„Die Kollegen waren stinksauer und enttäuscht”Mercedes-Beschäftigte protestieren gegen Sparpläne

Mercedes-Benz Demo
Mit Buh-Rufen und lautstarkem Protest machen Beschäftigte ihrem Ärger Luft.
RTL Nord

Tausende Mercedes-Mitarbeiter gehen bundesweit auf die Straße - auch in Bremen.
Rund 4.000 Beschäftigte haben hier am Freitag (3. Juli) gegen die Sparpläne des Autobauers demonstriert. Auslöser sind die Verschiebung einer tariflich vereinbarten Sonderzahlung sowie die Forderung nach längeren Arbeitszeiten – ohne zusätzlichen Lohn.

Unruhe im Werk

Die Stimmung im Mercedes-Werk Bremen ist angespannt. Am vergangenen Freitag (26. Juni) hatte der Konzern angekündigt, eine tariflich vereinbarte Sonderzahlung in Höhe von 18,4 Prozent des Monatsgehalts zunächst nicht auszuzahlen. Zusätzlich steht die Forderung im Raum, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden zu erhöhen – ohne höheren Lohn. Der Mercedes-Konzern begründet den Sparkurs mit Absatzrückgängen und einem wachsenden Konkurrenzdruck, vor allem aus China. Für viele Beschäftigte ein schwerer Einschnitt.

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„Die Kollegen waren stinksauer und enttäuscht. Also gerade am Bremer Standort sind wir voll ausgelastet. Wir fahren einen großen Teil in Dreischichtigkeit. Wir haben Sonderschichten vereinbart. Wir wollen das neue Fahrzeug, den elektrischen See und dann so eine Nachricht”, sagt Michael Peters aus dem Betriebsrat bei Mercedes-Benz im Gespräch mit RTL.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)
Auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) äußert sich zu den Protesten in Bremen.
dpa

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Ruf nach Verhandlungen

Die IG Metall will im Konflikt weiter Druck machen und die geplanten Maßnahmen nicht einfach hinnehmen. Gleichzeitig bleibt sie offen für Gespräche mit dem Unternehmen. „Die Frage ist ja: Können wir die Situation drehen? Können wir uns gemeinsam an einen Tisch setzen? Wir haben gute, qualifizierte Belegschaften, eine super Infrastruktur und Aufträge – und in den letzten Jahren sind Milliarden an Gewinnen gemacht worden. Wo sind die denn geblieben?“, äußert Ute Buggeln, Geschäftsführerin der IG Metall Bremen im Gespräch mit RTL.

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Auch aus der Bremer Politik kommt der Appell zur Zusammenarbeit. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) fordert die Sozialpartner auf, gemeinsam eine Lösung zu finden, die sowohl die Zukunft der Produktion in Deutschland als auch gute Arbeitsbedingungen sichert. Der weitere Verlauf hängt nun also von den Verhandlungen der Tarifparteien ab.

Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherche