die Tierarztkosten Ihres eigenen Hundes übernimmt. In mehreren Bundesländern ist sie sogar gesetzlich vorgeschrieben, sinnvoll ist sie überall. Die eigentliche Frage lautet daher, mit welcher Deckungssumme Sie absichern, denn schwere Personenschäden erreichen Beträge, die kein Privathaushalt je selbst zahlen könnte. Welche Tarife am weitesten tragen, zeigt der folgende Vergleich.

Die besten Hundehaftpflichtversicherungen im Vergleich

Ein guter Tarif erklärt sich über drei Dinge: eine hohe Deckungssumme, keine Wartezeit und keine Ausschlüsse nach Rasse. Die folgenden drei Anbieter erfüllen diese Grundlagen, unterscheiden sich aber deutlich darin, wie weit ihr Schutz reicht und wie viel Spielraum Sie bei der Deckungssumme haben.

Lassie: 10 Millionen Euro Deckung ohne Wartezeit

Lassie ist der unkomplizierteste Einstieg in einen vollwertigen Schutz. Der Tarif deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden mit einer Deckungssumme von 10 Millionen Euro ab, liegt damit doppelt so hoch wie das oft empfohlene Minimum und ist ab rund 4 Euro im Monat zu haben, in der Variante mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Wer keine Selbstbeteiligung tragen möchte, wählt den Tarif Haftpflicht Plus, der etwas teurer ausfällt.

Zwei Punkte machen Lassie für die meisten Halter zum sinnvollen Startpunkt. Erstens gibt es keine Wartezeit: Der Schutz greift ab dem ersten Tag, was gerade bei einem neuen Welpen oder frisch übernommenen Hund zählt. Zweitens gibt es keine Rasseeinschränkung, jeder Hund lässt sich versichern. Der Schutz gilt im EU-Ausland unbegrenzt und weltweit für Reisen bis zu fünf Jahren. Verwaltet wird alles über die App, inklusive Schadensmeldung. Wer ohnehin über einen Rundum-Schutz aus einer Hand nachdenkt, findet bei Lassie auch Kranken- und OP-Tarife, hält Haftpflicht und Gesundheitsschutz aber sauber getrennt.

Lassie: 10 Mio. Euro Schutz ohne Wartezeit
Der Schutz gilt sofort ab dem ersten Tag, für jede Rasse und im EU-Ausland unbegrenzt. Den Beitrag rechnen Sie in wenigen Minuten online aus.

BarmeniaGothaer: bis zu 50 Millionen Euro Deckungssumme

Wenn Ihnen die Höhe der Absicherung besonders wichtig ist, führt an BarmeniaGothaer kaum ein Weg vorbei. Hier lässt sich die Deckungssumme selbst wählen, gestaffelt über 10, 20 oder bis zu 50 Millionen Euro. Das ist die höchste wählbare Summe im Vergleich und eine echte Reserve für den Extremfall, in dem ein Personenschaden in den Millionenbereich läuft.

Auch beim Leistungsumfang geht der Tarif in die Tiefe. Enthalten ist eine Forderungsausfalldeckung ab 2.500 Euro, die einspringt, wenn ein anderer Ihrem Hund einen Schaden zufügt und selbst nicht versichert oder zahlungsfähig ist. Im ersten Versicherungsjahr wird bei Sachschäden der Neuwert bis 5.000 Euro ersetzt statt nur des Zeitwerts. Unbezahlte Hundesitter, die kurz auf Ihren Hund aufpassen, sind mitversichert, und der Schutz gilt im EU-Ausland unbegrenzt. Eine Wartezeit gibt es nicht. Einen glatten Monatspreis nennt der Anbieter nicht, laut eigenen Angaben liegen die Beiträge zwischen 35 und 60 Euro im Jahr, den genauen Wert liefert der Rechner nach Eingabe der Hundedaten.

BarmeniaGothaer: bis zu 50 Mio. Euro Deckungssumme
Sie wählen die Deckungssumme selbst, bis zu 50 Millionen Euro, samt Forderungsausfall und mitversicherten Hundesittern. Beitrag direkt online kalkulieren.

HanseMerkur: bekannter Schutz für alle Rassen

HanseMerkur gehört zu den bekanntesten Namen in diesem Markt und ist bei der Suche nach einer Hundehaftpflicht der reichweitenstärkste Anbieter. Der Tarif wirbt ausdrücklich mit Schutz für alle Rassen, was ihn für Halter interessant macht, die anderswo nur schwer eine Police für ihren Hund finden. Wer einem großen, langjährig etablierten Versicherer den Vorzug gibt, fährt damit solide. Bei der maximal wählbaren Deckungssumme und den einzelnen Zusatzbausteinen reichen die beiden Tarife oberhalb allerdings weiter.

HanseMerkur: Hundehaftpflicht für alle Rassen
Ein etablierter Versicherer mit ausdrücklichem Schutz für jede Rasse und wählbaren Deckungssummen. Ihren Beitrag ermitteln Sie unverbindlich im Online-Rechner.

Warum eine Hundehaftpflicht keine Kranken- oder OP-Versicherung ist

Viele Halter werfen die Begriffe durcheinander, und das kann teuer werden. Eine Hundehaftpflicht ist eine Haftpflichtversicherung. Sie kommt für Personen-, Sach- und Vermögensschäden auf, die Ihr Hund anderen zufügt. Eine Hundekrankenversicherung oder eine OP-Versicherung deckt dagegen die Tierarztkosten Ihres eigenen Hundes, also seine Behandlung, seine Operationen, seine Medikamente. Das sind zwei völlig getrennte Produkte, die unterschiedliche Risiken abdecken. Wer nur eine Krankenversicherung abgeschlossen hat, steht bei einem Haftungsfall trotzdem ohne Schutz da.

Der Grund, warum die Haftpflicht so wichtig ist, steht im Gesetz. Nach § 833 BGB haftet der Tierhalter für jeden Schaden, den sein Tier verursacht, und zwar verschuldensunabhängig. Das nennt sich Gefährdungshaftung: Es spielt keine Rolle, ob Sie etwas falsch gemacht haben oder ob Ihr Hund normalerweise brav ist. Stößt er einen Passanten um oder zerkratzt er ein fremdes Auto, haften Sie. Und diese Haftung ist der Höhe nach nicht begrenzt. Bei einem schweren Personenschaden geht es schnell um Summen, die eine Familie finanziell ruinieren. Die Hundehaftpflicht ist die Versicherung, die genau diese unbegrenzte gesetzliche Haftung mit einer konkreten Deckungssumme auffängt.

In welchen Bundesländern die Hundehaftpflicht Pflicht ist

Ob Sie eine Hundehaftpflicht abschließen müssen, hängt vom Bundesland ab. Eine bundesweit einheitliche Regel gibt es nicht, jedes Land entscheidet für sich. In sechs Ländern gilt eine allgemeine Pflicht für alle Hunde, in weiteren hängt sie von Größe, Gewicht oder der Einstufung des Hundes ab, und in den übrigen ist sie meist nur für als gefährlich eingestufte Hunde vorgeschrieben.

BundeslandHundehaftpflicht
BerlinPflicht für alle Hunde
BremenPflicht für alle Hunde
HamburgPflicht für alle Hunde
NiedersachsenPflicht für alle Hunde
Sachsen-AnhaltPflicht für alle Hunde
ThüringenPflicht für alle Hunde
Nordrhein-WestfalenPflicht ab 40 cm Schulterhöhe oder 20 kg
Schleswig-HolsteinSoll-Regelung für alle Hunde, harte Pflicht nur für als gefährlich eingestufte Hunde
Übrige BundesländerMeist nur für als gefährlich eingestufte Hunde und Listenhunde Pflicht, sonst freiwillig

In Nordrhein-Westfalen greift die Pflicht, sobald der Hund eine Schulterhöhe von mehr als 40 Zentimetern oder ein Gewicht von mehr als 20 Kilogramm erreicht. Schleswig-Holstein nimmt eine Zwischenstellung ein: Das Hundegesetz sieht eine Versicherung für alle Hunde nur als weiche Soll-Regelung vor, eine harte Pflicht besteht dort ausschließlich für als gefährlich eingestufte Hunde. In den übrigen Bundesländern ist eine Hundehaftpflicht meist nur für als gefährlich eingestufte Hunde oder gelistete Rassen vorgeschrieben, für alle anderen bleibt sie freiwillig. Die Rechtslage ist dabei in Bewegung: Bremen hat die allgemeine Pflicht erst 2025 eingeführt.

Dass die Versicherung in vielen Ländern freiwillig ist, heißt nicht, dass sie verzichtbar wäre. Angesichts der unbegrenzten Halterhaftung aus § 833 BGB tragen Sie ohne Police das volle finanzielle Risiko allein. Wer in einem Land ohne Pflicht wohnt, spart mit dem Verzicht wenige Euro im Monat und riskiert im Ernstfall den finanziellen Ruin. Zudem lohnt ein prüfender Blick bei jedem Umzug, denn mit dem Wechsel des Wohnorts kann aus einer freiwilligen Absicherung plötzlich eine gesetzliche Pflicht werden.

Welche Deckungssumme Ihr Hund wirklich braucht

Die Deckungssumme ist der wichtigste Hebel im ganzen Tarif, und genau hier sparen viele am falschen Ende. Sie legt fest, bis zu welchem Betrag die Versicherung im Schadensfall zahlt. Fachleute empfehlen eine Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro. Sinnvoller ist mehr: Lassie deckt standardmäßig 10 Millionen Euro ab, bei BarmeniaGothaer sind bis zu 50 Millionen Euro wählbar. Der Aufpreis für eine höhere Summe ist gering, der Unterschied im Ernstfall dagegen existenziell.

Warum so viel? Weil die teuersten Fälle selten die kaputten Gartenzäune sind. Es sind die Personenschäden. Zwei Beispiele zeigen die Dimension.

Verletzt Ihr Hund einen Menschen dauerhaft, haften Sie nicht nur für die Behandlung, sondern für die gesamten Folgekosten. Wird etwa ein Chirurg durch einen Sturz an der Hand so verletzt, dass er seinen Beruf nie wieder ausüben kann, setzt sich der Schaden aus Behandlungskosten, Schmerzensgeld und lebenslangem Verdienstausfall zusammen. Solche Fälle erreichen ohne Weiteres einen siebenstelligen Betrag.

Auch mittelbare Schäden können enorm werden. Läuft Ihr Hund unvermittelt auf die Straße und ein Gefahrguttransporter reißt beim Ausweichen die Ladung auf, kann daraus ein Umweltschaden im Millionenbereich entstehen, für den Sie als Halter geradestehen. Solche Ketten wirken konstruiert, bis sie passieren. Genau für diese seltenen, aber existenzbedrohenden Fälle ist die hohe Deckungssumme da.

Was eine Hundehaftpflicht kostet und was den Preis bestimmt

Eine Hundehaftpflicht gehört zu den günstigsten Versicherungen überhaupt. Bei Lassie beginnt der Schutz bei rund 4 Euro im Monat, bei BarmeniaGothaer liegen die Jahresbeiträge laut Anbieter zwischen 35 und 60 Euro. Gemessen an der Deckungssumme von mehreren Millionen Euro ist das ein sehr kleiner Betrag für ein sehr großes Risiko.

Was den konkreten Preis nach oben oder unten bewegt, sind vor allem diese Faktoren:

  • Deckungssumme: Mehr Deckung kostet etwas mehr, bleibt beim Beitrag aber der kleinere Hebel.
  • Selbstbeteiligung: Wer im Schadensfall einen festen Eigenanteil übernimmt, etwa 150 Euro, senkt den laufenden Beitrag. Ein Tarif ohne Selbstbeteiligung ist teurer.
  • Zusatzbausteine: Forderungsausfalldeckung, Neuwertersatz oder das Mitversichern von Hundesittern und fremden Hütern erweitern den Schutz und den Preis.
  • Rasse und Einstufung: Bei gelisteten oder als gefährlich eingestuften Hunden verlangen manche Anbieter höhere Beiträge oder besondere Bedingungen.

Den genauen Beitrag ermittelt bei beiden Anbietern der Online-Rechner nach Eingabe von Rasse, Alter und gewünschter Deckungssumme. Ein Vergleich lohnt sich, weil der günstigste Tarif nicht automatisch der mit dem besten Leistungsumfang ist.

Was vor der Unterschrift zählt

Beim Abschluss zählt nicht der niedrigste Monatsbeitrag, sondern das Verhältnis aus Deckung und Leistung. Diese Punkte sollten Sie vor der Unterschrift abhaken:

  • Deckungssumme von mindestens 10 Millionen Euro.
  • Keine Wartezeit, damit der Schutz sofort ab dem ersten Tag greift.
  • Keine Rasseeinschränkung, sofern Ihr Hund einer gelisteten Rasse angehört.
  • Auslandsschutz, im EU-Ausland idealerweise unbegrenzt, weltweit für längere Reisen.
  • Forderungsausfalldeckung, damit Sie auch bei einem nicht versicherten Schädiger nicht leer ausgehen.
  • Mitversicherte Hundesitter und Fremdhüter, wenn Ihr Hund öfter in fremder Obhut ist.
  • Eine Selbstbeteiligung nur, wenn Ihnen der niedrigere Beitrag den Eigenanteil im Schadensfall wert ist.

Für die meisten Halter ist Lassie der schnellste Weg zu einem soliden Schutz zum kleinen Preis. Wer die maximale Deckungssumme und die granulareren Zusatzbausteine sucht, fährt mit BarmeniaGothaer besser. Beide lassen sich in wenigen Minuten online durchrechnen, sodass sich der direkte Beitragsvergleich für den eigenen Hund lohnt. Einen Überblick über weitere Tarife bietet unser Tierversicherungsvergleich.

Häufige Fragen zur Hundehaftpflicht

Ist eine Hundehaftpflicht in Deutschland Pflicht?

Das hängt vom Bundesland ab. In Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist sie für alle Hunde gesetzlich vorgeschrieben. In Nordrhein-Westfalen gilt die Pflicht ab 40 Zentimetern Schulterhöhe oder 20 Kilogramm, in Schleswig-Holstein und den übrigen Ländern meist nur für als gefährlich eingestufte Hunde. Sonst ist sie freiwillig, aber wegen § 833 BGB dringend zu empfehlen.

Was kostet eine Hundehaftpflicht im Monat?

Sehr wenig im Verhältnis zum Risiko. Ein solider Tarif ist bei Lassie ab rund 4 Euro im Monat zu haben. Bei BarmeniaGothaer liegen die Beiträge grob zwischen 35 und 60 Euro im Jahr. Der genaue Preis richtet sich nach Deckungssumme, Selbstbeteiligung, Zusatzbausteinen sowie Rasse und Alter des Hundes.

Welche Schäden deckt die Hundehaftpflicht ab?

Sie kommt für Personen-, Sach- und Vermögensschäden auf, die Ihr Hund Dritten zufügt. Also etwa Behandlungskosten und Verdienstausfall eines verletzten Menschen, ein zerkratztes Auto oder einen von Ihrem Hund ausgelösten Verkehrsunfall. Schäden am eigenen Hund selbst sind nicht abgedeckt, dafür ist eine Kranken- oder OP-Versicherung zuständig.

Ist die Hundehaftpflicht dasselbe wie eine Hundekrankenversicherung?

Nein, es sind zwei getrennte Produkte. Die Hundehaftpflicht zahlt Schäden, die Ihr Hund anderen zufügt. Die Krankenversicherung und die OP-Versicherung übernehmen die Tierarztkosten Ihres eigenen Hundes. Eine ersetzt die andere nicht. Wer rundum abgesichert sein will, braucht beide.

Gibt es bei der Hundehaftpflicht eine Wartezeit?

Bei den empfehlenswerten Tarifen nicht. Sowohl Lassie als auch BarmeniaGothaer bieten Schutz ohne Wartezeit, der Versicherungsschutz greift also sofort ab Vertragsbeginn. Das ist besonders bei einem neuen Welpen oder frisch übernommenen Hund wichtig, weil gerade in der Anfangszeit viel passieren kann.

Welche Deckungssumme ist sinnvoll?

Fachleute raten zu mindestens 5 Millionen Euro. Empfehlenswert ist mehr, weil schwere Personenschäden siebenstellige Summen erreichen können. Lassie deckt 10 Millionen Euro ab, bei BarmeniaGothaer sind bis zu 50 Millionen Euro wählbar. Da der Aufpreis für eine höhere Summe gering ist, sollten Sie eher großzügig kalkulieren.