Schüler sollen ab der 11. Klasse selbst entscheidenNiedersachsen will Politik zum Wahlfach machen
Abiturienten in Niedersachsen sollen mehr Wahlmöglichkeiten bekommen.
Das klingt erst einmal vielversprechend. Doch ausgerechnet das Fach Politik-Wirtschaft soll dann kein Pflichtfach mehr sein, sondern nur noch eine Option. Was die Schüler selbst zu diesem Vorschlag sagen, erfahrt ihr im Video.
Vorschlag stößt auf Gegenwind
Nach den Plänen des Kultusministeriums soll das Fach Politik-Wirtschaft ab 2027 in Jahrgang 11 nur noch als Wahlfach angeboten werden. Für viele Schüler bedeutet das insgesamt nur drei Jahre verpflichtende politische Bildung. „Schüler sind viel auf sozialen Medien unterwegs, wo Populisten viel mehr Reichweite haben. Und da ist eine Streichung des Politikunterrichts für mich das völlig falsche Signal“, erklärt Anke Müller, Lehrerin am Gymnasium Limmer in Hannover.
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Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (B’90/Grüne) sieht hingegen keinen Grund, das Fach in der Oberstufe noch verpflichtend anzubieten. „Wir haben Demokratiebildung auch in allen anderen Fächern implementiert und auch die Auseinandersetzung mit politischen Themen. Und gleichzeitig ist auch das Fach Erdkunde oder Geschichte hochpolitisch.”
Vereinigung für politische Bildung ist besorgt
Sich eine eigene Meinung bilden, Zusammenhänge verstehen, Desinformation erkennen, genau diese Fähigkeiten entscheiden, wie junge Menschen mit Krisen, Konflikten und extremen Positionen umgehen, sagt Moritz Haarmann, der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung Niedersachsens. „Als Verband befürchten wir tatsächlich, dass gerade diejenigen Schülerinnen und Schüler, die schon in die Fänge von Extremisten geraten sind oder Verschwörungstheorien anhängen, dass die das Fach abwählen, weil die auch teilweise politikverdrossen sind und dass diese Schülerinnen und Schüler dann tatsächlich das nicht bekommen, was sie ganz dringend brauchen, nämlich politische Bildung.”
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Trotzdem möchte das Kultusministerium an seinem Vorschlag festhalten und diesen am liebsten schon im nächsten Jahr umsetzen.
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche

































